Schlosser, Julius von
Die Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance: ein Beitrag zur Geschichte des Sammelwesens — Leipzig, 1908

Page: 137
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III. Schluß. Fernere Entwickelung des Sammelwesens.

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Nachkommen das Erbe unserer Vorfahren nach Möglichkeit treu, ungeschädigt
und ungeschmälert zu erhalten, zu dem Nutzen, den sie daraus ziehen wollen
und können. In dieser, freilich gerade durch das moderne Leben vielfach ge-
hemmten und gestörten konservierenden Tätigkeit liegt ihre Berechtigung,
und wenn es einmal so sein soll, ihre Entschuldigung. Denn der erniedrigt
sich selbst, der seine Herkunft vergißt und sie von sich wirft; mag sie hoch
oder niedrig sein, gleichviel, wenn er ihr nur innerlich frei und selbstbewußt
gegenübersteht. Ist doch dem Menschen, der zuerst und vor allem das Resume
seiner Ahnen ist, allein das zweideutige Gesdienk verliehen, über die nie zu
fassende Gegenwart nach vorne und rückwärts hinauszublicken.

(Nadi Saunier.)

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