Gritzner, Maximilian [Oth.]; Siebmacher, Johann [Bibliogr. antecedent]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,4): Der Adel der Fürstenthümer Reuß — Nürnberg, 1873

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DER ADEL DER FÜRSTENTHÜMER REUSS.

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Auf dem gekr. Helme derselbe wachsend aus gr.
s. Wulst.

Decken: gr. s.

Harltou. (Taf. 3).

Altdänische Familie, welche von K. Christoph von
Dänemark im J. 1440 den Adelstand als „v. H.“ (mit dem
Wappen der [1684 f] dän. Familie von Hoide) in Person
des Knud Nielsen auf Nidfuglebierg erhielt.

Wappen: In B. unter einem s. Stern im Schildes-
haupte 3 s. Querströme.

Aus dem ungekrönten Helme wachsen zwei blauge-
kleidete, gemeinsam einen s. Stern haltende Arme.

Decken: b. s.

Aus dieser Familie stammt Seine Excellenz der F.
Reuss’sche Staatsminister v. H. zu Schleiz, welcher aus
Holstein gebürtig ist, wo auch noch gegenwärtig Mit-
glieder der Familie existiren.

Ifelldorf, Freiherren. (Taf. 3).

Uradelige sächsische Familie, deren Mitglieder jetzt
meist den Freiherrentitel führen und aus welcher d. d.
15. Oct. 1840 ein Mitglied den preussischen Grafenstand
in der Primogenitur erhielt.

Wappen: In S., schwebend der Obertheil eines brau-
nen, besser r. Esels (Maulthiers).

Auf dem Helme derselbe wachsend.

Decken: r. s.

Ein Freiherr v. H. im Fürstl. Reuss-Schleiz’schen
Hofdienst.

Hernuann. (Taf. 3).

Se. Durchlaucht Herr Heinrich LXH., Fürst Reuss-
Schleiz erhob d. d. 24. August 1842 den Oekonomie-Com-
missarius, Ernst Moritz Herrmann zu Dresden in den
Adelstand.

Wappen: Gespalten, vorn in G. ein halbrechts ge-
wandter in Gefechtsstellung auf schweb, braunem Erd-
stück stehender eisengeharnischter Ritter mit Schnurr-
bart, b. Feder auf der Sturmhaube, blossem Hals und
langem ^ Haar, in der Rechten ein Schwert schwingend,
die Linke gestützt auf schräg zur Erde gesenkte braune
Keule, hinten in B. ein von 2 g. Sternen begleiteter s.
Schrägrechtsbalken.

Auf dem gekr. Helme 3 g. b. s. Straussfedern.

Decken: b. g.' — b. s.

Imholf, Freiherren. (Taf. 4).

Uralte schwäbische Familie, welche zum Patriziat in
Nürnberg und Augsburg gehörte und sich in viele Linien
gespalten hat, deren mehrere Freiherrndiplome erhalten
haben.

Die hierhergehörige Hans’sche Linie zu Mörlach-
Hohenstein, welche sich meist nur von Imhoff schreibt,
stammt ab von Hans J. junior d. d. Wien 31. Dez. 1703
erhielt Joh. Hieronymus J., kurpfälz. u. F. Bamberg. Rath
und Pfleger zu Yilseck mit dem Prädikat „von Mörlach“
den Reichsadelstand.

Mitglieder der Familie stehen in Fürstl. Reuss-Schleiz’-
schen Diensten; sie führen usuell den Freiherrentitel, in
Folge ihrer früheren reichsunmittelbaren Besitzungen.

Das Wappen (nach dem Diplom 1703) ist geviertet
mit Herzschild. Stammwappen: in R. ein schreitender
g. Seelöwe, dessen Fischschweif über seinen Rücken ge-
bogen jst.

I. u. IY.: in S. 3 (2. 1.) rechtsgekehrte abgeschnit-
tene, r.-bewehrte, r.-bezungte # Büffelhälse (W. der 1597
f Imhof im Bayreuthischen).

II. u. III.: Im von R. u. S. gespaltenen Felde ein
Ring verwechselter Tinktur, (W. der f v. Gundelfingen).

Bd. II. Abth. 4.

2 gekr. Helm e.

H. I.: Stammhelm (der Löwe linksgekehrt).

H. II.: Einer der Büffelhälse.

Decken: r. g. — ^ s-

Inner von Kulsdorf, Fretlierren. (Taf. 4).

Se. Durchlaucht Herr Heinrich XXII. Fürst Reuss-
Greiz erhob d. d. 12. October 1867 Herrn Julius J., K.
Russ. Titularrath und Gutsbesitzer auf Kulsdorf in Liv-
land in den freiherrlichen Adelstand mit „v. K.“

Wappen: Getheilt, oben inB. ein wachs, s. Pelikan,
unten in G. eine eingebogene r. Spitze aufsteigend, darin
eine Rose verwechselter Tinktur, beiderseits eine derglei-
chen. — Freiherrnkrone.

Auf dem gekr. Helme eine b.-gekleidete Jungfrau
mit s. Kragen, Stulpen, flieg, g. Haar, darin ein nat.
Rosenkranz u. haltend in der Rechten 3 g. Aehren wachsend.

Decken: b. s. — r. g.

Devise s. auf b, Bande: Fromm und treu.

Kamecke, Grafen. (Taf. 4).

Pommer’sche, uradelige, von der Insel Usedom stam-
mende, dort schon 1266 erscheinende Familie, d. d. 28.
Juli 1740 erhielt Paul Anton v. K., Kgl. Preuss. Schloss-
hauptmann, den Preuss. Adelstand.

Wappen: In R. ein s. Bocksrumpf.

Auf dem r. s.-bewulsteten Helme 3 fächerförmig
gestürzte g.-bestielte s. Jagdspiesse.

D ecke n: r. s.

Schildhalter: rechts der Preussische, links der
Brandenburgische Adler.

Ein Graf v. K. lebt als Hauptmann a. D. zu Gera.

f Kaultuisgen. (Taf. 4).

Diese, jetzt ausgestorbene alte voigtländische Familie
deren Stammhaus K. bei Penig liegt, ist hauptsächlich
durch den berüchtigten Kunz v. K. in der Geschichte bekannt.

Sie besassen im Reussischen: Böhmsdorf Hirschau,
Langen-Wetzendorf. Weissendorf noch im 17. saeculo.

Wappen bei Siebm. I. 153.

Ketelliodt, Freiherren. (Taf. 4).

Uradelige Familie, stammend aus dem sogen- Nesen-
Gau (zwischen Elbe und Spree), dort schon 1230 urkund-
lich und später nach Sachsen, Thüringen, Mecklenburg etc.
verbreitet.

Der Freiherrenstand der Familie ist 1843 von Meck-
lenburg, 1854 desgl. unter Wiederaufnahme des alten rich-
tigen Wappens anerkannt worden.

Wappen: In S. 3 (2. 1.) iJQ;Kessel- (Sturm)-Hauben
mit abhängender r. Schnur.

Auf dem Helme ein - geharnischter Mannsrumpf,
mit Armstummeln, auf dem Kopfe eine der Hauben, mit
3 ^ s. Straussfedern geschmückt.

Decken: s.

Ein Freiherr v. K in Fürstl. Reuss-Schleiz’schen
Civildiensten.

Koch (v. Gottmannsgrün und Rudolfstein). (Taf. 4).

Johann David K., stammend aus Hircliberg im F.
Reuss, erhielt d. d. 7. Sept. 1815 von Sr. Maj. dem Kö-
nig von Bayern den erblichen Adelstand mit dem Wappen
der f Familie der Gotsmänner im Yoigtland, nämlich:

In G der Obertheil eines rechtsgekehrten jQ; Bockes.

Aus dem gekr. Helme wächst derselbe.

Decken: S-

Ein Nachkomme des Nobilitirten, Herr v. K. steht
in F. Reuss-Schleiz’schem Dienst.

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