162
M. Wemhoff, Das Damenstift Herford
dieser Warenart fällt eine kleinere Anzahl gleichmäßig
0,4 cm dicker Wandungsscherben auf. Diese besitzen
eine ausgesprochen gut geglättete Oberfläche, die
gleichmäßig hellrotbraun (5 YR 6/4) gefärbt ist. Die et-
was hervortretenden Stellen sind glänzend poliert.
Vergleichbare Ware wird von R. Röber als geglättete
Granitgrusware bezeichnet. W. WlNKELMANN nennt
entsprechende Stücke "leuchtend rot polierte Ware".379
W15: Überwiegend reduzierend gebrannte Irden-
ware mit Fein- bis Grobsandmagerung
Die Scherbe hat einen unregelmäßigen Bruch, der auf-
grund der starken Schichtung in sich gezackt ist. Die
Färbung des Bruches geht am Rand in die Färbung der
Oberfläche über. Der Kern hebt sich häufig farblich von
der Oberfläche ab, es kommt auch zur Ausbildung von
farblich differenzierten Lagen. Dabei wechseln braun-
rötliche (5 YR 7/2-7/4) Töne mit grauen oder graugel-
ben (10 YR 7/1-7/3) Farben ab. Die Magerung besteht
überwiegend aus Fein- bis Grobsanden (0,063-0,63
mm), vereinzelt tritt jedoch Gesteinsgrus bis 3 mm
Größe auf. Die Magerung verleiht den 0,3-0,6 cm star-
ken Scherben die charakteristische, rauhe bis sandig
rauhe Oberfläche, deren Färbung der des Bruches
gleicht, aber stellenweise dunkelgrau (7.5 YR 810) bis
schwarz (7.5 YR 210) ist. Die Scherbe ist mit 3 bis 4
auf der Mohs'schen Härteskala mäßig hart gebrannt.
Die Warenart liegt im Grenzbereich zur uneinheitlich
gebrannten, grob gemagerten Irdenware (Wll) und hat
ebenso Beziehung zur grauen feingemagerten Irdenware
(W33).380
W16: Gelbgraue, rauhwandige Drehscheibenware
Die geradlinigen, nur relativ wenig Ecken aufweisenden
Bruchflächen besitzen zumeist ein großes Farbspek-
trum. Es reicht von grauen (10 YR 6/1) über hellrote (5
YR 7/4) bis zu dunkelgrauen (5 YR 3/1) Tönen. Ein-
heitlich gebrannte Stücke treten selten auf. Die Mage-
rung ist feinsandig. Die Oberfläche der Scherben ist
dementsprechend rauh, die Magerungsbestandteile sind
aber meistens mit einem Tonhäutchen bedeckt. Ihre
Färbung entspricht dem beim Bruch auftretenden Farb-
spektrum, es überwiegen leicht gelblich graue Töne. Die
Wandungsstärke beträgt 0,2-0,5 cm. Die Härte der
Scherben liegt zwischen 5 und 6 auf der Mohs'schen
Härteskala.381
379 Röber 19901, 26f; Winkelmann 1966, 35f.
380 Die Warenart entspricht der uneinheitlich gebrannten Irdenware
mit Fein- bis Grobsandmagerung bei Peine, 1988 (Warenart 14)
sowie der Warenart 23 bei Röber 1990 II.
381 Die dünnwandigen Stücke der Warenart entsprechen der Wa-
renart 15 bei Peine, 1988. - Beziehungen bestehen auch zu den
in Zimmersrode nahe Fritzlar hergestellten Gefäßen, vgl. Ste-
phan 1982; Best 1991.
IV. 1.3 Oxydierend gebrannte Irdenware
W21: Gelbe, feingemagerte Ware
Der glatte, kantige Bruch der dünnwandigen, 0,2-0,7 cm
starken Scherben ist zumeist einheitlich gefärbt. Das
Farbspektrum schwankt zwischen gelb (5 YR 8/8) und
hellbraun (10 YR 8/1), wobei hellere Tonkerne auftre-
ten. Die Magerung besteht aus Feinsand, einige Frag-
mente sind angeschmolzen. Die Oberfläche ist glatt, die
Magerungsbestandteile sind nahezu vollständig mit Ton
überdeckt. Die Färbung der Oberfläche ist einheitlich,
sie reicht von hellgelb (2,5 YR 8/4) bis hellbraun (10
YR 8/1). Die Härte der Scherben liegt zwischen 3 und 5
auf der Mohs'schen Härteskala.
Eine Unterteilung in Varianten ist ohne eine große Zahl
von Dünnschliffuntersuchungen nicht möglich, so daß
nur bei den anhand der Formen deutlich erkennbaren
Fragmenten eine nähere Zuweisung zu folgenden Grup-
pen durchgeführt wurde:
a) Badorfer Machart
b) Keramik vom Typ Hunneschans
c) Pingsdorfer Machart
Die Gefäße dieser Gruppen sind zumindest im oberen
Bereich auf der langsam rotierenden Drehscheibe nach-
gedreht worden.382
W22: Gelbe, mittelgrobgemagerte Irdenware
Der kantige, häufig nahezu rechtwinklige Bruch der
dünnwandigen, 0,2-0,6 cm starken Scherben ist bei den
einzelnen Fragmenten sehr unterschiedlich und reicht
von gelbroten (7,5 YR 8/4) über gelbbraune (10 YR
7/2) bis zu braungrauen (10 YR 5/3) Tönen. Die Mage-
rung besteht aus Feinsand. Die Oberfläche ist bei eini-
gen Fragmenten, insbesondere bei denen gelbroter Fär-
bung, gut geglättet. Bei anderen sind die Abdrücke der
Finger vom Herstellungsvorgang noch deutlich zu er-
kennen. Die Härte der Scherben liegt zwischen 3 und 5
auf der Mohs'schen Härteskala. Die meisten Gefäße die-
ser Gruppe sind handgeformt, einige sind auf der Dreh-
scheibe nachgedreht worden.
Die Warenart 22 umfaßt alle gelben Irdenwaren, die
nicht eindeutig der Warenart 21 zugeordnet werden
konnten.383
W25: Rote, poröse Drehscheibenware
Der schiefrig strukturierte, stark gezackte Bruch des mit
0,4-0,6 cm dünnwandigen Scherbens ist relativ einheit-
lich hellrot (5 YR 7/4) gefärbt. Die Magerung enthält
neben Fein- und Mittelsanden auch Quarzfragmente von
bis zu 1 mm Dicke. Der Scherben weist viele Poren auf.
Diese verursachen die rauhe Oberfläche, die in der Fär-
bung der des Bruches entspricht. Die Härte des Scher-
bens auf der Mohs'schen Härteskala beträgt 4 bis 5. Die
382 Claussen/Lobbedey 1989, 124ff.; Janssen 1987; Lobbedey
1968; Lüdtke 1985; Peine 1992II.
383 Die Gefäße scheinen lokaler Provenienz zuzugehören oder aus
dem südniedersächsischen Raum importiert worden zu sein. Die
Warenart entspricht der Warenart 22 bei Peine 1988.
M. Wemhoff, Das Damenstift Herford
dieser Warenart fällt eine kleinere Anzahl gleichmäßig
0,4 cm dicker Wandungsscherben auf. Diese besitzen
eine ausgesprochen gut geglättete Oberfläche, die
gleichmäßig hellrotbraun (5 YR 6/4) gefärbt ist. Die et-
was hervortretenden Stellen sind glänzend poliert.
Vergleichbare Ware wird von R. Röber als geglättete
Granitgrusware bezeichnet. W. WlNKELMANN nennt
entsprechende Stücke "leuchtend rot polierte Ware".379
W15: Überwiegend reduzierend gebrannte Irden-
ware mit Fein- bis Grobsandmagerung
Die Scherbe hat einen unregelmäßigen Bruch, der auf-
grund der starken Schichtung in sich gezackt ist. Die
Färbung des Bruches geht am Rand in die Färbung der
Oberfläche über. Der Kern hebt sich häufig farblich von
der Oberfläche ab, es kommt auch zur Ausbildung von
farblich differenzierten Lagen. Dabei wechseln braun-
rötliche (5 YR 7/2-7/4) Töne mit grauen oder graugel-
ben (10 YR 7/1-7/3) Farben ab. Die Magerung besteht
überwiegend aus Fein- bis Grobsanden (0,063-0,63
mm), vereinzelt tritt jedoch Gesteinsgrus bis 3 mm
Größe auf. Die Magerung verleiht den 0,3-0,6 cm star-
ken Scherben die charakteristische, rauhe bis sandig
rauhe Oberfläche, deren Färbung der des Bruches
gleicht, aber stellenweise dunkelgrau (7.5 YR 810) bis
schwarz (7.5 YR 210) ist. Die Scherbe ist mit 3 bis 4
auf der Mohs'schen Härteskala mäßig hart gebrannt.
Die Warenart liegt im Grenzbereich zur uneinheitlich
gebrannten, grob gemagerten Irdenware (Wll) und hat
ebenso Beziehung zur grauen feingemagerten Irdenware
(W33).380
W16: Gelbgraue, rauhwandige Drehscheibenware
Die geradlinigen, nur relativ wenig Ecken aufweisenden
Bruchflächen besitzen zumeist ein großes Farbspek-
trum. Es reicht von grauen (10 YR 6/1) über hellrote (5
YR 7/4) bis zu dunkelgrauen (5 YR 3/1) Tönen. Ein-
heitlich gebrannte Stücke treten selten auf. Die Mage-
rung ist feinsandig. Die Oberfläche der Scherben ist
dementsprechend rauh, die Magerungsbestandteile sind
aber meistens mit einem Tonhäutchen bedeckt. Ihre
Färbung entspricht dem beim Bruch auftretenden Farb-
spektrum, es überwiegen leicht gelblich graue Töne. Die
Wandungsstärke beträgt 0,2-0,5 cm. Die Härte der
Scherben liegt zwischen 5 und 6 auf der Mohs'schen
Härteskala.381
379 Röber 19901, 26f; Winkelmann 1966, 35f.
380 Die Warenart entspricht der uneinheitlich gebrannten Irdenware
mit Fein- bis Grobsandmagerung bei Peine, 1988 (Warenart 14)
sowie der Warenart 23 bei Röber 1990 II.
381 Die dünnwandigen Stücke der Warenart entsprechen der Wa-
renart 15 bei Peine, 1988. - Beziehungen bestehen auch zu den
in Zimmersrode nahe Fritzlar hergestellten Gefäßen, vgl. Ste-
phan 1982; Best 1991.
IV. 1.3 Oxydierend gebrannte Irdenware
W21: Gelbe, feingemagerte Ware
Der glatte, kantige Bruch der dünnwandigen, 0,2-0,7 cm
starken Scherben ist zumeist einheitlich gefärbt. Das
Farbspektrum schwankt zwischen gelb (5 YR 8/8) und
hellbraun (10 YR 8/1), wobei hellere Tonkerne auftre-
ten. Die Magerung besteht aus Feinsand, einige Frag-
mente sind angeschmolzen. Die Oberfläche ist glatt, die
Magerungsbestandteile sind nahezu vollständig mit Ton
überdeckt. Die Färbung der Oberfläche ist einheitlich,
sie reicht von hellgelb (2,5 YR 8/4) bis hellbraun (10
YR 8/1). Die Härte der Scherben liegt zwischen 3 und 5
auf der Mohs'schen Härteskala.
Eine Unterteilung in Varianten ist ohne eine große Zahl
von Dünnschliffuntersuchungen nicht möglich, so daß
nur bei den anhand der Formen deutlich erkennbaren
Fragmenten eine nähere Zuweisung zu folgenden Grup-
pen durchgeführt wurde:
a) Badorfer Machart
b) Keramik vom Typ Hunneschans
c) Pingsdorfer Machart
Die Gefäße dieser Gruppen sind zumindest im oberen
Bereich auf der langsam rotierenden Drehscheibe nach-
gedreht worden.382
W22: Gelbe, mittelgrobgemagerte Irdenware
Der kantige, häufig nahezu rechtwinklige Bruch der
dünnwandigen, 0,2-0,6 cm starken Scherben ist bei den
einzelnen Fragmenten sehr unterschiedlich und reicht
von gelbroten (7,5 YR 8/4) über gelbbraune (10 YR
7/2) bis zu braungrauen (10 YR 5/3) Tönen. Die Mage-
rung besteht aus Feinsand. Die Oberfläche ist bei eini-
gen Fragmenten, insbesondere bei denen gelbroter Fär-
bung, gut geglättet. Bei anderen sind die Abdrücke der
Finger vom Herstellungsvorgang noch deutlich zu er-
kennen. Die Härte der Scherben liegt zwischen 3 und 5
auf der Mohs'schen Härteskala. Die meisten Gefäße die-
ser Gruppe sind handgeformt, einige sind auf der Dreh-
scheibe nachgedreht worden.
Die Warenart 22 umfaßt alle gelben Irdenwaren, die
nicht eindeutig der Warenart 21 zugeordnet werden
konnten.383
W25: Rote, poröse Drehscheibenware
Der schiefrig strukturierte, stark gezackte Bruch des mit
0,4-0,6 cm dünnwandigen Scherbens ist relativ einheit-
lich hellrot (5 YR 7/4) gefärbt. Die Magerung enthält
neben Fein- und Mittelsanden auch Quarzfragmente von
bis zu 1 mm Dicke. Der Scherben weist viele Poren auf.
Diese verursachen die rauhe Oberfläche, die in der Fär-
bung der des Bruches entspricht. Die Härte des Scher-
bens auf der Mohs'schen Härteskala beträgt 4 bis 5. Die
382 Claussen/Lobbedey 1989, 124ff.; Janssen 1987; Lobbedey
1968; Lüdtke 1985; Peine 1992II.
383 Die Gefäße scheinen lokaler Provenienz zuzugehören oder aus
dem südniedersächsischen Raum importiert worden zu sein. Die
Warenart entspricht der Warenart 22 bei Peine 1988.


