Fischer, Sebastian; Veesenmeyer, Carl Gustav [Editor]
Sebastian Fischers Chronik: besonders von Ulmischen Sachen — Ulm, 1896

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I

orwort.

Zn der Aöniglich Bayerischen öof- und Staats-Bibliothek befindet sich unter der
Marke 6oä. xsrin. oOsfs die Liandschrift, welche nunmehr qedrnckt hier vorlieqt. Auf dem
Bücken des Bandes steht von späterer Liand qeschrieben: Lebast. rlsolisrs Olironilc. — Der
Verfasscr hat seine (Lhronik selbst von eincm Buchbinder einbinden lassen, wie er saqt Bl. f.
<Lr hatte schon in seiner sZuqendzeit sehr Verschiedenartiges ausaezeichnet; was er regelmäßig
jelbst angiebt. 2luch hatte er eiu Reqister über seine Lhronik abgefaßt und vcrweist an meh-
reren Stellen auf dasselbe, welches er nicht am Lnde der Lhronik, sondern zn Anfang derselben
einbinden ließ'), und mit besondercn Blattzahlen versah. Leidcr fehlen einige Blätter, z. B.
gleich vorne dic Blätter des Begisters mit A und B, dann das mit L. 2lnf dem Blatt Z, mit
L, ist der chtempel der Almer Rirchenstiftnng aufgedrückt, eiu Awnogramm aus den Buchstaben
.4 und zusammengesetzt. Diesen Stempel zeigen auch die meisteu Ifaudschrifteu und viele alte
Bücher der Ulmer Btadtbibliothek.

s)m ))ahre f8s0 wurde diese Lhrouik mit eiuer Auzahl auderer kfandschriften nnd
Bücher, welche noch heute iu deu alteu Aatalogen der Nlmer Stadtbibliothek eingetragen sind,
nach Akünchen übergeführt, kurz vor der durch eiueu besonderen Stadtvertrag geschehenen
Uebergabe der ehemaliqen Beichsstadt Ulm an das Aönigrcich Württemberq. Das Gesuch der
Ulmer an ihren neuen Uönig Lriedrich, er möqe ihre Bitte um Zurückgabe des Lntführten
unterstützen, blieb von ihm unberücksichtigt) und so blieb alles in Ukünchen. Die Ghronik hat
nun, neben dein obcngenannten chtempel, den der Uidlioklisog, isxiu Noiiaosnsis. Gs ist aber
init aufrichtigem Danke anzuerkennen, daß die Uöniqlich Baverische Ifof- und chtaatsbibliothek
(Direktor derselben ist gegenwärtiq der hochvcrdiente Dr. ^aubniann) jederzeit der Bitte um
Lntleihung der Lischerschen Lhroiük freundlich entqegengekominen ist, und zugleich versichert
hat, daß der Iferausgabe derselbeu im Druck keiuerlei Bedenken scitens der Bibliothek
entgegenstehe.

chchon früher, vor mehr als hundert Zahren wurde diese Ghrouik als (lZuelle zu
wissenschaftlichen Arbeiten benützt. Zn der eoininentaiio äoetrinns äs Lnoru Oosnu in seolssio,
lilnisnsi oonsoriptn o, Osorxio Vssssnins^sr, Aoriinb. st ^.Itorü, (789, sinde ich sie wiederholt
citiert, z. B. B. 37. Z. v. u., S. 50, Z. (s v. o. Diese oonimsntutio hatte mein Vater noch
als Aandidat der Theologie in Ülltorf, der damaligen Universität bei Bürnberg, wo viele Uliner
studierten, verfaßt und drucken lassen. ^erner in seiner Nachricht von Tonrad chams, des ersten
ordentlich berufenen Ulnüschen Neformators Leben, Derdiensten und chchriften, Ulm l7s)5, heißt
es 5. f5: „Dic wichtiqsten dcr (lZuellen, aus deneu wir schöpfteu, ist die vou chebastian Fischer
geschriebene Lhronik." Fcrner in dem Dersuch eiuer Geschichte des Schlosses kfelfensteiu, UIm
f7s>6, 5. (0, sagt dersclbe: „Alles bisher Lrzählte ist aus Seb. Lischers Throuik entuoniinen,
eines gleichzeitigen und aufmerksamen Thronikschreibers."

Zn den Denkwürdiqkeiten der Mürttembergischen uud chchwäbischeu Neformatiousge-
schichte vou Z. T. chchnüd und Z T. pfister, Tübingen s8I7, zweites kfeft, Neformationsge-
schichte von Ulin von Z. T. Bchmid — ist leider Fischers Name nicht zu finden; ebensoweiüg
bei T. Th. Aeim, die Neformation der Neichsstadt Ulm, Stuttgart f85f. Damals war die
Thronik schon in Alünchen.
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