Spranger, Peter P.
Historische Untersuchungen zu den Sklavenfiguren des Plautus und Terenz — Wiesbaden: Steiner [in Komm.], [1961]

Seite: 569
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/spranger1960/0025
Lizenz: Public Domain Mark Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Historische Untersuchungen zu den Sklavenfiguren cles Plautus und Terenz 569
Diese Beobachtungen der philologischen Forschung lassen sich auf
einen einfachen Nenner bringen, sobald wir nach der Gesinnung der
Komödiensklaven ihren Herren gegenüber fragen. Dann ergibt sich zu-
nächst die Unterscheidung von diensteifrigen und von pflichtvergessenen
Sklaven. Die vorliegende Untersuchung geht von dieser Unterscheidung
aus und gliedert sich in folgende Abschnitte:
1. Vergleichende Gegenüberstellung der Dienstauffassung des schlech-
ten und des guten Sklaven; das Verhältnis von Sklaven und Herren
in der Komödie.
2. Im folgenden sind eindeutige Kriterien für Spiel und Wirklichkeit
zu suchen, um das spielerische Moment und die motivgebundenen
typologischen Züge nach Möglichkeit auszuscheiden und auf diese
Weise zu den tiefer liegenden Schichten der historischen Wirklich-
keit vorzudringen.
3. Das Verbleibende ist mit einschlägigen, möglichst gleichzeitigen
Zeugnissen aus der griechischen und römischen Welt zu vergleichen;
im Anschluß daran ist zu bestimmen, was dem einen oder dem
anderen Bereich angehört und wo sich beide überschneiden. Eine
gesonderte Untersuchung der Zeugnisse des Plautus und des Terenz
erscheint in diesem Zusammenhang nicht geboten.
4. Notwendig dagegen ist die vergleichende Gegenüberstellung der bei-
den Dichter hinsichtlich ihrer Stellungnahme zur Sklaverei. Dabei
ist die Stichhaltigkeit der modernen Thesen von dem tiefgreifenden
Gegensatz zwischen Plautus und Terenz zu überprüfen.
Da sich gelegentliche Überschneidungen der verschiedenen Gesichts-
punkte nicht immer vermeiden lassen, sei der Übersicht wegen auf das
Sachverzeichnis im Anhang verwiesen.

Abh. Geistes- u. sozialw. KI. Nr. 8

( 17 )

37
loading ...