I. Einleitung
9
1.3 Einführung in die Topographie
des Grabungsortes
Die heutige Kreisstadt Herford mit 60.000 Einwohnern
liegt im Ravensberger Hügelland zwischen dem Wie-
hengebirge und dem Teutoburger Wald. Die Entfernung
zum Weserdurchbruch bei Porta Westfalica beträgt 25
Kilometer. Fünf Kilometer vorher mündet die Werre in
die Weser. Die Werre umfließt das Herforder Stadtge-
biet entlang des mittelalterlichen Mauerverlaufs im
Osten und im Norden. Die kleinere Aa teilt im Westen
die Radewig von der Altstadt und der Stiftsfreiheit ab.37
Das Miindungsgebiet von Aa und Werre war ursprüng-
lich eine weite Flußlandschaft. Die während der Eiszeit
locker verfüllten Talsohlen begünstigten die Ausbildung
eines verzweigten Flußnetzes. Das geringe Gefälle ließ
zahlreiche Mäanderschlingen entstehen. Die gesamte
Flußniederung neigte zur Versumpfung, teilweise auch
zur Vermoorung. Periodisch wurde die mit Bruchwald
bestandene, im Bereich der Aamündung bis zu 600
Meter breite Auen- und Flußlandschaft überflutet. Le-
diglich die bis zu drei Meter aufragenden Talsäume
blieben frei von Überschwemmungen und boten sich
daher zur Besiedlung an. Im Mündungswinkel von Aa
und Werre ragte ein flacher Geländerücken weit in das
Sumpf- und Überschwemmungsgebiet hinein. Die steil
abfallende Geländekante bildete dabei eine deutliche
Siedlungsgrenze. Sie ist noch heute im Osten des Unter-
suchungsgebiets am Abfall zur jetzt verrohrten Bowerre
zu erkennen. Die Bowerre markiert den ursprünglichen
Verlauf der Werre. Der Geländeabfall zur Aa ist deut-
lich flacher. Die Höhenlinien dort konnten aufgrund von
Angaben in den vor dem Rathausbau entstandenen Plä-
nen angegeben werden. Der stärkere Abfall zum Über-
schwemmungsgebiet beginnt dort etwa in der Mitte des
heutigen Rathausplatzes. In diesem Bereich lagen bis
zum Rathausbau nur Gärten. Nach Süden zur Altstadt
bildet der Geländerücken ein gleichmäßiges Plateau aus.
37 Vgl. auch im folgenden Brünger 1936; Stoob 1975.
9
1.3 Einführung in die Topographie
des Grabungsortes
Die heutige Kreisstadt Herford mit 60.000 Einwohnern
liegt im Ravensberger Hügelland zwischen dem Wie-
hengebirge und dem Teutoburger Wald. Die Entfernung
zum Weserdurchbruch bei Porta Westfalica beträgt 25
Kilometer. Fünf Kilometer vorher mündet die Werre in
die Weser. Die Werre umfließt das Herforder Stadtge-
biet entlang des mittelalterlichen Mauerverlaufs im
Osten und im Norden. Die kleinere Aa teilt im Westen
die Radewig von der Altstadt und der Stiftsfreiheit ab.37
Das Miindungsgebiet von Aa und Werre war ursprüng-
lich eine weite Flußlandschaft. Die während der Eiszeit
locker verfüllten Talsohlen begünstigten die Ausbildung
eines verzweigten Flußnetzes. Das geringe Gefälle ließ
zahlreiche Mäanderschlingen entstehen. Die gesamte
Flußniederung neigte zur Versumpfung, teilweise auch
zur Vermoorung. Periodisch wurde die mit Bruchwald
bestandene, im Bereich der Aamündung bis zu 600
Meter breite Auen- und Flußlandschaft überflutet. Le-
diglich die bis zu drei Meter aufragenden Talsäume
blieben frei von Überschwemmungen und boten sich
daher zur Besiedlung an. Im Mündungswinkel von Aa
und Werre ragte ein flacher Geländerücken weit in das
Sumpf- und Überschwemmungsgebiet hinein. Die steil
abfallende Geländekante bildete dabei eine deutliche
Siedlungsgrenze. Sie ist noch heute im Osten des Unter-
suchungsgebiets am Abfall zur jetzt verrohrten Bowerre
zu erkennen. Die Bowerre markiert den ursprünglichen
Verlauf der Werre. Der Geländeabfall zur Aa ist deut-
lich flacher. Die Höhenlinien dort konnten aufgrund von
Angaben in den vor dem Rathausbau entstandenen Plä-
nen angegeben werden. Der stärkere Abfall zum Über-
schwemmungsgebiet beginnt dort etwa in der Mitte des
heutigen Rathausplatzes. In diesem Bereich lagen bis
zum Rathausbau nur Gärten. Nach Süden zur Altstadt
bildet der Geländerücken ein gleichmäßiges Plateau aus.
37 Vgl. auch im folgenden Brünger 1936; Stoob 1975.


