Stintzing, Johann August Roderich von
Geschichte der populären Literatur des römisch-kanonischen Rechts in Deutschland am Ende des fünfzehnten und im Anfang des sechszehnten Jahrhunderts — Leipzig, 1867

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tie Rubriken „rrutlieirtieAe" seicn. Das gesetzliche Ansehen wird ihncn
im Ganzen zugesprochen; nur den Ueberschriften iin Deerotum Ointiuni
nicht, welche vielmehr gleich den übrigen Dietu Orntiniii von der Gcsetzcs-
kraft ausgcschlossen werden. Dieses hat nun auf die Gcstaltung der Lite-
rarur eincn entschcidenden Einfluß gcübt. In dcn LxjioÄtimiss titu-
Ivrum, sowie in dcn Verzeichniffen dcr Titel-Rubrikcn pflcgt das Dckret
ganz übergangen odcr nur mit wenig Worten bcrührt zu werdcn: denn dic
eigenklichen Titcl - Rubrikcn sehlen bekanntlich dicscm Rechtsbuchc; dcn
Ueberschriftcn und Summarien abcr gcsteht man gleichcs Ansehen nicht zu.
Allcrdings kommt eine Schrift vor, welche ausschlicßlich den „Uuliriouo
Dsereti" gcwidmct ist, worunlcr hier die gewöhnlich in Schrift und Druck
hcrvorgchobcnen Anfangswörter der Ounoiio« und biummuriu verstandcn
wcrden. Der Umfang dieses Registcrs aber zeigt, wie richtig es ist, wcnn
es im )lo«lu8 loKemli heißt: „scul rudrieus Doeroti nimis 688et tue-
«li«i8um onumerure piropitsr muximum multitiulinom." Gs sind deswcgeu
sür das Dckrct an die Stelle der Rcgistcr und Grpositionen der Rubrikcn
Tchriften anderer Formen getrcten, welche, die Ueberschristen und Rubrikcn
unberücksichtigt laffend, gleich den Jnhalt der Distinctionen, Gausä und
Ttuastionen summarisch angeben: Deorotum uliliroviutum und vor^i-
üeutum, l'll«»8 und Lroviurium Doerotorum.

Dem Inhaltc nach sind mit diescn Schriftcn nahe vcrwandt dic Llur-
Auritu Dooroti und ÄurMiritu Doeretulium. Allcin wir haben dicse
cincr andcrcn Gattung von Schriften dcswegen beizählen müsscn, wcil sie
nicht sowohi Inhaltsverzeicbniffe dcs Dckrcts, als vielmchr alphabctisch
geerdncte Sammlungen von Grccrptcn sind.

Das Maaß dieser Summen wird übcrschritten von einigcn Bear-
beitungen der Institutioncn, welchc genauer auf dcn Inbalt diescs Rechts-
buchs eingchen. Wir zählen sie dennoch zur pvpulären Litcratur: denn
nicdt nur, daß ja den Institutionen selbst die Stcllung eines einleitcndcn
Ahrbuchs zukommt, sondern cs ist namentlich auch die flRcthode dcr Be-
bandlung durchaus die populärc, auf das Gedächtniß und oberfläcblicbe
^crständniß bcrcchnete. Wir begcgncn hier Schriftcn und Schriststcllcrn
^'on si-hr ungleichem Wcrthe, untcr anderen abcr auch dcm bekannten
^homas Murner, deffen Stcllung zur Jurisprudcnz in cincm bcsvn
deren Abschnitte besprochen wird.

Es reihcn sich hicran die Oasus zu den Institutioncn, summarischc
Rechtsconcordanzen und einige Schriftcn über die ltoxiilrie guri8. Dic
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