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alle solche handlungen und Sachen der Universität betrefFendt ein sonderbares
protocoll halten.

Fünfftcns: soll er auch auß solchem seinem gehaltenen protocoll die
fürnembste sachen, schrifften, handlungen und decreta von einem rectorat zu dem
anderin, sauber munclirt, in sonderbare bücher, wie sichs gebührt, einzuschreiben
und selbige zu endt iedes iahrs und rectorats complirt im rath vor- und aufzu-
weißen schuldig sein (f. 65a).

Sechstens: soviel die gerichtliche Sachen und protocoll, auch notariat be-
trifft, so soll er die gerichtsbücher und protocolla, beedes rechtlich und gütlicher
ordinari und extraordinari Sachen und geschaffte, in seinem ordentlichen gang
und wesen halten und getreulich compliren, auch alle briefliche urkundte, ladung
und, was sonsten zu gerichtlichem proceß und expedition der Sachen gehörig, ab-
faßen und nachdem daßelbe iederzeit nach ufweißung approbirt worden, der
gebühr außfertigen.

Siebendens: soll er die alte zinnß- und güldtbriefe der Universität, wo
vonnöthen, vidimiren, renoviren und ein iedes in ein sonderbar behaltnus eigent-
lich registriren und verzeichnen, wie auch die zinnß- und lägerbücher fleißig
halten und in acht nehmen.

Wie er dann zum achten auch über alle und iede sowohl rechts- alß
gerichtshandhingen und sachen in deine darzu insonderheit verordneten gewiesen
orth mit allen getreuen fleiß eine ordentliche registratur beneben einem iudice
halten soll, damit man aufzutragende falle iederzeit, was man begehret, ohne Ver-
zug bey der bandt haben möchte.

Neuntens: soll er alle bey der Universität hinderlegte gelter oder an-
dere deposita verwahrt in einer sonderbahren küsten in der Universität archiv
legen, darinnen er ohne vorwißen und beysein rectoris oder anderer darzu ver-
ordneter nicht gelaßen werden soll (f. 65b).

Zehendens: soll er der Universität heimbliche rathschläge, händel und
geschaffte, darbey er sitzen und mit umbgehen wird, wie auch, was ein oder
ander bey der Universität alß ein depositum oder sonsten verschwigen und biß
zu seiner zeit heimblich gehalten haben will, bey sich verschwigen und treulich
halten, und dieselbe insonderheit zu nachtheil der Universität oder iemand an-
ders niemand offenbahren, und so er von diesem dienst abkäme oder aber todts
verfahren würde, so sollen alle und iede händel, acta, brief, lägerbücher und pro-
thocolla der Universität und derselben geriehte von demselben oder seinen erben
alsobald zugestelt und nichts hinterhalten werden.

Vor solche seine mühe und fleiß soll er iährlich und iedes iahrs besonder,
solang er diesen dienst verwalthet, haben, an gelt einhundert und sechzig gülden,
ein fuder wein, zwölff maltcr körn benebenst einer freyen behaußung.

(§ 44). Von der Universität bibliothec oder librai*ey.

F.Ö5b-67* entspricht: JC f.64b-66a, §48, S. 232; L, S. 171 u. 172; OH,
S. 34 u. 35. ,

Hier ist die Fassung eine andere:

Nachdem daß nöthigst und fürnembste instrument und werekzeug deren,
so sich auf die studia der freyen künste und, was denen selben anhängig, begeben,
die seriptores und derselben bücher, alß ohne die weder (f. 66 a) die kunst und
rechte lehr erhalten, noch erlangt und gelernet mag werden, und aber nicht in
eines ieden vermögen, eine aigne bibliothec oder liberey für sich selbst zu schaffen
oder zu bestellen: so will sonderlich vonnöthen sein, daß uff einer offenen, gc-

35*
 
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