Schlagintweit, Emil
Indien in Wort und Bild: eine Schilderung des indischen Kaiserreiches (Band 1) — Leipzig, 1880

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Hindu - Fürstengrab in Udaipur, Radchputana,

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ERSTES CAPITEL.

Land und Produkte.

|| ie englischen Besitzungen in Indien, auf Grund der Parlaments-Akte vom 27. April 1876
zum Kaiserreich erhoben unter Annahme des Titels Kaiser-i-Hind (Empress of India)
seitens der Inhaber der Herrscherkrone des Königreiches Grossbritannien und seiner
Besitzungen umfassen ganz Vorder-Indien und die Westküste Hinter-Indiens. Das Kaiser-
reich hat ein Areal von 38/m Millionen Quadratkilometern und ist sieben Mal so gross als
das Deutsche Reich; hiervon sind ir/2 Millionen Quadratkilometer indischen Fürsten zur
Selbstregierung unter englischer Aufsicht belassen, der grosse Rest ist unmittelbares englisches
Gebiet. Die Gesammtbevölkerung beträgt 240 Millionen Menschen, 'darunter 50 Millionen
als Unterthanen indischer Fürsten.

Indien gilt mit Recht als die kostbarste Perle in der englischen Krone. Von 250 Millionen
aussereuropäischer Unterthanen Englands in den fünf Erdtheilen entfallen 240 Millionen auf
Indien; Waaren im Werthe von mehr als einer Milliarde Mark werden jährlich durch englische Handels-
häuser aus Indien bezogen oder dahin geworfen, vierzig Procent des gesammten Umsatzes Englands
mit seinen auswärtigen Besitzungen werthet der Handel mit Indien.
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