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Wo auch einer promovirt zu werden begert und er der zeit, versaumpten
lection oder underlassenen exercitien halben, ettwas mangelhaftig were, mit dem
soll und mag man, sovil die zeit und lection belanget, nach ermessigung der fa-
cultet handln und ihme pro disputatione ein geltstraff ufferlegen, aber für ein iede
underlassene responsion (welcher doch über eine oder zum höchsten zwo nit sein,
auch derhalben ohne sonderlich erhebliche Ursachen nit dispensirt werden soll)
zur straffe ein ort eins gülden ernstlichen erfordert1) und durch ein ieden dechant,
zuvor und ehe die promotion geschieht, dem fisco ohn einiche weitere vertheilung
allein zuzueigen und zu verreichen eingetzogen werden.
Und nachdem ferner auch ein alter hergebrachter prauch, das ein ieder
neuer promovirter magister zu bewehrung und becreftigung seines titls ein dis-
putation zu halten verbunden und verpflicht wurd, aber vilmahls gescheen, das
ettliche ohnangesehen solcher Verpflichtung und unerstattet, was sie zu thun
schuldig gewesen, hinweg und davon getzogen seint, doraus dann ettlich mahl
gevolget, das die facultet aus ihrem (f. 209) fisco zu nit geringem abgang der-
selben besondere magistros disputatores bestellen müssen, hierumb und solchem
zufurkomen, so wollen wir, das ein ieder magistrand, zuvor und ehe ihme der
gradus conferirt wurdet, dem dechan ein ort eins gülden für solche obgemelte
verpflichte disputation erlegen, und so er nach empfangenem titl alsdann seine
disputation selber ausricht, alsdann solch ort von eim ieden decano wider zu ge-
warten und gleich andern alten praesidentibus magistris zu empfangen haben solte;
weiter aber soll er disfals nichts zu erlegen schuldig sein.
(§ 133.) Von den extraordinariis lectionibus und frembden magistris2).
Wie wir hievor von den andern faculteten bescheiden und zugelassen, das
ein ieder doctor, so hie promovirt oder sonst von seiner facultet auffgenomen und
derselben gelopt ist, soll macht haben, ettwas publice gratis, oder privatim umb
ein belohnung zu lesen, doch das solchs zun zeiten und stunden, so sonst andere
derselben facultet ordinarii und professores ledig sein, auch niemand zu trutzs
oder nachtheil beschee, also setzen wir und ordenen, das auch in diser facultet
ein ieder magister, so alhie promovirt, oder sonst uff gepuhrliche kuntschaft und
testimonia seins titls und grads von der facultet uffgenomen und derselben gelopt
ist, möge ettwas aus den artibus liberalibus der philosophi und derselben exempln
oder authoribus zu zeiten und stunden, do man sunst ordinarie in diser facultet
nit pflegt zu lesen, privatim und in seiner wohnung umb gelt, publice, aber gratis,
doch mit vorwissen und bewilligung des decani, zu profitiren und zu lesen
furnemen.
Dergleichen auch, wo ein frembder und anderswo promovirter magister
hieher kerne und von der facultet angenomen zu werden begerte, soll ihme solchs
nit abgeschlagen werden, doch das er zuvor, wie obsteet, seine gepuhrliche (f. 210)
testimonia des titls und nahmens ufflege und weise, dem decano zween gülden in
iiscum erlege, dabei sein gepurliche eide und pflicht thue, auch dem pedellen seine
gerechtigkeit ausrichte und nachmols, so er uffgenomen worden, erstliehen ein
disputation publice und gratis, die man pro loco nennet, und ferrer sich auch den
andern magistern, wie sich gepuirt, ähnlich und gleichmessig halte. Also auch,
so ein bacularius anderswo promovirt worden und alhie bei unser universitet
1) 13 hat (f. 400) „ernstlichen erfordert" aus Ende gesetzt.
2) C f. 214b.
Thorbecke, Statuten. 17
Wo auch einer promovirt zu werden begert und er der zeit, versaumpten
lection oder underlassenen exercitien halben, ettwas mangelhaftig were, mit dem
soll und mag man, sovil die zeit und lection belanget, nach ermessigung der fa-
cultet handln und ihme pro disputatione ein geltstraff ufferlegen, aber für ein iede
underlassene responsion (welcher doch über eine oder zum höchsten zwo nit sein,
auch derhalben ohne sonderlich erhebliche Ursachen nit dispensirt werden soll)
zur straffe ein ort eins gülden ernstlichen erfordert1) und durch ein ieden dechant,
zuvor und ehe die promotion geschieht, dem fisco ohn einiche weitere vertheilung
allein zuzueigen und zu verreichen eingetzogen werden.
Und nachdem ferner auch ein alter hergebrachter prauch, das ein ieder
neuer promovirter magister zu bewehrung und becreftigung seines titls ein dis-
putation zu halten verbunden und verpflicht wurd, aber vilmahls gescheen, das
ettliche ohnangesehen solcher Verpflichtung und unerstattet, was sie zu thun
schuldig gewesen, hinweg und davon getzogen seint, doraus dann ettlich mahl
gevolget, das die facultet aus ihrem (f. 209) fisco zu nit geringem abgang der-
selben besondere magistros disputatores bestellen müssen, hierumb und solchem
zufurkomen, so wollen wir, das ein ieder magistrand, zuvor und ehe ihme der
gradus conferirt wurdet, dem dechan ein ort eins gülden für solche obgemelte
verpflichte disputation erlegen, und so er nach empfangenem titl alsdann seine
disputation selber ausricht, alsdann solch ort von eim ieden decano wider zu ge-
warten und gleich andern alten praesidentibus magistris zu empfangen haben solte;
weiter aber soll er disfals nichts zu erlegen schuldig sein.
(§ 133.) Von den extraordinariis lectionibus und frembden magistris2).
Wie wir hievor von den andern faculteten bescheiden und zugelassen, das
ein ieder doctor, so hie promovirt oder sonst von seiner facultet auffgenomen und
derselben gelopt ist, soll macht haben, ettwas publice gratis, oder privatim umb
ein belohnung zu lesen, doch das solchs zun zeiten und stunden, so sonst andere
derselben facultet ordinarii und professores ledig sein, auch niemand zu trutzs
oder nachtheil beschee, also setzen wir und ordenen, das auch in diser facultet
ein ieder magister, so alhie promovirt, oder sonst uff gepuhrliche kuntschaft und
testimonia seins titls und grads von der facultet uffgenomen und derselben gelopt
ist, möge ettwas aus den artibus liberalibus der philosophi und derselben exempln
oder authoribus zu zeiten und stunden, do man sunst ordinarie in diser facultet
nit pflegt zu lesen, privatim und in seiner wohnung umb gelt, publice, aber gratis,
doch mit vorwissen und bewilligung des decani, zu profitiren und zu lesen
furnemen.
Dergleichen auch, wo ein frembder und anderswo promovirter magister
hieher kerne und von der facultet angenomen zu werden begerte, soll ihme solchs
nit abgeschlagen werden, doch das er zuvor, wie obsteet, seine gepuhrliche (f. 210)
testimonia des titls und nahmens ufflege und weise, dem decano zween gülden in
iiscum erlege, dabei sein gepurliche eide und pflicht thue, auch dem pedellen seine
gerechtigkeit ausrichte und nachmols, so er uffgenomen worden, erstliehen ein
disputation publice und gratis, die man pro loco nennet, und ferrer sich auch den
andern magistern, wie sich gepuirt, ähnlich und gleichmessig halte. Also auch,
so ein bacularius anderswo promovirt worden und alhie bei unser universitet
1) 13 hat (f. 400) „ernstlichen erfordert" aus Ende gesetzt.
2) C f. 214b.
Thorbecke, Statuten. 17


