Grass, Carl August von [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 9
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DER ADEL IN BADEN.

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Thurme. Rechts und links von der Spitze ein g. Löwe,
einwärts.

Kleinod: fl: S- r- s- tt bewulsteter Helm mit

wachsendem g. Löwen.

Decken; Rechts fl; g., links r. s.

Die Familie kommt auch in Tjrol und im Eisass,
hier mit etwas verändertem Wappen vor. (Siehe den
Adel in diesen Ländern).

Gleichesusteiii, Frhrn. (Tat. 7.)

Die Kaiserin Maria Theresia erhob am 23. Mai
1746 den verdienten Rath und Syndikus des nieder-
österreichischen Prälatenstandes, Johann Conrad
Gleichauf aus Tiefen, einer fürstl. Abt - Blasischen
Herrschaft, gebürtig, mit »von Gleichenstein« in den
Adelstand und derselbe ist der Stammvater der im
Grossherzogthum wohlbegüterten Freiherrn von Glei-
chenstein.

Der Freiherrnstand ist durch die Söhne des Johann
Conrad, nämlich Markwart, niederösterreichiscber Re-
gierungsrath und Karl, fürstl. Abt-Blasischer geheimer
Rath, am 9. April 1808 an das Geschlecht gelangt.

. Grundherrliche ritterschaftliche Besitzungen (1843),
nach 1809 erworben, Buchholz, Amts Waldkirch, Ober-
und Unterbüchenbach, Amts Freiburg, Antheile andern
Orte Unteralphen, Amts Waldshut, und Wieladingen,
Amts Säckingen. 1869 stimmfähige und wählbare
Grundherrn, oberhalb der Murg.

1. Stammwappen: Von G. und R. geviert. I ein
von S. und fl in zwei Reihen geschachter Querbalken,
von Rechts nach Links gezogen. II ein s. Mühleisen
oben und unten mit einem g. Stern beseitet.

Kleinod: gekrönter Helm, mit offenem fl Flug,
dazwischen wachsend ein g. Löwe mit gr. Lorbeer-
kranz.

Decken: rechts fl un(l g-> links r. s.

2. Freiherr 1. Wappen: Wie Stammwappen,

nur mit b. Mittelschild, darin ein geharnischter rechts
gewendeter Ritter mit r. Federn auf dem Helm, in
der Rechten ein Schwert emporhaltend, die Linke in
die Seite gestemmt.

Kleinode: 3 gekrönte Helme. I eine g. Strauss-
feder zwischen 2 fl. II. offener fl Flug, dazwischen
wachsend ein g. Löwe, in der rechten Pranke das
s. Mühleisen haltend. III. ein geharnischter Arm mit
Schwert, hervorwachsend.

Decken: I fl g. II rechts fl g. links r. s.

III r. s.

Göler v. Ravensburg, Frhrn. (Taf. 7.)

Schwäbischer Uradel, dessen Besitzungen in den
Cantonen Craichgau und imVogitlande lagen und der
stamm - und wappenverwandt mit den Grafen von
Heimstatt und Freiherrn von Mentzingen ist (s. d. A.)

1199 Conrad G. v. R. Bischof zu Würzburg; 1224
Friedrich G. v. R. Bischof zu Eichstädt. Im 15. Jahr-
hundert war das Geschlecht bis auf den Domherrn zu
Speyer Martin G. v. R. im iMannesstamm erloschen,
der aber beim Papste Johann XXL um Dispensation
nachsuchte, dieselbe auch erhielt und in den welt-
lichen Stand zurücktrat. Er lebte noch 1466, vermalt
mit Anna v. Hirschberg, am pfalzgräflichen Hofe zu
Heidelberg und ist näherer Stammvater der in zahl-
reichen Mitgliedern blühenden Freiherrn-Familie.

Grundherrliche Besitzungen (1843) im Grossherzog-
thum :

1. Fritzische Linie. Antheil an den Orten Dais-
bach, Amts Hoffenheim zu Sinsheim und Sulzfeld.
Antheil an Sulzfeld und an der Burg Ravensburg,
Amts Eppingen.

2. Ferdinandische Linie: Antheil an Sulzfeld, Neu-
hof und Amalienhof, Amts Eppingen. Mauer mit dem

Bd. II. Abth. 6.

Schlösschen Sorgenfrei, Amts Neckargemünd, welches
mit Schatthausen , Amts Wiesloch, 1828 nach dem f
derer von Zyllenhard (s. d. A.), an die Familie kam;
sodann Kieselbronn, Amts Pforzheim.

Das Geschlecht gehört (1869) zu den stimmfähigen
und wählharen Grundherrn, unterhalb der Murg.

Wappen: In S. ein fl g- gekrönter aufüiegender
Rabe mit g. Schnabel.

Kleinod: Kopf und Hals des Raben wie im

Schild. Hinten am Hals ein g. Kamm mit 5 g. Spitzen,
die meist mit ebensoviel Pfauenfedern besteckt sind.
Statt dieser kommen auch g. Granatäpfel vor.

Decken: fl s.

Harsch, Frhrn. (Taf. 7.)

Sollen aus dem Eisass stammen und sich zu An-
fang des 18. Jahrhunderts nach Niederösterreich ge-
wendet haben, da sich aber jetzt (conf. Taschenbuch
der freiherrlichen Häuser de 1857 etc.) abweichend
von dem badischen Staats- und Adresshandbuch, Mit-
glieder in Oesterreich Harsch v. Almedingen nennen
und das Wappen dieses als f bezeichneten Geschlech-
tes (Siebmacher II. T. 99 u. f schwäbischer Adel
Taf. III) führen, so stammt das Geschlecht wohl aus
Almedingen bei Ulm und gehörte zum schwäbischen
Adel.

Der Reichsfreiherrnstand ist 1530 an die Familie
gekommen, welche seit 1626, kaufsweise durch den
Freiherrn Konrad von Harsch die ritterschaf'tlichen,
grundherrlichen Besitzungen (1843) Holzhausen, sowie
Ober- und Unterreuthe, Amts Emmendingen besitzt.
1869 stimmfähige und wählbare Grundherrn oberhalb
der Murg.

Wappen I: Von G. und R. gespalten, rechts

2 gekreuzte r. Aeste mit 5 Stumpfen, 2. 3. an den
Seiten, links, einwärts ein fl Löwe.

Kleinod: Gekrönter Helm mit einem offenen

Flug, rechts g. mit den Aesten, links r. mit dem
Löwen.

Decken: r. g.

Wappen II: Harscher v. Almedingen in S,

stehend, ein r. g. bewehrter Stier.

Kleinod: Der Stier wachsend.

Decken: r. s.

Welches von beiden Wappen von der badischen
Linie jetzt geführt wird, ist unbekannt.

Heimstatt, Grafe«. (Taf. 7.)a

Schwäbischer Uradel, eines Stammes und Wappens
mit den Göler v. Ptavensburg, der seinen Namen vom
Marktflecken Helmstadt im A. Neckarbischofsheim hat
und zur unmittelbaren Reichsritterschaft im Canton
Craichgau gehörte.

Diether v. H. 1270 Ritter. Raban 1396 Bischof
zu Speyer, zugleich Erzbischof und Churfürst zu Trier
1420. Damian f 1442 Herr zu Dürrkastel. Jakob,
zweiter Sohn des vorigen zuerst Hofmeister des Fürst-
bischofs zu Metz, nachher kurpfälzischer Hofmeister,
fiel 1522 vor Metz. Er führte, wie die heutigen Gra-
fen, als Kleinod die Hörner.

Freiherr Franz Ludwig, geb. 17.0kt. 1752 f 3. April
1841, verm. mit Karoline de Broglie, wurde 1792 Graf
(von Frankreich?) war französischer marechal de
camp und im Besitz der Grafschaft Mörchingen in
Lothringen. — Von den sonst bestehenden vielen
Linien und Aesten des Geschlechts blüht gegenwärtig
nur die gräfliche in Baden. Familiensitz Hochhausen
am Neckar. Weitere grundherrliche Besitzungen sind
im Amt Neckarbischofsheim und Amt Neudenau:
Hasselbach, Neckarbiscbofsheim nebst Helmhof, Ober-
bingelhof und Antheil an Kälbertshausen.

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