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Dürer, Albrecht; Rupprich, Hans [Editor]
Schriftlicher Nachlaß (Band 2): Die Anfänge der theoretischen Studien ; das Lehrbuch der Malerei: von der Maß der Menschen, der Pferde, der Gebäude ; von der Perspektive ; von Farben ; ein Unterricht alle Maß zu ändern — Berlin, 1966

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https://doi.org/10.11588/diglit.29732#0153

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B. ENTWÜRFE ZUR EINLEITUNG NR. 14, 15

kleineren tzall dy lengeren linien. Dw magst awch
ein jtlichen teill der jtz beschtimten teill jnn jm
selbs tzerteilen, so oft dir das zw prawchen dinstlich
ist. Awch betzeichen vnden alle ab geteilte teill mit
45 jren tziffern vnd teilbarn tzaln, schtell sy neben-

41. lengeren] unter der Zeile, darüber kurtzeren gestrichen. In
der Zeile gestrichen Awch magstw noch vill kleinerer teill so
dw der darffst van scheitell vnd soln ab teilen dan jch hy setz;
dan gestrichen, darüber weder. 42. jnn] korrigiert aus jm.
44. Awch] aus Item korrigiert.

einander, also das albeg dy grösten teill mit der
myndern tzall gegen der linj scheitell vnd soln ste.
Das würt kantlich an zw sehen vnd ist geschickt zw
brawchen. Vnd dis richtscheit oder werckzewg sey
genent der „teiller“. Vnd wo jch fürpas würd sagen, 50
das bild des man oder weibs sey eins benenten ...

49. brawchen] danach Verweisungszeichen für Gestrichenes vnd
das das ein ort van einer jtlichen tzall oben dy zwerch scheitell
linj rür.

Nr. 15

KON2EPT 2 U R I NHALTS ANG ABE DES ERSTEN BUCHES DER
1523 FERTIGGESTELLTEN FASSUNG DER PROPORTIONSLEHRE.

Von Dürers Hand. London 5230, fol. 48* (IV 109 oder 142). Ein Blatt 32.3 X 22 cm. Ohne Wz. Fol. 48b ist
leer. Oberhalb dieser Inhaltsangabe der Text Nr. 13, 4 dieses Kapitels.

Datierung: Da dieses Register fast gleichlautend, aber in Reinschrift, auch in der Dresdener Handschrift des
ersten Buches der Proportionslehre von 1523 vorkommt, vor 1523.

Druck: Conway, S. 259.

[Fol. 48a]

Regyster vber dis erst püchlen

1. Ein fored.

2. Wy man den teiller sol fersten vnd prawchen.

3. Ein man messen van siben hawbt lengen.

5 4. Wy man den fergleicher fersten vnd prawchen

soll.

5. Ein weib fan siben hawbt lengen.

6. Ein man van achthalber1 hawbt lenge.

7. Ein weib van achthalber hawbt lenge.

10 8. Ein man van acht hawbt lengen.

9. Ein weib van acht hawbt lengen.

1 o. Ein man fan newn hawbt lengen.

11. Ein weib van newn hawbt lengen.

1—26. Wieder gestrichen. 3. Ursprünglich prawchen vnd
fersten. 5. fergleicher] korrigiert aus fergleichen.

12. Ein man van tzehen hawbt lengen.

13. Ein weib van tzehen habt lengen. 15

14. Sunderlich ein mans habt gnewer bschriben dan
for.

15. Den vber trag, wy man den fersten vnd praw-
chen soll.

16. Des gleychen ein mans hant. 20

17. Awch ein mans fus.

18. Ein frawen hawbt.

19. Wy man ein hawbt ergrossern mag.

20. Ein jungs kind.

21. Wy lang das weib gegem man vnd das kint ge- 25
gen der müter sein soll2.

18 f. Die ganze Nummer später eingeschoben.

ANMERKUNGEN

1 „Achthalber“ heißt bei Dürer die 7 vorausgegangenen
ganz, das letzte achte nur halb, also 7V2.

2 Zu diesen Fragen heißt es Mscr. Dresden R 147b, fol.
54b: „Item so einem man ein weib zw gemacht würt, sol
das weib nit lenger gemacht werden den das sy dem man
dy awgprawen rür.“ Ebd., fol. 8yh: „Ein soldi jung kind

soll ein trittell van seiner muter leng haben.“

In der gedruckten Lehre von menschlicher Proportion
(1528) sagt Dürer im ersten Buch, nachdem er die Kon-
struktion der fünf Typen von Mann und Frau vorge-
führt hat, die Frau solle immer Vis kleiner sein als der
Mann.

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