Grass, Carl August von [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 64
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DER ADEL IN BADEN, freiherrn .

Die Familie Monbrison ist im vorigen Jahrhundert
erlöschen und mit der Erbtochter Micheline, erheirathete
Dominique de. Bernard, aus einem französischen
Adelsgeschlecht der Bourgogne, deren Güter und ver-
einte Namen und Wappen.

Yon ihm stammen die Bernard de Montbrison,
die bis vor Kurzem in Baden angesessen waren.

Wappen: von G. u. 44 geviert. I. u. IV. ein b.
rechter Schrägbalken, belegt hinter einander mit 2 g.
Sternen, dazwischen ein g. Halbmond (Bernard) II. u. III.
der s. Zinnenthurm (Montbrison).

Kleinod: Krone.

(Gritzner Elsässer Adel S. 30 Taf. 35).

Müllenheiin. (Taf. 38).

Uradel aus dem Eisass, woselbst derselbe in sehr
vielen, durch die Helmkleinode, im Wappen unterschiedene
Linien und Aeste blühte und theilweise noch blüht, (vide
Elsässer Adel dieses Werkes).

Anton Ludwig Ferdinand Freiherr v. M.,
vormals bischöflich strassburg’scher Oberjägermeister,
wurde 1803 mit den diesseitigen Theilen des Bisthums
übernommen und ward Oberforstmeister in Ettenheim
alsdann auch Kammerherr und f daselbst 1825 im Pen-
sionsstande. Ludwig Freiherr v. M., wohl der Sohn
des Vorigen, war 1807 Holjunker und Secondelieutenant
nahm aber schon 1808 seinen Abschied.

Die Familie besitzt oder besass ehemalige Lehen zu
Offenburg.

Der Freiherrnstand ist unter dem 6. August 1773
von Frankreich anerkannt worden.

Wappen (Siegelabdruck): im r. Schild mit g. Borde
eine s. vierblätterige Rose, mit g. Samen und gr. Kelch-
blättchen.

Kleinod: gekrönt, eine s. zwischen zwei r. Strauss-
federn.

Decken: r. s.

(Minister. Akten, v. Wechm. S. 18 u. 53 etc.)

Müller von Friedberg. (Taf. 38.)

Altes ritterliches Geschlecht aus der Schweiz, wo-
selbst am Zürclier-See das Stammschloss Fried-
berg liegt. Mitglieder finden sich im Johanniterorden
aufgeschworen und in den Diensten des Fürst-Abts zu
St. Gallen, so u. a. Franz Josef, Landeshofmeister
und Hofmarschall zu St. Gallen, welchem 1774 von
dem Kaiser Josef II. der alte Ritterstand bestätigt wurde
und der am 6. December 1791 den Reichsfreiherrnstand
an seine Familie brachte.

Ein Nachkomme desselben, der in holländischen Dien-
sten gestandene Major Anton, hat sich in Constanz
niedergelassen.

Wappen in 44 ein S- Mühlrad mit 4 Speichen und
8 Schaufeln.

Kleinode: 3 gekrönte Helme. I. 6 Straussfedern
44 g- 44 £• 44 S- II. das Mühlrad. III. geschlossener
Flug rechts 44 »• links g. 44 getheilt.

Decken überall +4 g-

(Familiennachrichten. Freiherrn-Taschenbuch etc.)

Münchingen. (Taf. 38).

Dieses uradeliche Geschlecht, das 1853 erloschen sein
soll, kam hauptsächlich in Würtemberg vor (siehe diese
Abtheilung), gehörte zur schwäbischen Reichsritterschaft
und führt daher das freiherrliche Prädikat. Aus dem-
selben war Ludwig Wilhelm, Obrist a. D. und noch
1834 badischer Kammerherr.

Wappen: in S. ein gekrönter 44 Löwe.

Kleinod: der Löwe wachsend.

Decken: 44 s.

(Hof- und Staatshandbücher, v. Wechm. S. 29 etc.)

Münzesheim. (Taf. 3S.)

Markgraf Friedrich VI. von Baden f 1677,
gab um 1675 seinen beiden natürlichen Söhnen Frie-
drich und Bernhard den Marktflecken Münzesheim,
Amts Bretten zu Lehen, nafeh dem sie sich zu nennen
hatten. Als aber darüber mit Baden und der Reichs-
ritterschaft Streitigkeiten entstanden waren, trat 1761
Friedrich August von Münzesheim das Dorf gegen
eine Geldsumme wieder an Baden ab.

Friedrich Adolf Freiherr v. M. war 1792 Kam-
merherr und Oberforstmeister zuKirchberg in der Graf-
schaft Sponheim, wurde 1793 von den Franzosen ver-
trieben und lebte in Hilsbach, Amts Sinsheim bis
1803, wo er wieder als Oberforstmeister nach Bruchsal
kam und daselbst 1812 starb. Sein Bruder Karl Wil-
helm Freiherr v. M., war Kammerherr, Reisemarschall
und Hofmarschall und f 1814 zu Karlsruhe als Geheime-
rath. Friedrich August Frhr. v. M., Kammerherr seit
1806, starb 1823 zu Bretten, nachdem er Forstmeister
in Eppingen gewesen war. Sein Sohn Dr. Friedrich
Alexander, seit 1838 Hofjunker, wurde 1841 Hofge-
richtsadvokat zu Rastatt und 1842 Kammerjunker; er
scheint als der Letzte der Familie verstorben zu sein.

Der Freiherrnstand ist anerkannt.

Wappen (nach Siegelabdrücken): geviert. I. u. IV.
ein Lorbeerkranz. II. u. III. zwei gekreuzte Lanzen-
fähnlein.

Kleinod: zwei Helme. I. der Lorbeerkranz. II. die
Fähnlein.

Decken: ?

Die Farben waren nicht zu ermitteln.

(Minist. Akt. Badisches Lexicon S. 798. Hof- und
Staatshandbücher, v. Wechm. S. 24. 29. 38. 52. 53.
300 etc.)

Nenbronn v* Eisenlmrg. (Taf. 39.)

Ulmer altes Patricier-Geschlecht, welches sonst den
Namen Neubronner führte und sich auch in einem
Zweige noch so schreibt. Der herzogl. würtemberg’sche
Oberst Max Ernst, schrieb sich zuerst mit Weglassung
der Endsilbe des Familiennamens: Neubronn zu Eisen-
burg, nachdem dieses Rittergut längst in andere Hände
übergegangen war.

Ein Nachkomme desselben, Ludwig August Frei-
herr N. v. E. geb. den 8. März 1772 auf dem Familien-
gut Kleinglattbach im würtemberg’schen Oberamt
Vaihingen, trat 1792 in badische Militärdienste, machte
die Befreiungskämpfe gegen Frankreich mit und starb
den 16. September 1823 zu Bruchsal im Pensionsstande,
als Obrist des Infanterieregiments Markgraf Ludwig und
Kammerherr. Von ihm stammt die bis heute noch im
Grossherzogthum blühende Linie des Geschlechts.

Ernst Friedrich Kammerherr und Oberforstmeister
in Schwetzingen 4 daselbst den 31 December 1830.

Wilhelmine Freiin v. N. war Stiftsdame des
evangelischen Damenstifts zu Pforzheim. Freiherr
Wilhelm N. v. E. ist General der Infanterie und Ge-
neraladjutant des Grossherzogs.

Ein Bruder des Generals Leopold N. v. E. ist kgl.
preuss. General zur Disposition, ein Vetter Karl aber
Oberrechnungsrath. Von den beiden Söhnen des Letzteren
ist Franz kgl. preuss. Hauptmann der Artillerie und
Ferdinand Ministerialrath im Ministerium des gross-
herzoglichen Hauses, der Justiz und des Auswärtigen.

Die Freiherrnwürde beruht auf vormals reichsritter-
schaftlichem Besitz.

Der erste der Familie, der einen Wappenbrief, mit
Lehnartikel erhielt, war Lorenz Newprunner, derselbe
ist zu Wien den 23. Juli 1560 ausgestellt. Einen zweiten
aber erlangten Innsbruck den 27. Februar 1563: Pe-
ter, Mathias, Johann, Jacob, Georg und Peter
Neubrunner.
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