IV. Das keramische Fundmaterial
163
Ware ist auf der Drehscheibe hergestellt worden.
Sie gleicht mit Ausnahme der Färbung stark der gelb-
grauen, rauhwandigen Drehscheibenware.384
W26: Rote Irdenware
Die Bruchflächen der 0,4-0,8 cm starken Fragmente
sind schiefrig und unregelmäßig. Die Färbung entspricht
der rötlichen Färbung der Oberfläche; graue Tonkerne
sind häufig ausgeprägt. Die Magerung der Scherben ist
sehr uneinheitlich, und einige grobgemagerte Fragmente
mit durchgehender Rotfärbung könnten auch der unein-
heitlich gebrannten, rot gemagerten Irdenware zugehö-
ren. Mit Ausnahme dieser grobgemagerten Stücke be-
steht die Magerung aus Fein- und Mittelsanden. Die
Färbung der Oberfläche schwankt zwischen hellrot (5
YR 6/6) und rötlich-braun (2,5 YR 5/4). Die Härte der
Scherben liegt auf der Mohs'schen Härteskala zwischen
3 und 4.385
IV.1.4 Reduzierend gebrannte Irdenware
W31: Paffrather Ware
Die Scherben sind kantig und unregelmäßig gebrochen.
Die Bruchstelle weist eine blättrige Struktur auf. Die
Färbung des Bruches reicht von weißen (7.5 YR 8/0) bis
zu dunkelgrauen (7.5 YR 3/0) Tönen, wobei die Fär-
bung einer Bruchstelle meistens sehr uneinheitlich ist.
Die Magerung besteht aus feinem bis mittlerem Sand
(0,008-0,7 mm). Die Oberfläche ist daher leicht rauh.
Die von sekundärem Brand z.T. schwarz verfärbte
Oberfläche ist im ursprünglichen Zustand weiß (7.5 YR
8/0) bis grau (5 YR 6/1). Die hervortretenden Mage-
rungsbestandteile wirken häufig blau, was der Scherbe
insgesamt eine blau gesprenkelte, metallische Wirkung
verleiht. Die Warenart ist mit einem Wert um 5 auf der
Mohs'schen Härteskala hart gebrannt.386 Die vorhan-
denen Wandscherben belegen den Aufbau der Gefäße
mit der Hand.
Eine Sonderform stellen die beiden möglicherweise von
einem Aquamanile stammenden Gefäßbruchteile mit
umlaufenden Reihen ausgeschnittener Dreiecke dar
(Taf 25).
W32: Harte, grobgemagerte graue Irdenware
Der unregelmäßige, teils gezackte Bruch zeigt eine ge-
schichtete Struktur. Die Farbe des Bruches stimmt weit-
gehend mit der Farbe der Oberfläche überein. Hellgraue
(7.5 YR 7/0) bis graue (7.5 YR 5/0) und dunkelgraue
Töne herrschen vor. Bei einer kleineren Anzahl von
Scherben hebt sich die dunkelgraue (2.5 YR 4/0) Bruch-
384 Die Keramik entspricht der roten, porösen Irdenware (Warenart
33) bei Peine 1988; vgl. Stephan 1978/79, 317: rote rauhwan-
dige Ware.
385 Die Warenart entspricht der roten Irdenware bei Peine 1988.
386 Die Warenart entspricht der Warenart 31 bei Peine 1988 und der
blaugrauen Kugeltopfware Paffrather Art bei Lobbedey 1979 II,
45; vgl. Janssen 1987; Lüdtke 1985; Lung 1956.
fläche von den hellgrauen, sehr glatten Außenseiten ab.
Die Magerung besteht aus mittleren bis groben (0,2-2
mm) Quarzsanden, in geringen Mengen ist auch Ge-
steinsgrus oder Kalk bei der Magerung verwandt wor-
den. Die Härte der 0,4-0,9 cm starken Scherben liegt
zwischen 4 und 6 auf der Mohs'schen Härteskala.
Diese Warenart entwickelt sich in fließendem Übergang
aus der Gruppe der uneinheitlich gebrannten, grob ge-
magerten Irdenware über die Gruppe der überwiegend
reduzierend gebrannten Irdenware W15, von der sie
sich häufig nur durch den vollständig reduzierenden
Brand unterscheidet. Auch bestehen Bezüge zur sehr
harten bis steinzeugartig harten grauen Irdenware.387
W33: Harte, feingemagerte Irdenware
Der Bruch dieser Warenart ist glatt und kantig, teilweise
sind die Bruchstellen rechtwinklig. Die überwiegend
graue (7.5 YR 4/0-6/0) Färbung des Bruches stimmt mit
der Färbung der Oberfläche überein oder ist etwas hel-
ler. Der Ton ist feinsandig gemagert (0,06-0,2 mm).
Selten treten mittlere Quarzsande auf. Die 0,3-0,8 cm
starke Scherbe ist an der Oberfläche glatt, da kaum Ma-
gerungsbestandteile offenliegen. Häufig schimmert die
Oberfläche silbrig bis metallisch und ist blaugrau bis
schwarzblau gefärbt. Die Härte liegt bei 5 auf der
Mohs'schen Härteskala. Drehspuren finden sich ebenso
wie von Hand geformte Gefäße.388
W34: Sehr harte bis steinzeugartig harte graue Ware
Der glatte, kantige und meist rechtwinklige Bruch der
Scherben ist recht einheitlich grau (2.5 YR 4/0-5/0) bis
blaugrau gefärbt. Bei einigen Scherben sind braunrote
(2.5 YR 5/6) Innenzonen nachzuweisen. Die gut gerun-
deten Fragmente der Magerung sind 0,002-0,25 mm
groß. Die helle, fast weiße Färbung der Magerungspar-
tikel verleiht dem Bruch ein gleichmäßig gesprenkeltes
Aussehen. Die Oberfläche der 0,2-0,6 cm starken Wan-
dung ist relativ glatt. Da kaum Magerungspartikel of-
fenliegen, ist eine einheitlich graue (2.5 YR 4/0-5/0)
Färbung der Oberfläche entstanden. Diese schimmert
häufig stark silbrig. Die Werte der sehr harten Scherben
befinden sich auf der Mohs’schen Härteskala bei 6 und
z.T. bei 7. Damit liegt diese Warenart schon sehr nahe
bei der Gruppe der steinzeugartig harten Waren.389 Die
Scherben weisen überwiegend Drehspuren auf, aber
auch die Formung mit der Hand ist nachzuweisen. Die
handgeformten, ansonsten aber gleichartigen Scherben
gehören wohl zum Gefäßunterteil.
387 Sie entspricht der Warenart 40 bei Röber 1990 II und der Wa-
renart 35 bei Peine 1988. Er nennt folgende Herstellungsorte in
Westfalen: Boffzen, Leeden, Neuenheerse; in Südniedersach-
sen: Bengerode, Duingen, Coppengrave; in Hessen: Töpfereien
an Fulda und Donne bei Gottsbüren sowie in Reinersen.
388 Die Warenart entspricht der Warenart 34 bei Peine 1988 und der
Warenart 44 bei Röber 1990 II. Die bei Peine aufgeführte Wa-
renart 32 der hellgrauen feinen Irdenware mit graublauer Ober-
fläche konnte in Herford nicht festgestellt werden.
389 Diese Warenart entspricht der sehr harten bis steinzeugartig
harten grauen Irdenware (Warenart 41) bei Peine und der Wa-
renart 44 bei Röber 1990II.
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Ware ist auf der Drehscheibe hergestellt worden.
Sie gleicht mit Ausnahme der Färbung stark der gelb-
grauen, rauhwandigen Drehscheibenware.384
W26: Rote Irdenware
Die Bruchflächen der 0,4-0,8 cm starken Fragmente
sind schiefrig und unregelmäßig. Die Färbung entspricht
der rötlichen Färbung der Oberfläche; graue Tonkerne
sind häufig ausgeprägt. Die Magerung der Scherben ist
sehr uneinheitlich, und einige grobgemagerte Fragmente
mit durchgehender Rotfärbung könnten auch der unein-
heitlich gebrannten, rot gemagerten Irdenware zugehö-
ren. Mit Ausnahme dieser grobgemagerten Stücke be-
steht die Magerung aus Fein- und Mittelsanden. Die
Färbung der Oberfläche schwankt zwischen hellrot (5
YR 6/6) und rötlich-braun (2,5 YR 5/4). Die Härte der
Scherben liegt auf der Mohs'schen Härteskala zwischen
3 und 4.385
IV.1.4 Reduzierend gebrannte Irdenware
W31: Paffrather Ware
Die Scherben sind kantig und unregelmäßig gebrochen.
Die Bruchstelle weist eine blättrige Struktur auf. Die
Färbung des Bruches reicht von weißen (7.5 YR 8/0) bis
zu dunkelgrauen (7.5 YR 3/0) Tönen, wobei die Fär-
bung einer Bruchstelle meistens sehr uneinheitlich ist.
Die Magerung besteht aus feinem bis mittlerem Sand
(0,008-0,7 mm). Die Oberfläche ist daher leicht rauh.
Die von sekundärem Brand z.T. schwarz verfärbte
Oberfläche ist im ursprünglichen Zustand weiß (7.5 YR
8/0) bis grau (5 YR 6/1). Die hervortretenden Mage-
rungsbestandteile wirken häufig blau, was der Scherbe
insgesamt eine blau gesprenkelte, metallische Wirkung
verleiht. Die Warenart ist mit einem Wert um 5 auf der
Mohs'schen Härteskala hart gebrannt.386 Die vorhan-
denen Wandscherben belegen den Aufbau der Gefäße
mit der Hand.
Eine Sonderform stellen die beiden möglicherweise von
einem Aquamanile stammenden Gefäßbruchteile mit
umlaufenden Reihen ausgeschnittener Dreiecke dar
(Taf 25).
W32: Harte, grobgemagerte graue Irdenware
Der unregelmäßige, teils gezackte Bruch zeigt eine ge-
schichtete Struktur. Die Farbe des Bruches stimmt weit-
gehend mit der Farbe der Oberfläche überein. Hellgraue
(7.5 YR 7/0) bis graue (7.5 YR 5/0) und dunkelgraue
Töne herrschen vor. Bei einer kleineren Anzahl von
Scherben hebt sich die dunkelgraue (2.5 YR 4/0) Bruch-
384 Die Keramik entspricht der roten, porösen Irdenware (Warenart
33) bei Peine 1988; vgl. Stephan 1978/79, 317: rote rauhwan-
dige Ware.
385 Die Warenart entspricht der roten Irdenware bei Peine 1988.
386 Die Warenart entspricht der Warenart 31 bei Peine 1988 und der
blaugrauen Kugeltopfware Paffrather Art bei Lobbedey 1979 II,
45; vgl. Janssen 1987; Lüdtke 1985; Lung 1956.
fläche von den hellgrauen, sehr glatten Außenseiten ab.
Die Magerung besteht aus mittleren bis groben (0,2-2
mm) Quarzsanden, in geringen Mengen ist auch Ge-
steinsgrus oder Kalk bei der Magerung verwandt wor-
den. Die Härte der 0,4-0,9 cm starken Scherben liegt
zwischen 4 und 6 auf der Mohs'schen Härteskala.
Diese Warenart entwickelt sich in fließendem Übergang
aus der Gruppe der uneinheitlich gebrannten, grob ge-
magerten Irdenware über die Gruppe der überwiegend
reduzierend gebrannten Irdenware W15, von der sie
sich häufig nur durch den vollständig reduzierenden
Brand unterscheidet. Auch bestehen Bezüge zur sehr
harten bis steinzeugartig harten grauen Irdenware.387
W33: Harte, feingemagerte Irdenware
Der Bruch dieser Warenart ist glatt und kantig, teilweise
sind die Bruchstellen rechtwinklig. Die überwiegend
graue (7.5 YR 4/0-6/0) Färbung des Bruches stimmt mit
der Färbung der Oberfläche überein oder ist etwas hel-
ler. Der Ton ist feinsandig gemagert (0,06-0,2 mm).
Selten treten mittlere Quarzsande auf. Die 0,3-0,8 cm
starke Scherbe ist an der Oberfläche glatt, da kaum Ma-
gerungsbestandteile offenliegen. Häufig schimmert die
Oberfläche silbrig bis metallisch und ist blaugrau bis
schwarzblau gefärbt. Die Härte liegt bei 5 auf der
Mohs'schen Härteskala. Drehspuren finden sich ebenso
wie von Hand geformte Gefäße.388
W34: Sehr harte bis steinzeugartig harte graue Ware
Der glatte, kantige und meist rechtwinklige Bruch der
Scherben ist recht einheitlich grau (2.5 YR 4/0-5/0) bis
blaugrau gefärbt. Bei einigen Scherben sind braunrote
(2.5 YR 5/6) Innenzonen nachzuweisen. Die gut gerun-
deten Fragmente der Magerung sind 0,002-0,25 mm
groß. Die helle, fast weiße Färbung der Magerungspar-
tikel verleiht dem Bruch ein gleichmäßig gesprenkeltes
Aussehen. Die Oberfläche der 0,2-0,6 cm starken Wan-
dung ist relativ glatt. Da kaum Magerungspartikel of-
fenliegen, ist eine einheitlich graue (2.5 YR 4/0-5/0)
Färbung der Oberfläche entstanden. Diese schimmert
häufig stark silbrig. Die Werte der sehr harten Scherben
befinden sich auf der Mohs’schen Härteskala bei 6 und
z.T. bei 7. Damit liegt diese Warenart schon sehr nahe
bei der Gruppe der steinzeugartig harten Waren.389 Die
Scherben weisen überwiegend Drehspuren auf, aber
auch die Formung mit der Hand ist nachzuweisen. Die
handgeformten, ansonsten aber gleichartigen Scherben
gehören wohl zum Gefäßunterteil.
387 Sie entspricht der Warenart 40 bei Röber 1990 II und der Wa-
renart 35 bei Peine 1988. Er nennt folgende Herstellungsorte in
Westfalen: Boffzen, Leeden, Neuenheerse; in Südniedersach-
sen: Bengerode, Duingen, Coppengrave; in Hessen: Töpfereien
an Fulda und Donne bei Gottsbüren sowie in Reinersen.
388 Die Warenart entspricht der Warenart 34 bei Peine 1988 und der
Warenart 44 bei Röber 1990 II. Die bei Peine aufgeführte Wa-
renart 32 der hellgrauen feinen Irdenware mit graublauer Ober-
fläche konnte in Herford nicht festgestellt werden.
389 Diese Warenart entspricht der sehr harten bis steinzeugartig
harten grauen Irdenware (Warenart 41) bei Peine und der Wa-
renart 44 bei Röber 1990II.


