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Wemhoff, Matthias <Prof. Dr.>
Das Damenstift Herford: die archäologischen Ergebnisse zur Geschichte der Profan- und Sakralbauten seit dem späten 8. Jahrhundert (Band 1): Text — Bonn, 1993

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.29808#0228
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210

J. Riederer

Bei den drei Proben handelt es sich somit um schwach
bleihaltige Zinnbronzen mit einem besonders hohen
Zinngehalt. Offensichtlich sind es Glockenbronzen, da
für keinen anderen Gebrauchsgegenstand derart zinnrei-
che Bronzen verwendet wurden, wie die inzwischen
schon sehr umfangreiche Literatur über die Zusammen-
setzung mittelalterlicher Geräte zeigt.

Die Proben von einem Schmelzofen des 16./17. Jahr-
hunderts (Befund 1120, Taf 162a) bestehen aus einer
Mischung von Kupferoxid und sekundären Karbonaten
mit Sand und verglastem Material. Hier handelt es sich

ebenfalls um Reste, die nach dem Bronzeguß zurück-
bleiben. Metallische Reste wurden in dieser Probe nicht
gefunden.

Aus dem Befund 47 stammt ein poröses Material, das
nach dem Ergebnis der Röntgenfeinstrukturanalyse aus
Kalk besteht. Es handelt sich offensichtlich um einen
natürlichen Kalkstein, und zwar um einen sehr jungen
Kalksinter. Da diese Kalksinter üblicherweise gelblich-
weiß sind, ist anzunehmen, daß die graue Färbung mit
einer sekundären Verwendung zusammenhängt.
 
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