Thieme, Paul [VerfasserIn]
Der Fremdling im Ṛgveda: eine Studie über die Bedeutung der Worte ari, arya, aryaman und ārya — Leipzig, 1938

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3. Kapitel
arya
A. arya
70 A. Bergaig-ne hat in den Etudes snr le Lexique du
Rig-Veda die Neigung gezeigt, die Belege eines Nomens
arya möglichst zu reduzieren. Ihr zuliebe ist er auch vor
mehreren, und zwar teilweise recht gewaltsamen, Textver-
besserungen nicht zurückgeschreckt. Sie beruhte auf dem
Wunsch, für arya eine einheitliche, der des Stammes arya
nahestehende Bedeutung durchführen zu können, und emp-
fing einen Antrieb von der Tatsache, daß Formen, die zum
Stamm arya gehören können oder müssen, sich in Zusammen-
hängen antreffen lassen, in denen Formen des Stammes ari
gewöhnlicherweise auftreten. Wenn man ari als „Fremder,
Fremdling“ erkannt hat, ergibt sich einiges Weitere. Z. B.:
RV. 7. 64. 3 ab mitrds tan no väruno devö arydh
prd sadhisthebhih pathibhir nayantu
Mögen so uns Mitra . . . vorwärts führen auf den
geradesten Pfaden . . .
Würde nicht etwa „uns die Fremdlinge“ gut in den Zu-
sammenhang passen ? Wie die Duldung des Entnehmens von
Feuer (oben 64), ist ja das viam monstrare erranti nahe-
liegende und allenthalben wohlbezeugte Menschenpflicht dem
Fremden gegenüber: Wh. Schulze, Kleine Schriften S. 190ff„
insbesondere S. 203 nebst Anm. 2 mit Hinweis auf RV.
9. 70. 9 ... ksetravid dhi disa ähä viprcchate ,,. . . denn der
Landeskundige sagt dem Fragenden die [Himmels-] Rich-
tungen“.
RV. 4. 1. 7d sücih sukrö aryö rörucänah
[Agni,]als der reine, rote, . . .helleuchtende.
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