Schwartze, Moritz Gotthilf; Schwartze, Moritz Gotthilf
Das alte Aegypten oder Sprache, Geschichte, Religion und Verfassung des alten Aegyptens: nach den altägyptischen Original-Schriften und den Mittheilungen der nichtägyptischen alten Schriftsteller (Band 1) — Leipzig, 1843

Seite: XLVI
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Vorrede.

zugestanden. Jahre lang habe ich namentlich die ausgezeichneten Koptischen Handschriften
der Königlichen Bibliothek lesen und wieder lesen dürfen. Welchen Nutzen ihr Studium
mir zur tiefern Ergründung der Koptischen Sprache und vornehmlich des Memphitischen
Dialektes derselben gewährte, davon hoffe ich in dem Buche Zeugniss abgelegt zu haben *).
Die Güte, die sich in dieser langen Zeit stets gleich bleibende Bereitwilligkeit, ja ich darf
sagen, die aufmunternde Zuvorkommenheit, welche ich bei der Benutzung der genannten
Bibliothek und der öffentlichen Bibliotheken Leipzig's, besonders der dasigen Universitäts-
Bibliothek, Seitens ihrer Herren Vorsteher und Custoden erfahren, kann ich nicht laut ge-
nug anerkennen. Nur um dem Drange meines Herzens zu willfahren, erlaube ich mir, meinen
innigsten Dank namentlich auszusprechen gegen den schon oben genannten verewigten Wilken
und den noch in seegensreicher Kraft wirkenden Ober-Bibliothekar der Universitäts-Biblio-
thek zu Leipzig Hr. Hofrath Dr. Gersdorf. In der That nur durch die Humanität solcher
Männer wird es auch dem jüngeni Gelehrten möglich, sich dem Anbaue derjenigen Wissen-
schaften zu unterziehen, welche auf eine schwer zu erschaffende Literatur gegründet sind.

Die Ausarbeitung des Stoffes dürfte indess unter meinen Verhältnissen schwerlich
die Ausführung des Buches selbst in ihrem Gefolge gehabt haben, wenn mir nicht die
Vorsehung zwei von dem edelsten Eifer für ihren Beruf beseelte Männer zugeführt hätte.

Ich nenne zuerst den Verleger meines Buches, Hr. Johann Ambrosius Barth. Ab-
gesehen von den ehrenhaften Bedingungen, unter welchen Hr. Barth den Verlag des Bu-
ches übernahm, abgesehen von der Güte, mit welcher er meine Studien durch seine treff-
liche Privat-Bibliothek unterstützte, so hat derselbe bei der Ausführung des Ganzen, Avelche
die Aufang's gezogenen Grenzen in ungemessene Ferne hinaussteckte, trotz der Unmög-
lichkeit, im Verlaufe meiner Arbeit deren wissenschaftlichen Zusammenhang seiner Seits
genau zu verfolgen, mir ein Vertrauen bewiesen, für welches ich ihm nicht genug danken
kann. In dieser langen Zeit hat Hr. Barth sich mir als einen Ehrenmann erwiesen, der
zur Förderung der Wissenschaft bedeutende Opfer zu bringen kein Bedenken trägt.

Zum zweiten nenne ich den schon im Eingange meiner Vorrede erwähnten Hr.
Friedrich Nies in Leipzig. Welchen Vorschub Hr. Nies der Wissenschaft durch die

1) Eine Frucht dieses Studiums ist die im Verlage von Jon. Ambros. Barth zu Leipzig erschei-
nende Ausgabe der Koptisch-Memphitischen Psalmen, auf welche ich in meinem Buche öfters verwiesen
habe. Es könnte auffallen, dass ich zu dieser Ausgabe geschritten bin, da eine solche bereits im Jahre 1837
Tom Dr. Ideler zu Berlin veranstaltet worden ist. Die Gründe, welche mich hierzu veranlassten, bestehen
hauptsächlich im Folgenden: 1) hat Dr. Ideler seine Ausgabe nur auf den Kopt. cod. MS. no. IST. der
Königl. Bibliothek zu Berlin begründet, während dieselbe ausserdem noch zwei Kopt. Original-codd. von
cigenthümlicher Färbung besitzt, von denen namentlich der eine (Copt. cod. MS. no. 37.) desswegen sehr
wichtig ist, weil er der Recens. folgt, auf welche sich der grösste Theil der Randbemerkungen des Copl.
cod. MS. no. 157. beziehet; 2) hat Dr. Ideler hei seiner Ausgabe den Urtext nicht berücksichtigt und
dadurch seiner Kritik die notwendigste Unterlage entzogen; 3) weicht Ideler's Behandlung des Koptischen
Textes ausserordentlich von der meinigen ab.
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