Sondheim, Moriz
Gesammelte Schriften: Buchkunde, Bibliographie, Literatur, Kunst u.a. — Frankfurt a.M., 1927

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seine Resultate niedergeschrieben/) von der Herausgabe der
neuen Lieder spricht er nicht. Auch Goedekes Grundriß er-
wähnt sie nicht. Ein Exemplar befindet sich im Besitze des
Freiherrn von Bernus auf Stift Neuburg; es ist dem von
Schlosser benutzten Manuscript beigebunden.s) Ein anderes
Exemplar verehrte Schlosser Lappenberg im Jahre 1818, ein
drittes besaß Wilhelm von Humboldt, der es dem Staatsminister
von Stein überließ, aus dessen Besitz es ebenfalls in die Hände
Lappenbergs überging. D Dem Goethe-Museum des Hochstiftes
in Frankfurt wurden „die seltenen Lieder des Frl. v. Kletten-
berg" im Jahre 1897 geschenkte) Unsere Stadtbibliothek be-
sitzt ein Exemplar (Poet. Ff. Klettenberg 501), das Schlosser
im Jahre 1846 mit einem eigenhändigen handschriftlichen An-
hänge von 23 Seiten vermehrt hat, in welchem er biographische
Notizen, die Entstehungsgeschichte seines Druckes und sieben
weitere Lieder mittheilt, die er zum Theil Frl. von Klettenberg
zuschreibt. Datirt ist dieser Anhang: St[ift] N[euburg] 22. Jul.
1846. Das Material, das er enthält, ist größten Theils fast wört-
lich in den drei Jahre später erschienenen Reliquien von Lap-
penberg wiederholt. Wir geben nachstehend einige kurze Aus-
züge von Stellen, die Lappenbergs Angaben teilweise ergänzen.
„Eine Abschrift vorstehender Lieder, S. 5—16, erkaufte ich
im Jahre 1808, — auf keinen Fall bedeutend früher oder später,
— zu Frankfurt in der v. Loen'schen Bücherauction. Um den
vielfachen Wünschen nach Abschriften zu genügen, ließ ich
im Jahre 1809 den vorstehenden Abdruck auf meine Kosten,
zur Mittheilung an Freunde veranstalten, dem ich, der Voll-
ständigkeit wegen, auf S. 3, 4 die erwähnte von Geßner gege-
bene Nachricht einverleibte.
Der Abdruck selbst, sowie der Titel, ist der erkauften Ab-
schrift wörtlich entsprechend; nur nicht selten darin vorkom-
mende orthographische Fehler wurden verbessert. Das Citat U
S. 7 findet sich nicht im Manuscript. S. 10, Z. 11 heißt es in
letzterem „Gabe hin", welches im Abdruck in das wohl unbe-
zweifelt richtige „Grab dahin" verbessert ward. S. 15, Z. 3
steht im Manuscript „schaf", was ohne Zweifel „scharf" ge-
lesen werden mußte.
Ein Exemplar des Abdrucks dieser Lieder ließ ich durch
Herrn Doctor Lappenberg, der mich — vor dem J. 1820, auf
keinen Fall später — in Frankfurt besuchte,D mit einigen
Notizen und Nachrichten über die Dichterin, an den Freund
0 Goethe-Briefe aus Fritz Schlossers Nachlaß. Herausgegeben von Julius
Frese. 1877. S. 8.
2) Im Jahre 1895 unter Nr. 235 in der Ausstellung „Goethe in seinen Be-
ziehungen zu Frankfurt" im Fr. D. Hochstift in Frankfurt ausgestellt.
2) Reliquien der Fräulein S. C. von Klettenberg, von J. M. Lappenberg
1849. S. 222.
Berichte des Freien Deutschen Hochstiftes, Jahrg. 1898, S. 44.
s) Dies geschah im Jahre 1818. Siehe J. M. Lappenberg, Reliquien Seite 222.
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