Robert, Carl [Honoree]
Aus der Anomia: archaeologische Beitraege ; Carl Robert zur Erinnerung an Berlin dargebracht — Berlin, 1890

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Ganz kurz ist Mieder die dritte Stelle (Plut. Gül fg.). Auf
den Verzweiflungsruf der Penia:

«3 nöXig "Aqyovc, xXt'e&' oui Xeyei.
erwidert Chremylos höhnisch:

navdmva xdXsi tbv £Jtftfirov.

Dafs Aristophanes überall dieselbe Persönlichkeit meint, kann
nicht bezweifelt werden, aber von einem Maler Pauson ist nie
die Rede. Dieser Pauson ist vielmehr eine jener bei Aristophanes
so häufig vorkommenden Gestalten, die jedem Athener seiner
Zeit bekannt war und schon durch ihre blosse Erwähnung die
Heiterkeit der Zuschauer erwecken mufste, ein ewig hungernder
Herumtreiber und Schmarotzer mit schlagfertigem Witz, von
dem man nicht wufstc, ob man ihn wegen seiner Bosheit mehr
fürchten als wegen seiner Verkommenheit verachten sollte. Ver-
gleichen wir hiermit die Überlieferuni;-, welche sich ausdrücklich
auf den Maler Pauson bezieht, so findet sich nichts in ihr, was
uns berechtigte ihn dem von Aristophanes verspottetem Pauson
gleichzusetzen. Von Aristoteles (Poet, 2, Polit. VIII 5, 7) wird
er mit Gröfscn wie Polygnot und Dionysios verglichen, von The-
mistios (XXXIV 11, S. 41) mit Zeuxis und Apelles; und seit Po-
lygnot war die Malerei sicherlich eine Kunst, die ihren Vertretern
mehr als das tägliche Brot einbrachte. Daraus, dafs Aristoteles
(a. a. 0.) von ihm erzählt, er habe die Menschen schlechter (xsiqovs)
gemalt als sie seien, würde man nie geschlossen haben, dafs er ein
Karikaturenmaler gewesen sei, wenn man nicht die Stellen des
Aristophanes von dein na^inov^gos Pauson nebst den Scholien im
Sinne gehabt hätte. An und für sich besagen jene Worte nichts
weiter, als dafs Pauson auch unedle, niedrige Vorwürfe für seine
Gemälde wählte. Damit stimmt auch die Vorschrift des Aristoteles
(a. a. 0.) überein, man solle den Jünglingen nicht die Gemälde
des Pauson zeigen, sondern die des Polygnot und anderer ethischer

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