Schuchhardt, Carl
Schliemann's Ausgrabungen in Troja, Tiryus, Mykenae, Orchomenos, Ithaka und im Lichte der heutigen Wissenschaft — Leipzig, 1891

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Sechstes Kapitel.

geschlossen zn haben. Trotzdem hat sie eines der prächtigsten
Kuppelgräber aufzuweisen, das sogenannte Schatzhaus des Mi-
nyas, das am Fuße des Hypantheion, einem Theile des Akon-
tion, liegt und seinen Namen nach Minyas, dem mythischen
Könige der in diesen Gegenden heimischen Minyer, führt.

Dieser Bau muß noch im spätern Alterthnm völlig er-
halten und zugänglich gewesen sein. Pausanias hat ihn be-
treten und sagt, die Griechen thäten sehr unrecht daran, immer

317. Grundriß des sogenannten Schatzhauses des Minyas (Größe 1:400).

das Ausländische mehr zu bewundern als das Einheimische,
selbst „tüchtige Schriftsteller ließen sich herbei, die ägyptischen
Pyramiden ganz genau zu beschreiben, während sie das Schatz-
haus des Minyas und die Mauern von Tiryns, die doch nicht
minder großartig seien, mit keinem Worte erwähnten". Zu-
nächst gibt Pausanias an dieser Stelle kund, daß er das Ge-
bäude thatsächlich für ein Schatzhaus hält, denn er sagt von
Minyas: „Soviel wir wissen, war er der erste, der zur Auf-
bewahrung seiner Schätze ein Schatzhaus baute". Und weiter-
hin beschreibt er dasselbe mit den Worten: „Es ist ein runder
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