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E. Gaida
ten Erhaltungszustandes keine Geschlechtsbestimmung
durchgeführt werden. Ein Frauendefizit, wie aus ande-
ren Untersuchungen berichtet, kann für die vorliegende
Stichprobe nicht festgestellt werden.
Gruppe absolute Werte relative Werte
männlich
15
32.6%
männlich (?)
1
2.2%
weiblich
14
30.4%
weiblich (?)
3
6.5%
geschlechtsunbestimmt
8
17.4%
Kinder u. Jugendliche
5
10.9%
Gesamt
46
100.0%
Tab. 1 Geschlechterverhältnis der erwachsenen Individuen und
Anzahl der Kinder und Jugendlichen.
II.2 Altersstruktur
Der Altersaufbau einer Bevölkerung ist ein gutes Spie-
gelbild der kulturellen Entwicklungsstufe, der medizini-
schen Versorgung und der hygienischen Verhältnisse.
Allerdings muß bei der Altersanalyse einer Skelettserie
immer auch in Betracht gezogen werden, daß die er-
mittelten Daten eine Verzerrung der tatsächlichen Ver-
hältnisse, wie sie in der Lebendbevölkerung geherrscht
haben, wegen möglicher Sonderbestattungsformen dar-
stellen können.
Wie aus Tabelle 2 zu ersehen ist, sind die Altersklassen
Infans I und II mit zwei bzw. drei Individuen sehr
schwach besetzt. Für die Altersstufe Juvenis liegt kein
Individuum vor. Hier muß aber die unsichere Bestim-
mung eines Individuums als subadult oder frühadult in
Erwägung gezogen werden, da die Übergänge zwischen
den Altersklassen fließend sind.
Die Gruppe der Subadulten scheint mit 10% unterreprä-
sentiert zu sein, was auch in einem Vergleich mit ande-
ren Serien (s.a. Schollmayer 1983, Henke u. Nedder
1981) zum Ausdruck kommt, in denen der Anteil die-
ser Gruppe Werte zwischen 20% und 30% erreicht. An
diesen Zahlen wird deutlich, daß die Herforder Serie
einen nicht-repräsentativen Ausschnitt aus dem Gräber-
feld darstellt, denn aufgrund der hohen Säuglings- und
Kindersterblichkeit in früheren Bevölkerungen müßte
insbesondere die Altersklasse Infans I sehr viel stärker
besetzt sein.
Die Altersklassen der Adulten und Maturen zeigen er-
wartungsgemäß die höchsten Werte. Der Anteil der
Maturen liegt mit 15 Individuen oder 32% geringfügig
über dem der Adulten mit 14 Individuen oder 30%. Die
Angaben über den Anteil dieser beiden Altersklassen an
der Gesamtzahl der Bestatteten in anderen Serien sind
nicht einheitlich. Es wird sowohl von einem Überwie-
gen der Adulten als auch von einem Überwiegen der
Maturen berichtet (s.a. SCHOLLMAYER 1983, Henke u.
NEDDER 1981).
Der Anteil der Senilen ist mit zwei Individuen oder 4%
sehr niedrig. Die Wahrscheinlichkeit, die senile Alters-
stufe zu erreichen, scheint in der hier untersuchten Her-
forder Bevölkerung sehr gering gewesen zu sein. Aller-
dings müssen bei der Feststellung der Lebenserwartung
einer Bevölkerung auch schichtenspezifische Differen-
zen berücksichtigt werden, denn Angehörige gehobener
Sozialschichten hatten eine höhere Lebenserwartung als
die sozial niedriger stehende bäuerliche Bevölkerung.
Zur Beantwortung der Frage, ob der Anteil der weibli-
chen Individuen in der adulten Altersstufe aufgrund der
hohen Wochenbettsterblichkeit größer ist als der Anteil
der männlichen Individuen, wurde die Altersstruktur der
erwachsenen Bestatteten nach Geschlechtern aufge-
schlüsselt unter Hinzuzählung der nicht sicher be-
stimmten Männer bzw. Frauen zu dem jeweiligen Ge-
schlecht (Tab. 3). Es zeigt sich zwar ein geringfügiges
Überwiegen der adulten Frauen gegenüber den adulten
Männern, aber das ausgeglichene Geschlechterverhält-
nis in der maturen Alterstufe läßt eine eindeutige Inter-
pretation dieser Ergebnisse nicht zu.
Jahre
absolute Werte
relative Werte
Altersstufen
(nach Martin 1928)
0-6
2
4.3%
Infans I
7-13
3
6.5%
Infans II
14-19
0
0.0%
Juvenis
20-39
14
30.4%
Adultus
40-59
15
32.6%
Maturus
60-x
2
4.3%
Senilis
mind. adult
6
13.0%
nicht feststellbar
4
8.7%
Tab. 2 Altersstruktur (n = 46) der untersuchten Individuen.
E. Gaida
ten Erhaltungszustandes keine Geschlechtsbestimmung
durchgeführt werden. Ein Frauendefizit, wie aus ande-
ren Untersuchungen berichtet, kann für die vorliegende
Stichprobe nicht festgestellt werden.
Gruppe absolute Werte relative Werte
männlich
15
32.6%
männlich (?)
1
2.2%
weiblich
14
30.4%
weiblich (?)
3
6.5%
geschlechtsunbestimmt
8
17.4%
Kinder u. Jugendliche
5
10.9%
Gesamt
46
100.0%
Tab. 1 Geschlechterverhältnis der erwachsenen Individuen und
Anzahl der Kinder und Jugendlichen.
II.2 Altersstruktur
Der Altersaufbau einer Bevölkerung ist ein gutes Spie-
gelbild der kulturellen Entwicklungsstufe, der medizini-
schen Versorgung und der hygienischen Verhältnisse.
Allerdings muß bei der Altersanalyse einer Skelettserie
immer auch in Betracht gezogen werden, daß die er-
mittelten Daten eine Verzerrung der tatsächlichen Ver-
hältnisse, wie sie in der Lebendbevölkerung geherrscht
haben, wegen möglicher Sonderbestattungsformen dar-
stellen können.
Wie aus Tabelle 2 zu ersehen ist, sind die Altersklassen
Infans I und II mit zwei bzw. drei Individuen sehr
schwach besetzt. Für die Altersstufe Juvenis liegt kein
Individuum vor. Hier muß aber die unsichere Bestim-
mung eines Individuums als subadult oder frühadult in
Erwägung gezogen werden, da die Übergänge zwischen
den Altersklassen fließend sind.
Die Gruppe der Subadulten scheint mit 10% unterreprä-
sentiert zu sein, was auch in einem Vergleich mit ande-
ren Serien (s.a. Schollmayer 1983, Henke u. Nedder
1981) zum Ausdruck kommt, in denen der Anteil die-
ser Gruppe Werte zwischen 20% und 30% erreicht. An
diesen Zahlen wird deutlich, daß die Herforder Serie
einen nicht-repräsentativen Ausschnitt aus dem Gräber-
feld darstellt, denn aufgrund der hohen Säuglings- und
Kindersterblichkeit in früheren Bevölkerungen müßte
insbesondere die Altersklasse Infans I sehr viel stärker
besetzt sein.
Die Altersklassen der Adulten und Maturen zeigen er-
wartungsgemäß die höchsten Werte. Der Anteil der
Maturen liegt mit 15 Individuen oder 32% geringfügig
über dem der Adulten mit 14 Individuen oder 30%. Die
Angaben über den Anteil dieser beiden Altersklassen an
der Gesamtzahl der Bestatteten in anderen Serien sind
nicht einheitlich. Es wird sowohl von einem Überwie-
gen der Adulten als auch von einem Überwiegen der
Maturen berichtet (s.a. SCHOLLMAYER 1983, Henke u.
NEDDER 1981).
Der Anteil der Senilen ist mit zwei Individuen oder 4%
sehr niedrig. Die Wahrscheinlichkeit, die senile Alters-
stufe zu erreichen, scheint in der hier untersuchten Her-
forder Bevölkerung sehr gering gewesen zu sein. Aller-
dings müssen bei der Feststellung der Lebenserwartung
einer Bevölkerung auch schichtenspezifische Differen-
zen berücksichtigt werden, denn Angehörige gehobener
Sozialschichten hatten eine höhere Lebenserwartung als
die sozial niedriger stehende bäuerliche Bevölkerung.
Zur Beantwortung der Frage, ob der Anteil der weibli-
chen Individuen in der adulten Altersstufe aufgrund der
hohen Wochenbettsterblichkeit größer ist als der Anteil
der männlichen Individuen, wurde die Altersstruktur der
erwachsenen Bestatteten nach Geschlechtern aufge-
schlüsselt unter Hinzuzählung der nicht sicher be-
stimmten Männer bzw. Frauen zu dem jeweiligen Ge-
schlecht (Tab. 3). Es zeigt sich zwar ein geringfügiges
Überwiegen der adulten Frauen gegenüber den adulten
Männern, aber das ausgeglichene Geschlechterverhält-
nis in der maturen Alterstufe läßt eine eindeutige Inter-
pretation dieser Ergebnisse nicht zu.
Jahre
absolute Werte
relative Werte
Altersstufen
(nach Martin 1928)
0-6
2
4.3%
Infans I
7-13
3
6.5%
Infans II
14-19
0
0.0%
Juvenis
20-39
14
30.4%
Adultus
40-59
15
32.6%
Maturus
60-x
2
4.3%
Senilis
mind. adult
6
13.0%
nicht feststellbar
4
8.7%
Tab. 2 Altersstruktur (n = 46) der untersuchten Individuen.


