Grass, Carl August von [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 71
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DER ADEL IN BADEN, eeeiheeen.

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ritterschaftliche Hofgut zu Ortenberg, sowie ein Hans
zu Offenburg, welches durch seine einzige Tochter,
vermählt mit Johann Jacob Helfrich von Mollen-
bec an diese Familie gelangte- (s. d. Art.). Mit dem
rheinischen Freiherrn von Ried hat das schwäbische Ge-
schlecht keinen Zusammenhang.

Wappen: in G. ein laufender ^ Hund (Rüde?) mit
r. b. Halsband, daran eine r. u. eine b. Quaste.

Kleinod: gekrönt, wachsend Kopf und Hals des
Hundes.

D ecken: g.

(Badisches Lexic. S. 861. Cast. Adelsbuch für Ba-
den S. 137. Tyroffs Wappenbuch Bd. II S. 9.)

Rieneck. (Taf. 42.)

Diese freiherrliche Familie stammt aus Tyrol, nach
Anderen aus Offenburg. Johann Rieneckher, ge-
heimer Kanzlist in erzherzogl. österreichischen Diensten
erhielt durch Erzherzog Leopold, Ensesheim den

14. Januar 1625, einen Wappenbrief mit Lehenartikel. —
Johann Karl war Rath in fürstbischöfl. Strassburgischen
Diensten, Mitglied des Raths und Städtemeister der Reichs-
stadt Offenburg, auch 1678 Abgeordneter dieser Stadt,
bei der Reichsversammlung zu Regensburg. Dessen
Sohn Franz Anton, bekleidete gleichfalls die Raths-
und Städtemeisterstelle daselbst und dessen Sohn Franz
Georg, der ebenwohl Städtemeister und 1756 Reichs-
schultheiss zu Offenburg war, wurde vom Kurfürsten
Karl Theodor, als Reichs Verweser, München den 4.
Juli 1792 in den Reichs-Kurfürstenthums- und Erblande-
Freiherrnstand erhoben und zwar für sich und seine ehe-
lichen Nachkommen.

Die Familie besass einLehen zu Altenheim, Amts
Offenburg und bürgerliche Güter in Gengenbach,
Amts Offenburg. — Joseph Frhr. v. R., k. k. öster-
reichischer Obristlieutenant lebte 1810 in Offenburg u.
f daselbst 14. April 1815, Ludwig Frhr. v. R. aber
k. k. österreichischerMajorin Gengenhach, lebte noch
1815 daselbst. Mit ihm scheint das Geschlecht, wenig-
stens in Baden, erloschen zu sein.

Stammwappen (1625): in B. eine bis zum Schil-
desrand aufsteigende g. Spitze, darin ein pp Adler. Auf
jeder Seite der Spitze eine g. Lilie.

Kleinod: wachsender Mann, rechts g., links ge-
kleidet, b. Gürtel, g. S- b. Bund um den Kopf mit
links abflatterndem ££ u. b. Band, Kragen und Aermel-
aufschläge in verwechselten Farben. In der rechten Hand
hält derselbe eine von B. u. G. gespaltene Lilie, die Linke
ist in die Seite gestemmt.

Decken: rechts ^ g-> links b. g.

Freiherrliches Wappen (1792): von B. u. R.
geviert, I. u. IY. g. Sparren, darunter ein ff Adler,
rechts u. links eine g. Lilie. II. u. III. einwärts sprin-
gend ein s. Fuchs.

Kleinod: zwei gekrönte Helme. I. der Mann, wie
zum Stammwappen, indessen Hut und Gürtel ebenfalls in
gewechselten Farben. II. der s. Fuchs nach rechts sprin-
gend.

Decken: rechts b. g., links r. s.

(Minist.-Akten. Heyer v. Rosenf.)

Ritz. (Taf. 42.)

Aus diesem alten jülichschen und kölnischen,
unter der dortigen Ritterschaft aufgeschworenen Ge-
schlecht, wendete sich eine Linie in die kurpfälzischen
Lande und kam wahrscheinlich von da nach Baden, wo-
selbst sich Ferdinand Maria Hermann Joseph,
geb. 5. Januar 1755, zuerst findet. Er war badischer
Geheimerath, ehedem fürstbischöflich speyrischer Hofmar-
schall und y den 11. November 1881 zu Ueberlingen.
Von seinen Söhnen war August Frhr. v. R. Oberforst-
meister u. Kammerherr zu Offenburg u. Karl Adolf

starb 1813 in russischer Gefangenschaft als Unterlieu-
tenant.

Seit dem 4. Januar 1790 war die Familie bei der
vormaligen Reichsritterschaft, Bezirk Orten au, imma-
trikulirt und besass auch zu Offenburg ein Haus,
das jetzt Tabaksfabrik ist. Als zur ehemaligen Reichs-
ritterschaft gehörend, führen die von Ritz das Frei-
herrnprädikat.

W appen: in G. auf r. Schildesfuss, 3 r. Degen,
die sich mit den Spitzen berühren. Der mittlere steht
senkrecht, die andern rechts und links schräg.

Kleinod: gekrönt mit r. Kreuz zwischen offenem,
ebenfalls beiderseits mit r. Kreuz belegtem, g. Flug.

Decken: r. g.

(Hof- u. Staatshandbücher. Badisches Lexic. S. 861.
v. Wechm. S. 19, 39, 53.)

Rivalier v. Meyseuljiig.

Diese Familie stammt aus der Gegend von Nismes,
Departement Gard, im südlichen Frankreich und
aus ihr flüchtete Louis Rivalier, als Calvinist, nach
der Aufhebung des Edikts von Nantes, 1685 nach
England, seine Nachkommen aber nahmen Dienste in
Kurhessen. Sein Urenkel: Louis Karl Georg Phi-
lipp R. geb. 1767 f 1840 wurde daselbst geheimer Ca-
binetsrath und Staatsminister der auswärtigen Angelegen-
heiten und des kurfürstlich hessischen Hauses. Auch er-
hielt derselbe den 28. Juli 1825 vom Kurfürsten Wil-
helm II. mit „von Meysenbug“, demNamen eines er-
loschenen alten hessischen Adelsgeschlechtes, den erbli-
chen Adelstand, und der Kaiser Franz I. von Oester-
reich erhob ihn, Wien den 15. Februar 1834, als Com-
mandeur des kaiserl. Österreich. Leopolds-Ordens, in den
erblichen Freiherrnstand. Das österreichische Indigenat
hatte derselbe bereits, Wien den 1. November 1829 er-
halten.

Von seinen Nachkommen war Wilhelm Hermann
Moritz, geb. den 11. Januar 1813 zu Cassel und f

15. Febr. 1866, grossherzogl. badenscher Kammerherr u.
Minister des grossherzoglichen Hauses u. des Aeussern.
Die Familie ist in Hannover begütert und hat sich
auch nach Oes terreich u. Lippe-Detmold verzweigt.
In Preussen erhielt dieselbe Erlaubniss zur Fortführung
des Freiherrntitels am 29. Juli 1869.

Wappen: von G. u. Gr. getheilt, oben ein mit dem
Fang schräg rechts, dem Schenkel aber schräg links, auf-
wärts gewendeter ff Adlerf'uss (v. Meysenbug), unten
ein dreilätziger g. Turnierkragen (Stammwappen).

Kleinode: drei gekrönte Helme. I. offener Flug,
rechts g. mit dem einwärts gewendeten Lg Adlerfuss,
links gr. mit dem g. Turnierkragen. II. stehend ein ff
Rabe. III. zwei von G. u. ff abwechselnd getheilte
Hörner.

Decken: 1. u. II. ff g. III. gr. g.

Schildhalter: zwei g. bewehrte Adler.

Das Wappen der erloschenen Herrn von Meysen-
bug war: in G. rechts gekehrt, der Vogelschenkel
mit Kralle.

Kleinod: gekrönt, offener g. Flug, beiderseits mit
dem Vogelschenkel belegt.

D e cken: ±£ g.

(Minist. Akten. Hof- u. Staatshandbücher. Freiherrl.
Taschenb. 1866 u. 1871. Gritzner, Matrikel S. 146. An-
hang S. 15.

Roesdorf-Salm. (Taf. 43.)

Hermann Joseph Karl Roesdorf-Salm, Sohn
des Prinzen und Altgrafen Karl Josef Ernst
Maria Guido zu SalmReiferscheid-Krautheim,
geb, den 12. September 1803 f 7. März 1864 in Baden,
als kgl. preussischer Major a. D., aus ungleicher Verbin-
dung mit Thekla Roesdorf aus Salem, wurde Wien den
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