Schön, Theodor von
Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg Theodor von Schön (Band 4): Anlagen zum 2. Theil, Scharnhorst — Berlin, 1876

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Wichtigkeit sind und daß ihnen daher eine besondere Ans-
merksamkeit wird gewidmet werden müssen.

Jnzwischen bleibt zu wünschen übrig, daß in dem Sprach-
nnterrichte nicht sowohl das Eindringen in die Tiefe ihres
Banes, als die Benutzung und Beherrschung derselben sowobl
für die Iiede als für die Schrist die Hanptrichtnng diewr
Behandlung bestimmen, da beide Gaben sich als nnerläßliche
Erfordernisse für den Mann bezeichnen, der zwar dem Volke
angehören, aber in ihm als besonders wohlthätig, erleuchtend
und ermunternd hervorzutreten gewürdigt ist. Es kann unseren
Schulen wohl kaum verziehen werden, daß sie diesen wichtigen
Bestandtheil einer wohlwollenden Erziehung bisher ganz un-
sreundlich vernachlässigt haben.

Ueber die Geschichte schweigt der Neferentz weil er einer
zu großen Digression bedürsen würde, um seinen Gedanken
die nöthige Klarheit zu geben.

Jndeß sührt die Erwahnung derselben von selbst zu der
Frage, ob aus der Volksschule die Philosophie mit Recht
völlig, wie vorgeschlagen, verbannt werden dürfe. Daß bloße
Schulweisheit hier nicht an ihrem Orte sei, leuchtet von selbst
ein. Desto weniger aber wird von ächter Weltweisheit zu
abstrahiren sein. Jnwiesern diese sich am besten an die
Geschichte anknüpft, und wie diese aufzufassen, um ohne deu
mindesten Abbruch der ihr gebührenden Treue und Gewissen-
hastigkeit jener obersten aller menschlichen Wissenschasteu zur
krästigen Trägerin zu dienen, wird von dem erleuchteteren
Ermessen des tieferen Menschenkenners, an den diese Zeilen
sich richten, mit gerechtem Vertrauen abhängig gestellt.

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