Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Ruska, Julius
Tabula Smaragdina: ein Beitrag zur Geschichte der hermetischen Literatur — Heidelberg: Winter, 1926

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.51294#0121
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Tabula Smaragdina.

107

durch in einen neuen Literaturkreis eingeführt, dessen Auswirkung in den
Orient eine sehr tiefgehende gewesen sein muß. Die Anmerkungen zum
siebenten Stück haben Beispiele dafür gegeben, wie Apollonios schon
in der griechischen Überlieferung zum Spezialisten für Abwehrzauber ge-
worden ist. Die folgenden Kapitel zeigen ihn als Erben der gesamten
hermetischen Wissenschaft.

VI. Das arabische Original der Tabula Smaragdina.
Den kurzen Mitteilungen über die Handschrift G. Bergsträssers, die
ich in meiner Notiz Der Urtext der Tabula Smaragdina (Orient. Litera-
turz., Bd. 28, 1925, Sp. 349—351) gegeben habe, soll und muß hier eine
eingehendere Beschreibung folgen.
Die Handschrift ist ein alter Lederband in Quartformat, das Papier
dick, der Länge nach gerieft, gelblich, am Außenrand stark wurmstichig,
doch ohne Schaden für die Schrift. Nur eine aus dünnerem Papier be-
stehende Lage von acht Blättern, von der noch die Bede sein wird, ist in
der letzten Schriftzeile so brüchig und durchlöchert, daß es bisweilen
Schwierigkeiten macht, den Text herzustellen.
Die ersten 25 Blätter enthalten eine aus Prosa und Versen gemischte
Darstellung der Josephsgeschichte. Die Schrift ist ein gutes Nashi
zu 24 Zeilen auf 15/10 cm Fläche. Die anschließenden 40 Blätter bringen
eine in sechs Kapitel geteilte chemische Abhandlung. Die folgende,
schlechtere Papierlage enthält auf den ersten vier Blättern vier kleine
chemische Stücke, darunter als letztes den Text der Tabula Smarag-
dina, während die letzten vier Blätter leer sind. Die Schrift ist hier
ein sehr schönes Nash! zu 20 Zeilen auf 17/11 cm Fläche. Darauf folgen
32 Blätter eines Karschunitextes, die u. a. kalendarische Anweisungen des
Propheten Daniel über Landwirtschaft enthalten. Hier ist die Schrift
zweispaltig in 24 Zeilen durchgeführt. Hinter diesem Stück sind drei
Blätter herausgeschnitten, dann folgen noch acht Blätter, die bis auf das
vorletzte, das auf einer Seite eine Qaside des (Chalid ibn) Jazid ibn
Mu'äwija trägt, leer sind.
Die kunstvoll geschriebene Kopfleiste der chemischen Abhandlung
Jul JjJjll aNI ^jGJI <-’Vl } „Im Namen des Vaters, des
Sohnes und des Heiligen Geistes, des einigen Gottes, Amen“ läßt schon
den Schreiber als Christen erkennen; andere unzweideutige Hinweise ent-
hält die Einführung, in das Werk. Sie hat folgenden Wortlaut:
 
Annotationen