Siebmacher, Johann [Begr.]; Grass, Carl August von [Bearb.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 89
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DER ADEL IN BADEN, edelleute.

tersten Eisen, mit s. Spitze aufstehend, ein s. Schwert
mit g. Griff.

Kleinod: gekrönt, geharnischter Schwertarm, wach-
send.

Decken: b. s.

(Hof- und Staatshandbücher. Heyer v. Rosenfeld.
Stammbuch Bd. I S. 91 etc.).

Beils de Pino. (Taf. 52).

Diese Familie stammt aus dem Fürstenberg’schen,
wohin sie aus Mailand gekommen, und wurde von dem
kaiserlichen Pfalzgrafen Fürsten Josef Wilhelm
Ernst von Fürstenberg in der Person des Reichs-
Gotteshaus-weingarten’schen Raths und Kanzlers
Josef Anton Maria Belli mit „de Pino“ am
20. Juni 1759 in den erblichen Reichs-Adelstand erhoben.

Seine Nachkommen finden sich in Baden und
B a i e r n.

Anton Maria B. deP. war grundherrlich von rei-
schach’scher Amtmann zu Immendingen, zuletzt aber
1827 Amtsrevisor zu Ueberlingen und j daselbst den
23. Juni 1835. Friedrich v. B. ist Rechtsanwalt zu
Pforzheim (1869).

Wappen: von G. u. B. getheilt. Oben ein gekrönter
# Adler, unten ein doppelt gebundenes, von oben her
angezündetes Holzbüschel in natürlicher Farbe.

Kleinod: gekrönt, der gekrönte Adler wachsend.

Decken: 44: g.

(Fürstl. Haupt-Archiv zu Donaueschingen. Hof- und
Staatshandbücher, v. Wechm. S. 51. 57 etc.).

Berckiiolz. (Taf. 52).

JohannJakobBerckholz, Grosshändler zuRiga,
wurde am 25. März 1793 in den erblichen Reichsadelstand
erhoben. Seine Nachkommen machten sich im Grossher-
zogthum ansässig und erbauten im mittelalterlichen Styl
das Schloss Ortenberg am Eingänge des Kinzigthaies
über dem Pfarrdorf Ortenberg im Amte Offenburg.
Sie besitzen aber auch in Karlsruhe Haus und Park.

Wappen I.: Hnter durch s. Balken abgetheiltem r.
Schildeshaupt, in B. auf g. Hügel ein g. Baum (Birke).

Kleinod: gekrönt auf einem rechtsgekehrten Ast,
zuweilen mit g. Blättern, ein ^ Birkhahn zwischen offe-
nem Flug, rechts r. s., links s. r. getheilt.

Decken: rechts b. g., links r. s.

Wappen H.: getheilt, das obere Feld von R. u. S.
getheilt, unten in B. auf g. Grunde die g. Birke.

Kleinod: gekrönt. Zwischen einem offenen rechts
r. s., links s. r. getheilten Flug sitzt der ^ Birkhahn
auf der Krone.

Decken: rechts r. s., links b. g.

(Badisches Lexicon S. 867. Heyer v. Rosenf. etc,).

Berg. (Taf. 52.)

Diese adelige Familie ist mit Eberhard Friedrich
v. B., geb. in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhun-
derts, aus fürstl. löwenstein-wertheim’schen Dien-
sten 1806 in grossherzoglich badische gekommen. Der
Genannte war 1824 Direktor des Main- und Tauberkreises,
dann Direktor der evangelischen Kirchensektion zu Karls-
ruhe und starb daselbst, als Geheimerrath, am 19. Nov.
1843.

Weiter werden als Staatsdiener gefunden:

Friedrich v. B., Anwalt zu Offenburg, Karl v. B.,
Amtmann zu Freiburg, und August v. B., Bezirksförster
zu Lörrach.

Heinrich Günther v.B., grosslierzogl. oldenburg’-
scher Geheimerrath, Mitglied des Staats- und Kabinets-
ministeriums, wurde durch allerhöchstes Handschreiben,
Schönbrunn den 19. Juni 1838, und Diplomsausfertig-
ung: Wien den 29. August 1838, in den österreichischen
Bd. II. Abth. 6.

Freiherrnstand erhoben. Wahrscheinlich gehört derselbe
zu dieser Familie, zumal auch das Wappen genau das-
selbe, wie unten beschrieben, ist.

Wappen: in S., b. umrandet, auf gr. Boden stehend,,
eine natürliche Gemse.

Kleinod: gekrönt, die Gemse wachsend.

Decken: b. s.

(Minist. Akten. Badisches Lexic. S. 98. v. Wechm.
S. 38. 41. 50. 52. 58. 302 etc. Hof- u. Staatshandbücher.
Gritzner. Heyer v. Rosenf. etc.).

Bertie. (Taf. 53.)

Stammen aus England von denen Bertie deNetter-
Hall, nicht aus Frankreich, wie zuweilen angenommen,
wird.

Die drei Brüder: Eduard, Wilhelm und Karl
v. B. begaben sich nach Niedersachsen in die Dienste des
Herzogs Heinrich des Löwen, der ihnen die Güter
Gross- und Klein-Schenkenberg, Trenkhor st und
Mönkhagen bei Lübeck als Lehen überliess. Kaiser
Otto IV., Herzog Heinrichs Sohn, vermehrte dem
Otto Wilhelm v. B. das Wappen mit dem lüneburg’-
schen Ross mit b. Schweife. Mitglieder der Familie
gelangten von hier aus insHohenlohische, und Karl
Gustav, geb. 10. Novbr. 1675, verm. 1712 mit Klara
Benigna v. Walshof, erheirathete die zum fränkischen
Reichsritterkanton gehörenden Güter zu Merchingen
und Lenzen weiler. Er war hessen-rlieinfelsischer
Major und f 5, September 1735 als Oberstallmeister des
Grafen Hohenlohe-Waldenburg.

Mitglieder der deutschen Linie im Hohenlohe’schen
nahmen fürstbischöflich speierische Dienste in Bruchsal
und wurden 1803 von Baden übernommen. So Karl v. B.,
der im Garnisonsregiment von Lindheim stand, 1806
als Major seine Pension erhielt und am 27. Juni 1831 zu
Karlsruhe starb. — Ferner Franz v. B., Kapitän im
9. Landwehrbataillon, der 1816 quittirte und am 24. Juni
1829 zu Bruchsal starb. Der Letzte dieses Geschlechtes
in Baden ist gräflich Leiningen’scher standesherrlicher
Forstbeamter in Billigheim.

Stammwappen: in B. ein ausgeschupptes s. Schild,
darin übereinander drei s. Mauernbrecher mit b. Widder-
köpfen und mit 2 b. Reifen beschlagen, an jedem derselben
ein b. Ring.

Kleinod: gekrönt, wachsend, ein armloser, s. bärti-
ger, gekrönter g. gekleideter Mann, belegt mit einer b.
schräglinken Weilenbinde.

D ecken: b. s.

Vermehrtes Wappen, wie es noch jetzt geführt
wird: VonS. u. G. getheilt. Oben die drei Mauerbrecher,
wie im Stammwappen, das Schild ohne Einfassung. Unten,
rechtsspringend, ein Ross mit b. Schweif.

Kleinode: zwei gekrönte Helme. I. zum Stamm-

wappen, die Binde des Mannes schrägrechts. II. drei
Straussfedern: g. b.

Decken: I. b. s., II. g.

(Ministerial - Akten, v. Wechm. S. 9. 12. 21. Heyer
v. Rosenf.).

Beyer. (Taf. 53.)

Preussische Familie, im Grossherzogthum bedienstet
und zwar erst in neuester Zeit.

Friedrich August, Obrist und Chef der Control-
abtheilung des kgl. preussischen Kriegsministeriums, wurde
von seinem Könige am 3. Oktober 1859 in den Adelstand
erhoben. Er war später in badischen Diensten Präsident
des Kriegsministeriums. Jetzt ist derselbe Commandeur
von Coblenz.

Wappen: in R. ein fascettirtes s. Andreaskreuz, be-
legt mit b. Mittelschild, darin zwei geschrägte s. Schwerter
mit g. Griffen. In jedem der 4 Winkel des Kreuzes ein
g. Hufeisen, die Oeffnung nach unten.

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