Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Winckelmann, Johann Joachim; Borbein, Adolf Heinrich [Editor]; Hofter, Mathias René [Editor]; Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz [Editor]; Deutsches Archäologisches Institut [Editor]; Winckelmann-Gesellschaft [Editor]
Schriften und Nachlaß (Band 4,2): Geschichte der Kunst des Alterthums: Katalog der antiken Denkmäler : Erste Auflage Dresden 1764, Zweite Auflage Wien 1776 — Mainz am Rhein: Verlag Philipp von Zabern, 2006

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.58924#0465
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Gemmen und Kameen - Götter

461

Da W. Gräber mit stuckähnlichem Dekor in Pozzuoli/Puteoli erwähnt, ohne näher auf sie
einzugehen, läßt sich nicht klären, an welche er dachte, und ob er sie überhaupt aus eigener
Anschauung kannte (in den Briefen von seinen Reisen in jene Gegend finden sich keine Hin-
weise darauf). Es sind zwar entsprechend verzierte Gräber aus Puteoli bekannt (s. angegebene
Literatur), ob sie aber schon zu W.s Zeiten zugänglich waren, ist fraglich. Sie scheinen alle aus
dem letzten Viertel des 1. Jhs. n. Chr. zu stammen.
Bei W.: GK2 S. 510 (GK Text S. 483).
Lit.: Paolo Antonio Paoli, Avanzi delle antichitä esistenti a Pozzuoli, Cuma e Baja - Antiquitatum Puteolis Cu-
mis Bajis existentium reliquiae, 1768 Taf. 25, 27, 33, 34; Charles Dubois, Pouzzuoles antique, Paris 1907 S. 351ff.,
442-443; Harald Mielsch, Römische Stuckreliefs, 21. Ergänzungsheft RM, Heidelberg 1975 S. 139 K 48, S. 148ff. K
58, K 59 Taf. 56ff., S. 150 K 61 S. 158 K 81.

Gemmen und Kameen

Götter (alphabetisch)

1091. Apollon, Typus Sauroktonos
das Bild von jener Statue [Savroktonori]... auf einem geschnittenen Steine
London, British Museum (Walters, Brit. Mus. Cat. Gems and Cameos Nr. 1311), ehemals Lon-
don, Sammlung Townley. - Karneol.
Römische Kaiserzeit. - W. erkennt, daß der Karneol ein in mehreren vollplastischen Repliken
überliefertes Bild des Apollon wiedergibt, bei dem es sich, wie schon Stosch vermutete, um
den sogenannten Sauroktonos des berühmten griechischen Künstlers Praxiteles handelt. Zum
statuarischen Vorbild vgl. Kat.-Nr. 299.
Bei W.: GK1 S. 343 (GK Text S. 658).
Lit.: Philipp von Stosch, Pierres antiques gravees sur lesquelles les graveurs ont mis leur noms, Amsterdam 1724
pref. p. XIX (nach einem Stein in Haarlem, Sammlung van der Marek);; Furtwängler, Antike Gemmen I Taf. 44,58;
Gertrud Hörster, Statuen auf Gemmen, Bonn 1970 S. 83 Anm. 4; Zazoff, Handbuch S. 261 Anm. 8, 263 Anm. 15.


1092. Bärtiger Ares
ein bärtiger Mars ... auf geschnittenen Steinen
Berlin, Antikensammlung Inv. FG 4989, 4991, 4993,4996, 6527, 9474, ehemals Florenz, Samm-
lung Stosch. - FG 4989-4996: Pasten; FG 6527: Sard; FG 9474: neuzeitliche Paste nach anti-
kem Vorbild.
1. Jh. v. - 1. Jh. n. Chr. - W. verweist in GK1 in einer Anmerkung auf mehrere in Description
beschriebene Gemmen mit bärtigen Kriegerköpfen. Bereits in Description hatte er darauf hin-
gewiesen, daß sich eine Benennung dieser Köpfe als Mars nicht sichern lasse; er bleibe aber bei
der Bezeichnung, da bereits Stosch die Köpfe in seinem Katalog so bezeichnet habe. In GK2
sind seine Zweifel an der Benennung offenbar weiter gewachsen (vgl. GK2 [GK Text S. 697]),
so daß er den entsprechenden Passus hier wegließ.
Bei W.: GK1 S. 160 (GK Text S. 272).
Description S. 159-160 Nr. II 909ff.
Lit.: Furtwängler, Antiquarium Nr. 4989, 4991, 4993, 4996, 6527, 9474; AGD II S. 155 Nr. 405 (6527).
 
Annotationen