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V

VORWORT
In neuerer Zeit hat die Anwendung wissenschaftlicher
Methode auch auf dem Gebiete der jüdischen Theologie
immer größere Fortschritte gemacht. Namhafte israelitische
Gelehrte haben „das Meer des Talmudh“ in dankenswerte-
ster Weise durchforscht und dem allgemeinen Gebiete der
Geisteswissenschaften angeschlossen. Das erwachte gelehrte
Interesse ist denn auch der Tosephta zugute gekommen, da
man in ihr als einem gleichzeitig mit der Mischna entstan-
denen Werke eine der bedeutendsten Hilfsmittel für die klare
Erkenntnis und Auflösung talmudhischer Probleme zu wür-
digen wußte. Durch Zuckermandel’s große Publikation ist
uns die Tosephta mit dem ganzen erforderlichen Apparat zur
weiteren Arbeit zugänglich gemacht worden.
Das Nächste, was nun nach Zuckermandel zu leisten
wäre, ist die Herstellung eines textus receptus. Der Verfasser
hat versucht, für den Traktat Pesachim diese Aufgabe zu er-
füllen, wenn er sich auch bewußt ist, daß bei dem heutigen
Stande der Wissenschaft für noch gar manche Punkte eine
endgültige Lösung nicht zu geben ist.
Zur Einführung in die Ausgabe des Traktates wurden
einige Ausarbeitungen verfertigt, auch das Tosephta-Problem
wurde behandelt und zwar unter genauer Verwertung der his-
torischen Angaben der — in sich widerspruchslosen — Heber-
lieferung. Verfasser glaubt durch die Herausarbeitung und
Anwendung einer „Drei-Schichten-Theorie“ (zwei mischnische
— Aqibha und Nehemia -— und eine eigentliche „Tosephta“-
 
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