als jemals auf der Armee. Orientalische Einflüsse, namentlich von dem
gewaltigen Rivalen des Ostens, dem neupersischen Reich her, machen
sich immer mehr auch in der Alltagstracht geltend; an Stelle der
fließenden weißen Gewandung alter Zeit tritt der schwere, wenig fies
xible Prunkornat orientalischer Herkunft, der sich dem Körper als selb?
ständiges Element gegenüberstellt, ihn verhüllend und umschließend,
nicht mehr als «Echo der Gestalt», sondern ein neues Wollen an?
kündigend.
Auf also wohlvorbereitetem Boden tritt endlich das Christentum als
natürlicher und logischer Abschluß in seine welthistorische Rolle ein.
Was der Kaiser in seiner göttergleichen Stellung einbüßen mußte,
das gewann er als dominus, als Herrscher und unumschränkter Herr
von Gottes Gnaden. Etikette und Zeremoniell werden in fortan vor?
bildlicher Weise ausgestaltet. Das religiöse Element bildet sich eine
neue Form; der Kaiser ist Haupt der Kirche, ein Anspruch, den das
weltliche Kaisertum des Westens noch lange aufrecht zu erhalten suchte,
freilich nicht mit dem Erfolg wie in Ostrom und bei dessen slawischen
Erben. Der Kaiser tritt in den Kreis des Priestertums; seit Justinian
ist ihm die Diakonswürde verliehen, und das neue Kaisertum des
Westens sieht seine Träger unter den Klerikern von St. Peter. Die
Kirche wahrte ihre Stellung dadurch, daß der Herrscher die Krone
aus ihrer Hand empfing, ein Vorgang, der zuerst bei der Krönung
des Markianos im Jahre 450 offenbar zu werden scheint, und der sich,
als Tradition, bei der ersten Kaiserkrönung in St. Peter, trotz des
inneren Widerstandes des großen Karl, wiederholt.
Das kirchliche Wesen hat sich in dem großartigen Zeremoniell der
Kaiserkrönung in St. Peter vollkommen durchgesetzt. Der Erwählte
wird in der gregorianischen Kapelle mit geistlichen Gewändern, Hu?
merale, Alba, Cingulum angetan, dann in die Sakristei vor den Papst
geführt, der ihn zum Kleriker von St. Peter ernennt, ihm Tunika und
Dalmatika des Diakons — diese ein von der Kirche festgehaltenes
Kleidungsstück spätantiker Zeit mit ihrem charakteristischen «bar?
barischen Einschlag» auch in der Mode — den Priestermantel (das
Pluviale, ebenfalls ein spätantikes Erbstück), endlich Mitra, Sandalen
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gewaltigen Rivalen des Ostens, dem neupersischen Reich her, machen
sich immer mehr auch in der Alltagstracht geltend; an Stelle der
fließenden weißen Gewandung alter Zeit tritt der schwere, wenig fies
xible Prunkornat orientalischer Herkunft, der sich dem Körper als selb?
ständiges Element gegenüberstellt, ihn verhüllend und umschließend,
nicht mehr als «Echo der Gestalt», sondern ein neues Wollen an?
kündigend.
Auf also wohlvorbereitetem Boden tritt endlich das Christentum als
natürlicher und logischer Abschluß in seine welthistorische Rolle ein.
Was der Kaiser in seiner göttergleichen Stellung einbüßen mußte,
das gewann er als dominus, als Herrscher und unumschränkter Herr
von Gottes Gnaden. Etikette und Zeremoniell werden in fortan vor?
bildlicher Weise ausgestaltet. Das religiöse Element bildet sich eine
neue Form; der Kaiser ist Haupt der Kirche, ein Anspruch, den das
weltliche Kaisertum des Westens noch lange aufrecht zu erhalten suchte,
freilich nicht mit dem Erfolg wie in Ostrom und bei dessen slawischen
Erben. Der Kaiser tritt in den Kreis des Priestertums; seit Justinian
ist ihm die Diakonswürde verliehen, und das neue Kaisertum des
Westens sieht seine Träger unter den Klerikern von St. Peter. Die
Kirche wahrte ihre Stellung dadurch, daß der Herrscher die Krone
aus ihrer Hand empfing, ein Vorgang, der zuerst bei der Krönung
des Markianos im Jahre 450 offenbar zu werden scheint, und der sich,
als Tradition, bei der ersten Kaiserkrönung in St. Peter, trotz des
inneren Widerstandes des großen Karl, wiederholt.
Das kirchliche Wesen hat sich in dem großartigen Zeremoniell der
Kaiserkrönung in St. Peter vollkommen durchgesetzt. Der Erwählte
wird in der gregorianischen Kapelle mit geistlichen Gewändern, Hu?
merale, Alba, Cingulum angetan, dann in die Sakristei vor den Papst
geführt, der ihn zum Kleriker von St. Peter ernennt, ihm Tunika und
Dalmatika des Diakons — diese ein von der Kirche festgehaltenes
Kleidungsstück spätantiker Zeit mit ihrem charakteristischen «bar?
barischen Einschlag» auch in der Mode — den Priestermantel (das
Pluviale, ebenfalls ein spätantikes Erbstück), endlich Mitra, Sandalen
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