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der Beurteilung und Messung des allgemeinen Preisniveaus nur die
Gegenstände der (unmittelbaren) Konsumtion, aber diese auch so
vollständig wie möglich mitzurechnen, also nicht nur Waren. sondern
auch Wohnungsmicten, gewisse Arbeitsleistungen u. dgl. Wenn zu zwei
verschiedenen Zeitpunkten dasselbe Geldeinkommen hinreicht, um
dasselbe Mass von Bedürfnissen an Nahrung, Kleidung, Wohnung,
Vergnügungen, ßeisen, Unterricht u. s. w. zu befriedigen, so ist
nach gewchnlichem Sprachgebrauch die Kaufkraft des Geldes uu-
verändert geblieben, auch wenn unterdcssen der Verkaufspreis von
Wertpapieren oder Grundstücken wegen Erniedrigung des Zinsfusses
oder aus ähnlichen Ursachen gestiegen ist, oder wenn die Arbeiter
höhere Löhne beziehen u. s. w.

Umgekehrt wird man zweifellos von Teuerung und vermin-
derter Kaufkraft des Geldes sprechen, wenn Wohnungsmieten oder
die unmittelbar konsumierten Dienstleistungen in die Höhe gegangen
sind, auch wenn keine Preiserhöhung der eigentlichen Waren einge-
treten ist.

Aber sogar wenn man das Problem in dieser Weise ein-
schränkt, braucht kaum hervorgehoben zu werden, dass die üblichen
Erhebungen iiber die Durchschnittspreise, die sich in der Haupt-
sache nur auf die Preise im Grosshandel, also teilweise auf ßoh-
stoffe und Halbfabrikate statt fertiger Genussgüter beziehen, Leist-
ungen und Kapitalnutzungen überhaupt nicht und die relative Be-
deutung’ der verschiedenen Waren nur in sehr oberflächlicher Weise
berücksichtigen, von den hier aufgestellten Anforderungen einer be-
friedigenden Berechnung weit entfernt sind. Indessen muss man
berücksiehtigen, dass jene Aufnahmen, welche wir zumeist dem
Fleiss einzelner Gelehrten verdanken, die mit beschränkten Mitteln
und einem in vielen Hinsichten liickenhaften, weil ursprünglich für
ganz andere Zwecke gesammelten Material arbeiteten, zunächst nur
die Aufgabe hatten, die vielfach bestrittene Thatsache der Preis-
schwankungen festzustellen. In dieser Beziehung dürften die Be-

je nach ihren verschiedenen Vermögensumständen; und ebenso würde man z. B.
bei zunehmendem Volkswohlstand von einer verminderten Kaufkraft des Geldes
sprechen müssen, auch wenn sämtliche Güterpreise durchaus unverändert ge-
blieben wären, was dem übliehen Sprachgebrauch jedenfalls wenig entspricht.
Trotzdem dürfte eine solche Definition des Geldwerts im Grunde genommen die
theoretisch unanfechtbarste sein; ob und inwieweit sie sich fiir praktische Zwecke
verwerten liesse, wage ich freilich nicht zu entscheiden.
 
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