206
P. Ilisch
Typs. Eine Prägung über 855 hinaus ist nicht unwahr-
scheinlich. Um eventuelle Nachahmungen und post-
hume Prägungen voneinander zu trennen, wäre eine
detaillierte Untersuchung von größeren Mengen dieser
Münzen notwendig. Es ist zu hoffen, daß der für die
Forschung gesicherte, 1991 entdeckte Fund von Tzum-
marum/Friesland mit seinen 2606 Miinzen dieses um-
strittenen Typs nähere Klarheit bringen wird.4
Bemerkenswert an dem Fund einer Miinze Lothars aus
dem Fernhandelsort Dorestad im sächsischen Herford
ist, daß sich damit die schon für die merowingische Zeit
sich andeutenden Verbindungen in das 9. Jahrhundert
hinein fortzusetzen scheinen,5 und daß Münzen aus
Lotharingien in den Umlauf des ostfränkischen Reiches
gelangten. Letzteres wurde sicher dadurch erleichtert,
daß die Silbergewichte in beiden Reichen identisch wa-
ren. Inwieweit der Herforder Fund symptomatisch ist,
kann angesichts der spärlichen Zahl gefundener karo-
lingischer Münzen in Westfalen6 nicht beurteilt werden.
Gfsch. Lippe. Simon VII. 1613-27, Pfennig ohne Jahr
(1623), mit Gegenstempel von 1640,
Grote/Hölzermann 126.
FO: Befund 414
B. Osnabrück. Balduin von Russel 1259-64, Hälbling,
Kennepohl 75, 0,54 g.
FO: Befund 1203
St. Herford. Groschen 1638, Grote var. zu a-d.
FO: Befund 1293
B. Osnabrück. unbest. Bischof, Typ 1270-1349, Vier-
üng, 0,12 g.
FO: Befund 1293
Nürnberger Rechenpfennig des Meisters Hans Schultes
(1608-12), Mitchiner 1404, doppelt gelocht.
FO: Befund 1293
Hzgtm. Sachsen-Coburg. Albrecht III. 1680-99, Mzst.
Coburg, Heller 1681, Grasser 394.
FO: Befund 1538
Unbestimmt. Spätmittelalter.
FO: Befund 1575
Hzgtm. Westfalen. Konrad von Hochstaden als Elekt
1238-39, Mzst. Soest, Pfennig, Hävernick 1008,
1,26 g.
FO: Befund 1575
4 A. Pol, Spectaculaire schatvondst uit de 9e eeuw. De Beeldenaar
16, 1992, 66-71.
5 Ein sicher friesischer merowingischer Triens wurde in Balve-
Garbeck (Märkischer Kreis) gefunden, vgl. P. Ilisch, Münzfunde.
Ausgr. u. Funde in Westf.-Lippe [AFWL] 7 (Münster 1992) 306 f.;
ein Triens des Madelinus aus Dorestad in Osnabrück-Hellem, vgl.
Ders., Antike und mittelalterliche Münzfunde im Osnabrücker
Land. Führer vor- u. frühgesch. Denkmäler 42 (Mainz 1979) 160 f.
6 Vgl. P. Berghaus, Karolingische Münzen in Westfalen. Westfalen
51, 1973.22-32.
Nordwestdeutschland. nicht weiter bestimmbarer Hohl-
pfennig mit Strahlenrand, 2. Hälfte 14./15. Jahrhundert.
FO: Befund 1575
Abtei Herford. Heinrich II. 1304-32, Pfennig, GROTE
25, 0,95 g (Taf. 160, Nr. 2).
FO: Befund 1594
Unbestimmt. spätmittelalterlicher Hälbling.
FO: Befund 1594
St. Dortmund. Viertelalbus ca. 1430-88, BERGHAUS
122, 0,62 g.
FO: Befund 1595
Gfsch. Ravensberg. Otto III. 1249-1306, Mzst. Biele-
feld, Pfennig auf münsterischen Schlag (nach 1272),
GROTE 42, 1,27 g (Taf. 160. Nr. 1).
FO: Befund 1710
Gfsch. Ravensberg. Wilhelm II. 1360-97, Pfennig,
Stange 44 ff.
FO: Befund 1791
B. Osnabrück. Ludwig von Ravensberg 1297-1308,
Mzst. Osnabrück, Vierling, Kennepohl 98, 0,31 g.
FO: Befund 3002
Gfsch, Ravensberg. Wolfgang Wilhelm 1623-47, Mzst.
Bielefeld, Körtling 1630, STANGE 201.
FO: Befund 3003
Gfsch. Lippe. Friedrich Adolf 1697-1718, Kupfer-1/2-
Pfennig ohne Jahr, Grote/Hölzermann 245.
FO: Befund 3043
—, Simon VII. 1613-27, Kupfer-Pfennig (um 1619),
Grote/Hölzermann 121c.
FO: Befund 3068
—, Pfennig 1851, JÄGER 9b.
FO: Befund 3068
Gfsch. Ravensberg. Wilhelm II. als Herzog 1380-97,
Vierling, STANGE 53, 0,29 g.
FO: Befund 3068
St. Dortmund. 1/4 Stüber 1754, BERGHAUS 250.
FO: Befund 3068
Hzgtm. Braunschweig-Grubenhagen. Emst I. zu Oste-
rode (gest. 1361), Vierling (Hohlprägung), Berliner
Münzblätter 1918, 279 Abb. 2, 0,10 g.
FO: Befund 3068
P. Ilisch
Typs. Eine Prägung über 855 hinaus ist nicht unwahr-
scheinlich. Um eventuelle Nachahmungen und post-
hume Prägungen voneinander zu trennen, wäre eine
detaillierte Untersuchung von größeren Mengen dieser
Münzen notwendig. Es ist zu hoffen, daß der für die
Forschung gesicherte, 1991 entdeckte Fund von Tzum-
marum/Friesland mit seinen 2606 Miinzen dieses um-
strittenen Typs nähere Klarheit bringen wird.4
Bemerkenswert an dem Fund einer Miinze Lothars aus
dem Fernhandelsort Dorestad im sächsischen Herford
ist, daß sich damit die schon für die merowingische Zeit
sich andeutenden Verbindungen in das 9. Jahrhundert
hinein fortzusetzen scheinen,5 und daß Münzen aus
Lotharingien in den Umlauf des ostfränkischen Reiches
gelangten. Letzteres wurde sicher dadurch erleichtert,
daß die Silbergewichte in beiden Reichen identisch wa-
ren. Inwieweit der Herforder Fund symptomatisch ist,
kann angesichts der spärlichen Zahl gefundener karo-
lingischer Münzen in Westfalen6 nicht beurteilt werden.
Gfsch. Lippe. Simon VII. 1613-27, Pfennig ohne Jahr
(1623), mit Gegenstempel von 1640,
Grote/Hölzermann 126.
FO: Befund 414
B. Osnabrück. Balduin von Russel 1259-64, Hälbling,
Kennepohl 75, 0,54 g.
FO: Befund 1203
St. Herford. Groschen 1638, Grote var. zu a-d.
FO: Befund 1293
B. Osnabrück. unbest. Bischof, Typ 1270-1349, Vier-
üng, 0,12 g.
FO: Befund 1293
Nürnberger Rechenpfennig des Meisters Hans Schultes
(1608-12), Mitchiner 1404, doppelt gelocht.
FO: Befund 1293
Hzgtm. Sachsen-Coburg. Albrecht III. 1680-99, Mzst.
Coburg, Heller 1681, Grasser 394.
FO: Befund 1538
Unbestimmt. Spätmittelalter.
FO: Befund 1575
Hzgtm. Westfalen. Konrad von Hochstaden als Elekt
1238-39, Mzst. Soest, Pfennig, Hävernick 1008,
1,26 g.
FO: Befund 1575
4 A. Pol, Spectaculaire schatvondst uit de 9e eeuw. De Beeldenaar
16, 1992, 66-71.
5 Ein sicher friesischer merowingischer Triens wurde in Balve-
Garbeck (Märkischer Kreis) gefunden, vgl. P. Ilisch, Münzfunde.
Ausgr. u. Funde in Westf.-Lippe [AFWL] 7 (Münster 1992) 306 f.;
ein Triens des Madelinus aus Dorestad in Osnabrück-Hellem, vgl.
Ders., Antike und mittelalterliche Münzfunde im Osnabrücker
Land. Führer vor- u. frühgesch. Denkmäler 42 (Mainz 1979) 160 f.
6 Vgl. P. Berghaus, Karolingische Münzen in Westfalen. Westfalen
51, 1973.22-32.
Nordwestdeutschland. nicht weiter bestimmbarer Hohl-
pfennig mit Strahlenrand, 2. Hälfte 14./15. Jahrhundert.
FO: Befund 1575
Abtei Herford. Heinrich II. 1304-32, Pfennig, GROTE
25, 0,95 g (Taf. 160, Nr. 2).
FO: Befund 1594
Unbestimmt. spätmittelalterlicher Hälbling.
FO: Befund 1594
St. Dortmund. Viertelalbus ca. 1430-88, BERGHAUS
122, 0,62 g.
FO: Befund 1595
Gfsch. Ravensberg. Otto III. 1249-1306, Mzst. Biele-
feld, Pfennig auf münsterischen Schlag (nach 1272),
GROTE 42, 1,27 g (Taf. 160. Nr. 1).
FO: Befund 1710
Gfsch. Ravensberg. Wilhelm II. 1360-97, Pfennig,
Stange 44 ff.
FO: Befund 1791
B. Osnabrück. Ludwig von Ravensberg 1297-1308,
Mzst. Osnabrück, Vierling, Kennepohl 98, 0,31 g.
FO: Befund 3002
Gfsch, Ravensberg. Wolfgang Wilhelm 1623-47, Mzst.
Bielefeld, Körtling 1630, STANGE 201.
FO: Befund 3003
Gfsch. Lippe. Friedrich Adolf 1697-1718, Kupfer-1/2-
Pfennig ohne Jahr, Grote/Hölzermann 245.
FO: Befund 3043
—, Simon VII. 1613-27, Kupfer-Pfennig (um 1619),
Grote/Hölzermann 121c.
FO: Befund 3068
—, Pfennig 1851, JÄGER 9b.
FO: Befund 3068
Gfsch. Ravensberg. Wilhelm II. als Herzog 1380-97,
Vierling, STANGE 53, 0,29 g.
FO: Befund 3068
St. Dortmund. 1/4 Stüber 1754, BERGHAUS 250.
FO: Befund 3068
Hzgtm. Braunschweig-Grubenhagen. Emst I. zu Oste-
rode (gest. 1361), Vierling (Hohlprägung), Berliner
Münzblätter 1918, 279 Abb. 2, 0,10 g.
FO: Befund 3068


