und Stiefel übergibt, die beiden ersten Abzeichen des Bischofs, wäh*
rend die letzten aus orientalischem Herrscherzeremoniell stammen. Es
folgt dann die Salbung am Mauritiusaltar, die Übernahme der Reichs*
insignien durch den nunmehrigen Kaiser, der sie, schon als König
über sie gebietend, ja durch ihren Besitz legitimiert, von seiner Pfalz
her mitgeführt hat. Unter den Akklamationen des päpstlichen Sänger*
chors, die wieder mit antiker und byzantinischer Tradition zusammen*
hängen, schließt die Feier.
Damit kommen wir auf die Insignien selbst und ihre innere Ge*
schichte. Das oströmische Reich kennt sie in dieser starren Form
eigentlich nicht, es ist spiritueller als der naivere, am bunten Besitz
hangende Westen. Dort ist alles als Krönungsinsignie verwendbar,
was passend und gerade zur Hand ist, und keineswegs ein bestimmtes
Gewand oder Abzeichen erforderlich; nicht anders hatten schon die
Soldaten des III. Jahrhunderts nach allem gegriffen, was eben im Feld*
lager zu diesem Zwecke tauglich erschien. Das alte Reich bewahrt
auch hier seine antike Haltung und seine überlegene Kultur; die
jungen Barbaren des Westens hängen an der Bedeutung des Gegen*
Standes selbst wie an einem Fetisch.
Unter diesen «Insignien», deren Besitz die Herrscherwürde im buch*
stäblichen Sinne verbürgt, steht selbstverständlich die Krone voran,
jenes Abzeichen, das den Herrscher in seiner weltlichen wie geistlichen
Gestalt so sinnfällig darstellt, daß in der späteren Kunst, des Nordens
namentlich, selbst Gottvater nicht anders als mit diesem «Regnum»
geschmückt erscheint; Begriff und Sache fallen hier ineinander. Die
alte Königszier, das Diadem, erscheint als Zeichen völligster Macht*
Vollkommenheit nicht früher als auf den Münzen der Konstantiner,
«jeder Römer wußte, daß damit die freie Volksgemeinde geleugnet
war». (W. Sickel.) Die Strahlenkrone (des Sol) in früherer Zeit hatte
einen ganz anderen Sinn und hing mit dem offiziellen Gottkaiserkult
zusammen. Schon in frühbyzantinischer Zeit erscheinen die aus dem
Orient, speziell wohl dem neupersischen Reich übernommenen Pen*
dilien, reich verzierte Anhänger, die zu beiden Seiten der Wangen
von dem Kronreif herabfallen und dem Gesicht einen feierlichen Rah*
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rend die letzten aus orientalischem Herrscherzeremoniell stammen. Es
folgt dann die Salbung am Mauritiusaltar, die Übernahme der Reichs*
insignien durch den nunmehrigen Kaiser, der sie, schon als König
über sie gebietend, ja durch ihren Besitz legitimiert, von seiner Pfalz
her mitgeführt hat. Unter den Akklamationen des päpstlichen Sänger*
chors, die wieder mit antiker und byzantinischer Tradition zusammen*
hängen, schließt die Feier.
Damit kommen wir auf die Insignien selbst und ihre innere Ge*
schichte. Das oströmische Reich kennt sie in dieser starren Form
eigentlich nicht, es ist spiritueller als der naivere, am bunten Besitz
hangende Westen. Dort ist alles als Krönungsinsignie verwendbar,
was passend und gerade zur Hand ist, und keineswegs ein bestimmtes
Gewand oder Abzeichen erforderlich; nicht anders hatten schon die
Soldaten des III. Jahrhunderts nach allem gegriffen, was eben im Feld*
lager zu diesem Zwecke tauglich erschien. Das alte Reich bewahrt
auch hier seine antike Haltung und seine überlegene Kultur; die
jungen Barbaren des Westens hängen an der Bedeutung des Gegen*
Standes selbst wie an einem Fetisch.
Unter diesen «Insignien», deren Besitz die Herrscherwürde im buch*
stäblichen Sinne verbürgt, steht selbstverständlich die Krone voran,
jenes Abzeichen, das den Herrscher in seiner weltlichen wie geistlichen
Gestalt so sinnfällig darstellt, daß in der späteren Kunst, des Nordens
namentlich, selbst Gottvater nicht anders als mit diesem «Regnum»
geschmückt erscheint; Begriff und Sache fallen hier ineinander. Die
alte Königszier, das Diadem, erscheint als Zeichen völligster Macht*
Vollkommenheit nicht früher als auf den Münzen der Konstantiner,
«jeder Römer wußte, daß damit die freie Volksgemeinde geleugnet
war». (W. Sickel.) Die Strahlenkrone (des Sol) in früherer Zeit hatte
einen ganz anderen Sinn und hing mit dem offiziellen Gottkaiserkult
zusammen. Schon in frühbyzantinischer Zeit erscheinen die aus dem
Orient, speziell wohl dem neupersischen Reich übernommenen Pen*
dilien, reich verzierte Anhänger, die zu beiden Seiten der Wangen
von dem Kronreif herabfallen und dem Gesicht einen feierlichen Rah*
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