Siebmacher, Johann [Bibliogr. antecedent]; Grass, Carl August von [Oth.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Page: 76
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/siebmacher2_6/0090
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
76

DER ADEL IN BADEN, freiherrn.

Stammwappen (1816): von R. u. G. getheilt, oben
ein pp gekrönter pp Adler, unten schreitend ein pp Bär.

Kleinod: gekrönt mit 2 Hörnern, rechts r. g.,

links g. r.

Decken: r. g.

Vermehrtes Wappen (1844): von R. n. Gr. ge-
theilt, der gekrönte Adler oben s., der Bär unten pp.

Kleinod: zwei gekrönte Helme. I. der s. Adler
links sehend, stehend. II. der pp Bär wachsend.

Decken: rechts r. s., links pp g-

(Hof- u. Staatshandbücher, v. Wechm. S. 12. Frei-
herrliches Taschenbuch. Nass. Verordnungsblatt etc.)

Seckendorf. (Taf. 45.)

Fränkischer Uradel, der über ganz Deutschland
und Oesterreich verbreitet ist, reiche Besitzungen hat
und in viele Linien und Aeste zerfällt. Das Geschlecht
war bei der Reichsritterschaft Canton Steigerwald,
Rhön-Werra, Altmühl, Odenwald etc. immatriku-
lirt; die Freiherrnwürde steht ihm daher zu, dem unge-
achtet aber, erhielt Christoph Siegmund v. Secken-
dorf, Linie Aberdar, Ritterhauptmann des Kantons
Altmühl und Steigerwald, Wien den 5. September
1706 mit „Wohlgeboren“ und Wappenbesserung als Reichs-
und Erbländischer alter Panner- und Freiherr ein Reichs-
freiherrndiplom und Friedrich Christoph Frhr. v. S.,
aus der Gütend’sehen Linie k. k. Hauptmann und Rit-
terrath eine Bestätigungs-Urkunde, mit dem Zusatz, dass
der Freiherrnstand des ganzen Geschlechtes in dem Reichs-
grafendiplom vom 2. April 1710 anerkannt worden sei.

Friedrich Wolfgang Frhr. v. S. war 1792 badi-
scher Kammerherr. Albrecht Frhr. v. S. vorher mark-
gräfl. ansbach’scher Staatsminister und Kammerpräsident,
auch Ritterhauptmann des Kantons Baunach, dann wür-
temberg’scher Staatsminister, wurde 1814 badischer Staats-
und Finanzminister und p 5. Septbr. 1884 in der Schweiz.
Charlotte Freiiu v. S. war Stiftsdame des evangelischen
Damenstifts zu Pforzheim, 1798 Aebtissin und f daselbst
den 12. Juli 1812. Franziska Freiin v. S. war eben-
falls Aebtissin dieses Stiftes und p 23. April 1816 zu
Pforzheim. Auch Henriette Freiin v. S. war 1834 Aeb-
tissin daselbst.

Wappen: in S. ein in Form der Zahl 8 zusammen-
geschlungener r. Lindenzweig mit 8 r. Blättern, zwei an
den beiden Spitzen des Zweigs und 3 an jeder Seite,

Kleinod: r. hermelingestülpter Hut, besteckt mit
6 fp Hahnenfedern, von denen je 3, sich kreuzend', nach
rechts und links sich neigen.

Decken: r. s.

(v. Wechm. S. 30. 37. 62 etc. Freiherrn-Taschenbuch,
Heyer v. Rosenf.)

Seebach, (Taf. 45.)

Thüringisches uradeliges Geschlecht, das auch in den
sächsischen Landen, Preussen u. Oesterreich
vorkommt, und dessen Freiherrnstand, wenigstens in einer
Linie, laut amtlicher Bekanntmachung, Dresden den
8. Januar 1866 Anerkennung für die k. sächsischen Lan-
den, erhalten hat.

Auch Julius Adolf v. S. grossherzogl. badischer
Oberlieutenant im zweiten Dragoner - Regiment, Markgraf
Max ist im Hof- und Staatshandbuche de 1865 (S. 145)
mit dem Freiherrntitel auf geführt. Derselbe gehört zu
den Nachkommen des Hans Wolf Friedrich v. S.,
fürstl. sachsen-weissenfels-querfurt’scher Landkammerrath
f zu Grossengottern am 2. Febr. 1762 und dessen
Gemalin: Henriette Charlot’te Cathrine von

Langelen.

Wappen: in S. drei r. Seeblätter (2. 1.).

Kleinod: r. gekleideter, armloser Mannesrumpf mit
s. Kragen, r. Mütze mit s., spitz zulaufendem Stulp.

Decken: r. s.

(Minist, Akten.. Hof- u. Staatshandbücher. Kneschke.
Adelslex. Bd. 8. S. 427 etc.)

Sensburg. (Taf. 45.)

Die Familie S. ist aus Baiern 1783 durch Ernst
Philipp, geb. den 1. Juli 1752 zu Lonnerstadt bei
Bamberg, in fürst - bischöflich speirische Dienste ge-
kommen. Derselbe war Hof - und Regierungsrath in
Bruchsal, wurde 1803 von Baden übernommen und
stieg, da man bald in ihm den brauchbaren Staatsmann
erkannte, in immer höhere Stellen auf, war 1817 bereits
Direktor vom Ministerium des Innern, 1824 aber Mitglied
des Staatsministeriums und f am 3. Juli 1831 zu Karls-
ruhe, seit 1830 pensionirt.

Der Genannte ist als Staats- und Cabinetsrath,
durch den Grossherzog Carl, Karlsruhe den

4. August 1815, in den erblichen Freiherrnstad erhoben
worden.

Die Familie blüht noch im Grossherzogthum. Frei-
herr Franz v. S. ist Kammerjunker und Oberzollinspek-
tor zu Altbreisach.

Wappen: In S., mit r. Einfassung, ein pp aufge-
mauerter Burgthurm, mit 3 Zinnen, offener Thüre und
einem Fenster darüber. Ueber dem Thurm, liegt schräg-
rechts, mit dem Stiel an die linke Zinne angelehnt, eine
s. Sense.

Kleinod: 2 gekrönte Helme. I. 3 s. Straussfedern.

II. an s. gekreuzten Lanzen mit g. Spitze, rechts ein r.,
links ein s. Fähnlein jedes derselben mit g. Stern belegt.

Decken: rechts u. links r. s.

(Minist. Akt. Badisches Lex. S. 1021. v. Wechm.

5. 30, 38. 42. Hof- u. Staatshandbücher etc.)

Soiron. (Taf. 45.

Diese Familie stammt aus dem Lüttich’schen. Aus
derselben wurde der geheime Rath und Domainen-Direktor
des Fürstbischofs von ^Lüttich, Servatius Lorenz
Nicolaus de Soiron, vom Kurfürsten Karl Theo-
dor von der Pfalz, München den 9. März 1784, in
den erblichen Freiherrnstand erhoben. Nach Auflösung
des Kurstaates kam das Geschlecht in’s Badische.

Alexander Freiherr v. S., geb. den 2. August
1806, war Oberhofgerichtsadvokat zu Mannheim, be-
kannt durch seine hervorragende Thätigkeit im 1848r
deutschen Parlament zu Frankfurt a. M.

Wappen (1784): Nach Siegelabdruck und dem la-
teinischen Diplom: geviert mit g. Mittelschild, darin
schrägrechts übereinander, die Spitzen nach unten gekehrt,
3 gewundene Lt Muscheln (tres bombicini felliculi, vulgo
dactyli). I. u. IV. in B. das Brustbild eines Jünglings
(pugilis figura juvenis), dessen g. Gewand unten in Form
einer Lilie endet. In der Rechten hält derselbe eine s.
Keule (clavam) und die Linke ist in die Seite gestemmt.

II. u. III. von pp und R. getheilt, mit einem ge-
krönten Löwen in gewechselten Farben.

Kleinode: 3 gekrönte Helme. I. der g. gekleidete
Jüngling wachsend. II. der Mittelschild zwischen offnem
Adlerflug, der r. und pp getheilt ist III. wachsend der
gekrönte r. pp getheilte Löwe.

Decken: I. b. g. II. rechts b. g., links pp r.

III. oben r. g. unten p± g.

(Minist. Akten, v. Wechmar S. 52. Hof- und Staats-
handbücher. Ziegler-München etc.)

Sonnenthal. Taf. 46.)

Johann Baptist Freiherr von Sonnenthal war
vorher Oberamtmann zuStockach, 1811 aber Kreisrath in
Constanz, wurde 1814 Hofgerichtsrath zu Meersburg
und p im Pensionsstand am 17. April in Ueberlingen.

Näheres über sein Geschlecht ist nicht bekannt,
warscheinlich ist er aber ein Nachkomme des Josef
loading ...