Südwestdeutsche Rundschau: Halbmonatsschrift für deutsche Art und Kunst — 1.1901

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föntidjen Könnens, eines mächtigen ober geringen, — etroas, bas
®u, Arbeiter, barbringft als $xuä)t deiner |)anb, als ©ebanfen
©eines ®el)trns unb bas oon ber Sßärme ©eines eigenen .^ergens,
®eine§ Strbeiterfjergens unb 9Jienfcfjenl)er§ens, etraas in fid)
£)aben fott. ®as ntüffen mir verlangen oon deinem SJieifterftücf,
fei es £afel, ©tut)! ober ©efcfytrr, toenn es gur $unft gehören
will, baf? es uns oon ®ir felbft ergä£)te, oon S)ir, ber uns fo
äfmlicf) ift. ®as erfülle; unb ber berufen war, ®ein 9iid)ter 311
fein, ioirb fid) als ®ein trüber füllen. . . .

Unb mit biefer Sluffoffung oon ber £unft ftimmt überein,
mas mir lefen: „. . . eine jebe Seben§tJ)ätxgfeit fotl im (Seifte
unferer Seit <Sd)önf)eit geben, unb alles, toas jum Seben gehört,
fott (Sd)önf)eit empfangen. Sa roirb uns bie (Sd)önl)eit mieber
§um Inbegriff ber £)öcf)ften Sftacfjt, gu ifjrem S)ienft entfielt ein
neuer $ult."

SDiefe Sßorte finb oon ^eter s33ef)rens.

*

Sange genug maren bie beutfcrjen Später, mit roenigen 9lu§-
nahmen, bei ben ^ran^ofen in bie (Scf)ule gegangen. 91id)t gu
if)rem (Schaben. (Sie fyaben babei oiet gelernt, — roas eben ßiner
00m Ruberen, raas befonbers ein ®eutfd)er oon einem ^ranjofen
lernen fann. Stber bie aus ^ranfreid) ftammenbe impreffioniftifctj-
ted)nifd)e ©oolution f)atte fiel) enblicf) erfd)öpft. SJian f)atte in
ber SBiebergabe bes gitternben ©ounenfdjeines, ber ftimmernben
Dämmerung, ber toogenben ^ebel, ber ins Unenblidje gebrod)enen
färben bas 9)}enfd)enmöa,lid)e geleiftet unb bjatte §ule^t erfannt,
baf; mit biefer ganzen ^unft, bie fo oiel (Scrjroeif; ber 9?eblid)en
gef'oftet, boef) nur bie ^>aut unb nid)t aud) bie «Seele ber £)inge
^u paefen fei.

SJlan fing aber an, fid) mieber nad) ber (Seele ber ®inge
fernen. Unb man feinte fid) §ugleicf) nad) ber Sinie, bie faft
oertoren gegangen mar, bie, felber mie eine arme (Seele, fiel) oer;
flüd)tigt f)atte in all bem Siebter geflirr unb $arbentönegemirr.

©iner ber ©rften unter ben jungen SMnftlern, bie fiel) bem
naturaliftifd)en $mpreffionalismus entzogen, mar ^eter 23ef)rens.
©r folgte babei nur feiner natürlid)en Begabung. (Sie brängte
if)n §ur fiinie £)in, als ju bem geiftigeren Slusbrucfsmittel. <Sd)on
Jünger Ijatte in feiner flehten <Sd)rtft oon ber (Mffelhtnft auf
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