Schmidt, Richard
Fakire und Fakirtum im alten und modernen Indien: Yoga-Lehre und Yoga-Praxis nach den indischen Originalquellen — Berlin, 1908

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Vorrede.

Vorliegendes Buch ist in Wahrheit nichts weiter als die
Objektivation des Willens meines Verlegers. Ich persönlich
stehe dem Fakirtum in Indien und seinen Derivaten in Europa
und Amerika so ablehnend wie möglich gegenüber, und nur die
Überzeugung, hier ein besonders rares Kapitel menschlicher
Narrheit vor mir zu haben, ließ mich auf dies Gebiet mich be-
geben, um wenigstens die größten Tollkirschen zu pflücken.
Liegt es an der Wunderlichkeit der Yogins, daß man sich so
wenig mit ihnen ernstlich beschäftigt hat? Soeben habe ich den
ersten Teil von Oltramares Werk über die indische Theosophie
zu Gesicht bekommen (Annales du Musee Guimet; Bibliotheque
d'Etudes, Tom. XXIII), die erste wissenschaftliche, zusammen-
fassende Arbeit über unsern Gegenstand! Sehen wir von kurzen
Darstellungen in Form von Einleitungen zu indischen Text-
ausgaben oder zu Übersetzungen solcher ab, so bleiben nur die
Arbeiten Garbes und das recht interessante Werk von Oman,
The Mystics, Ascetics and Saints of India. A Study of Sadhuism,
with an Account, of the Yogis, Sanyasis, Bairagis, and other
stränge Hindu Sectarians . . . London 1903. Da ich gänzlich
darauf verzichten mußte, eigene genauere Untersuchungen über
den Stoff anzustellen, und nur ein für das den rebus Indicis
fernstehende Publikum berechnetes Buch schreiben sollte, habe
ich Omans Ausführungen oft wortgetreu übersetzt und bekenne
gern, ihm sehr viel zu verdanken; und da ich einmal von Ver-
pflichtungen rede, kann ich nicht umhin, auch öffentlich der
großen Liebenswürdigkeit zu gedenken, mit der mich Prof. Dr.
Garbe unterstützt hat. Nur so ist es möglich geworden, meinem
Buche die 74 Abbildungen (87 mit den Doppelbildern) beizu-
fügen, die nach den in seinem Besitz befindlichen, ein Unikum
darstellenden Originalillustrationen zur Gherandasamhitä, einem
Hauptwerke über die Yogins, reproduziert sind. In Benares 1886
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