Vorwort des Herausgebers
Es gehört im Arbeitsbereich der archäologischen Denkmalpflege zweifellos zu den seltenen Ereignissen, daß die
Ergebnisse einer großen, über drei Jahre laufenden Grabung nur drei Jahre nach Beendigung der letzten Grabungs-
kampagne in einer abschließenden Publikation vorgelegt werden können. Dies liegt nicht nur an dem zielstrebigen
Einsatz des Ausgräbers und Autors, sondern in besonderem Maße daran, daß sich der Autor nach Abschluß der
Grabungsarbeiten voll auf die Publikation konzentrieren konnte, da er nicht durch denkmalpflegerische Aufgaben
belastet war. Die Veröffentlichung der Grabungsergebnisse verband sich auf glückliche Weise mit der Abfassung
seiner Dissertation.
Auf diesen Tatbestand hinzuweisen, scheint mir nicht unberechtigt zu sein; denn immer wieder hören die in der Bo-
dendenkmalpflege tätigen Wissenschaftler die Mahnung, ihre Grabungsergebnisse zügiger zu veröffentlichen, damit
sie der Forschung rascher zur Verfügung stehen. Wie man sieht, ist das auch durchaus möglich, doch eben nur dann,
wenn der Ausgräber, entsprechend der bewährten Faustregel, für die Publikationsvorbereitung so viele Jahre von
allen anderen Verpflichtungen freigestellt wird, wie er für die Grabung gebraucht hat. Dies jedoch sind Bedingun-
gen, die in der Atemlosigkeit heutiger Bodendenkmalpflege zwar zu fordern, aber nicht zu realisieren sind. Bei dem
bestehenden Aufgabenüberhang einerseits und der finanziellen und damit auch personellen Beschränkung der Bo-
dendenkmalpflege andererseits muß der größere Teii der Kraft auf die Untersuchung und Dokumentation morgen
nicht mehr vorhandener Bodenurkunden gerichtet werden.
Diese Vorbemerkungen können jedoch die Leistung von Herrn Dr. Matthias Wemhoff in keiner Weise schmälern.
fch bin ihm dankbar, daß er mit dem gleichen Engagement, mit der gleichen fachlichen Umsicht und Zielstrebigkeit,
mit der er die archäologischen Untersuchungen im ehemaligen Damenstift in Herford durchgeführt hat, auch die
nicht leichte Aufgabe der Auswertung und Veröffentlichung meistem konnte.
Eine der Schwierigkeiten in der Darstellung und Interpretation der Grabungsbefunde lag für den Autor darin, daß
zwei verschiedene Grundlagen bestehen: Es sind auf der einen Seite die vom Autor selbst ergrabenen Konviktge-
bäude nördlich der Münsterkirche, auf der anderen Seite die Münsterkirche und die Wolderuskapelle, in denen Uwe
Lobbedey bereits in den Jahren 1965/66 bzw. 1972/75 Mauerreste und Spuren von Vorgängerbauten ergraben hatte.
Herrn Dr. Lobbedey ist dafür zu danken, daß er Herrn Wemhoff seine gesamten Grabungsunterlagen zur Verfügung
gestellt und ihm so die Möglichkeit für eine Gesamtdarstellung der Grabungsbefunde im Bezirk des Damenstiftes
geschaffen hat. Allerdings haben sich die von Uwe Lobbedey in Vorberichten veröffentlichten Deutungen seiner
Baubefunde nicht in allen Punkten in die von Matthias Wemhoff hier vorgeschlagene Interpretation des Gesamtbe-
fundes einfügen lassen.
Besonderer Dank gebührt der Stadt Herford, die technisch, organisatorisch und finanziell die Grabungen gefördert
hat, obgleich die Baumaßnahmen zur Neugestaltung des Platzes zwischen Rathaus und Münsterkirche, der Auslöser
der Rettungsgrabungen, wegen der archäologischen Untersuchungen nicht überall im geplanten Zeitraum durchge-
führt werden konnten. Auch bei der Vorbereitung der Veröffentlichung hat sie tatkräftig geholfen.
Dem Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ist dafür zu danken, daß es
die Grabungen mit Mitteln der Städtebauförderung unterstützt und auch die Mittel für den Druck der Grabungsver-
öffentlichung zur Verfügung gestellt hat. In bewährter Zuverlässigkeit hat das Redaktionsbüro Scriptorium, Mün-
ster, auch diese umfangreiche Arbeit für den Druck vorbereitet. Allen an den Grabungen und an der Veröffentli-
chung Beteiligten gilt mein herzlicher Dank!
Wir wünschen uns, daß dieser Beitrag der westfälischen Bodendenkmalpflege von der Fachwelt und von allen an
der Erforschung mittelalterlicher Stifte und Klöster interessierten Kreisen als Gewinn aufgenommen wird.
Münster, im August 1993
Bendix Trier
Es gehört im Arbeitsbereich der archäologischen Denkmalpflege zweifellos zu den seltenen Ereignissen, daß die
Ergebnisse einer großen, über drei Jahre laufenden Grabung nur drei Jahre nach Beendigung der letzten Grabungs-
kampagne in einer abschließenden Publikation vorgelegt werden können. Dies liegt nicht nur an dem zielstrebigen
Einsatz des Ausgräbers und Autors, sondern in besonderem Maße daran, daß sich der Autor nach Abschluß der
Grabungsarbeiten voll auf die Publikation konzentrieren konnte, da er nicht durch denkmalpflegerische Aufgaben
belastet war. Die Veröffentlichung der Grabungsergebnisse verband sich auf glückliche Weise mit der Abfassung
seiner Dissertation.
Auf diesen Tatbestand hinzuweisen, scheint mir nicht unberechtigt zu sein; denn immer wieder hören die in der Bo-
dendenkmalpflege tätigen Wissenschaftler die Mahnung, ihre Grabungsergebnisse zügiger zu veröffentlichen, damit
sie der Forschung rascher zur Verfügung stehen. Wie man sieht, ist das auch durchaus möglich, doch eben nur dann,
wenn der Ausgräber, entsprechend der bewährten Faustregel, für die Publikationsvorbereitung so viele Jahre von
allen anderen Verpflichtungen freigestellt wird, wie er für die Grabung gebraucht hat. Dies jedoch sind Bedingun-
gen, die in der Atemlosigkeit heutiger Bodendenkmalpflege zwar zu fordern, aber nicht zu realisieren sind. Bei dem
bestehenden Aufgabenüberhang einerseits und der finanziellen und damit auch personellen Beschränkung der Bo-
dendenkmalpflege andererseits muß der größere Teii der Kraft auf die Untersuchung und Dokumentation morgen
nicht mehr vorhandener Bodenurkunden gerichtet werden.
Diese Vorbemerkungen können jedoch die Leistung von Herrn Dr. Matthias Wemhoff in keiner Weise schmälern.
fch bin ihm dankbar, daß er mit dem gleichen Engagement, mit der gleichen fachlichen Umsicht und Zielstrebigkeit,
mit der er die archäologischen Untersuchungen im ehemaligen Damenstift in Herford durchgeführt hat, auch die
nicht leichte Aufgabe der Auswertung und Veröffentlichung meistem konnte.
Eine der Schwierigkeiten in der Darstellung und Interpretation der Grabungsbefunde lag für den Autor darin, daß
zwei verschiedene Grundlagen bestehen: Es sind auf der einen Seite die vom Autor selbst ergrabenen Konviktge-
bäude nördlich der Münsterkirche, auf der anderen Seite die Münsterkirche und die Wolderuskapelle, in denen Uwe
Lobbedey bereits in den Jahren 1965/66 bzw. 1972/75 Mauerreste und Spuren von Vorgängerbauten ergraben hatte.
Herrn Dr. Lobbedey ist dafür zu danken, daß er Herrn Wemhoff seine gesamten Grabungsunterlagen zur Verfügung
gestellt und ihm so die Möglichkeit für eine Gesamtdarstellung der Grabungsbefunde im Bezirk des Damenstiftes
geschaffen hat. Allerdings haben sich die von Uwe Lobbedey in Vorberichten veröffentlichten Deutungen seiner
Baubefunde nicht in allen Punkten in die von Matthias Wemhoff hier vorgeschlagene Interpretation des Gesamtbe-
fundes einfügen lassen.
Besonderer Dank gebührt der Stadt Herford, die technisch, organisatorisch und finanziell die Grabungen gefördert
hat, obgleich die Baumaßnahmen zur Neugestaltung des Platzes zwischen Rathaus und Münsterkirche, der Auslöser
der Rettungsgrabungen, wegen der archäologischen Untersuchungen nicht überall im geplanten Zeitraum durchge-
führt werden konnten. Auch bei der Vorbereitung der Veröffentlichung hat sie tatkräftig geholfen.
Dem Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ist dafür zu danken, daß es
die Grabungen mit Mitteln der Städtebauförderung unterstützt und auch die Mittel für den Druck der Grabungsver-
öffentlichung zur Verfügung gestellt hat. In bewährter Zuverlässigkeit hat das Redaktionsbüro Scriptorium, Mün-
ster, auch diese umfangreiche Arbeit für den Druck vorbereitet. Allen an den Grabungen und an der Veröffentli-
chung Beteiligten gilt mein herzlicher Dank!
Wir wünschen uns, daß dieser Beitrag der westfälischen Bodendenkmalpflege von der Fachwelt und von allen an
der Erforschung mittelalterlicher Stifte und Klöster interessierten Kreisen als Gewinn aufgenommen wird.
Münster, im August 1993
Bendix Trier


