Rott, Hans
Quellen und Forschungen zur südwestdeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert (Band 2): Alt-Schwaben und die Reichsstädte — Stuttgart, 1934

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VI. KUNSTGESCHICHTLICHE BEITRÄGE ALLGEMEINER ART.

1482. „Item X lb geben dem maier, von zöger und von der schieben zu malen an
dem kirchen turn." — 1483. „XIIII ß dem maier, von den fenlin an den brunen
zu malen, hat Seckler gehaißen."1

1488. „Solchen newen baw des Lorcher hofes und kelter (in Stuttgart) hat unlang
hernach abt Jerg Kerler zue Lorch ins werck gesetzt und denselben in anno 1488
zue end gebracht; daher zum gedechtnus sein, abts bildnus in lebensgroße gar
schön und zierlich in holtz geschnitzelt, am eck dises baws, so heutigs tags gemein-
lich die Lorcher kelter genennt wärt, zue sehen ist, gegen der kürch gassen sich
wendend."2

Ca. 1490. „Es ist diser grav Eberhardt (= der ältere) willens gewesen, beede vor-
stätt der statt Stuetgarten, nach anzahl der apostel, mit 12 thoren zue beschließen
und nach der 12 apostel namen zu nennen, auch deren bildnußen über jedes eins
zue setzen, wie dann deßen ein anfang beym Siechenthor gemacht worden, ob
welchem des hl. apostels Petri bildnus mit dem schlissel, item ob dem Seethor
des apostels Pauli bildnus zue finden."3

1504/05. „Item XXXV lb maister Marxen von dem leberbronnen zu machen und
verdingt für all arbayt."*

1510/11. „Item XII ß umb ain bild zu hewen in capellen."5
1514/15. „Item VII ß dem mauler, von der tafel im gewelb zu malen."
1517/18. „II ß dem maier, von des vogts schilten zu machen."6
1515. „Und hat obvermelter . . . Johann Kempf in anno 1515 das uhrvverck ob
dem crucifix an der stinin borkirchen im stift uff sein costen machen laßen, daran
auch gegen dem chor hinauf sein, Kempfen contrafet; und war er von Grüningen
bürtig. Bey disem uhrwerck ist das gemehl von auferstehung der toten und under
daran 2 lateinische verslen . . ., welche also lauten:

Admoneas mortis deus extremique diei
mortales coecos, ut sapienter agant."

Über sein Bildnis siehe oben im Text.7

1532. Mannrechtsbrief für den Kunstschreiner Martin Zey von Unlingen, Sohn von

Martin Z. und der Christina Jerer von Unlingen.8

1540. „Durch Peter Wörn des stifts ornata verkauft und gelost XXV lb XVIII ß." —

„Item von gewaschnem gold von den bildern alhie zu Stutgart, Berg, Heslach und

Botnang uß gedruckt, ist durch Cristof Secklern, goltschmid zu Tübingen, von

dreißig drew lot ein quintlin ein lot für ein kro gerait sampt dem zainlin gold,

1. Stuttgart, Stadtarch., Stadtrechn., z. 1482 u. 1483.

2. Ib., Staatsarch., Handschr. 9, Stuttgarter Chronik von Osw. Gabelkofer, fol. 882.

3. Ib., Handschr. 9, Stuttgarter Chronik von Osw. Gabelkofer, fol. 521, ca. 1490—94.

4. Ib., Stadtarch., Stadtrechn., z. 1504/05.

5. Ib., Stadtrechn., z. 1510/11. •

6. Ib., Stadtrechn., z. den betr. Jahren.

7. Ib., Staatsarch., Handschr. 9, Stuttgarter Chronik von Osw. Gabelkofer, fol. 141, z. 1515.

8. Ib., M. 183, nr. 8, z. 1532. Er ist nach den Musterungslisten noch 1560 zu Stuttgart nach-
weisbar. Ib., Staatsarch., K. 36, F. 19, B. 36, z. 1560.
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