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Windelband, Wilhelm
Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts: fünf Vorlesungen — Tübingen, 1909

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https://doi.org/10.11588/diglit.18214#0040
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II. Romantik und Hegelianismus.

Wenn wir die griechische Prägung betrachten,
mit der jene historische Illusion ihr ideales Sehn-
suchtsbild statt nach vorwärts nach rückwärts warf,
um ihm in Gedanken wenigstens eine Verwirklich-
ung zu geben, so zeigt sich, dass der letzte Grund
davon darin bestand, dass jene Sehnsucht ohne
Wille und deshalb ohne Tat, jenes Interesse ohne
Leidenschaft war. Das Vorwiegen des intellektu-
ellen Lebens, die Gewöhnung an den ästhetischen
Genuss des reinen Schauens und die Befriedigung
an der intellektuellen Arbeit des Auffassens und
Verstehens hatte den Verzicht auf das Aussenleben
zur Folge. Hier war in der Tat, wie es damals so
oft in Dichtung und Philosophie ausgesprochen ist,
die Erlösung von der Not des Lebens durch die
Erhebung zum Schauen und zum Begreifen ge-
wonnen worden, und selbst wo der Verzicht auf
die Aussenwelt in der Form elegischer Sehnsucht
ertönte, hatte er den Trost zum Hintergrunde, dass
im Reich der Innerlichkeit ein höherer Ersatz ge-
wonnen sei.

Auf die Dauer aber war jene Flucht in die ide-
 
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