IT. Romantili und Hegelianismus.
27
ale Welt nicht haltbar. Jener Sehnsucht musste
der Wille eingeimpft werden, damit sie zu der Tat
fortschritt, die ihr selbst schliesslich doch als das
Höchste vorschwebte. Denn die Forderung der
Tat war wirklich der Weisheit letzter Schluss, zu
dem sich die Philosophie wie die Dichtung be-
kannte. Diese Forderung erklang aus der gewalti-
gen Predigt der Fichteschen Wissenschaftslehre, und
sie war auch das letzte Wort in Goethes beiden
Lebenswerken, im »Faust« und im »Meister«. Diese
Forderungen zu vollziehen, haben sich in der wei-
teren Entwicklung die Tendenzen der Theorie und
che des Lebens miteinander verbunden.
Für die Theorie blieb doch schliesslich als das
grosse Erbteil der Aufklärung die rationalistisch
praktische Tendenz des philosophischen Jahrhun-
derts bestehen, die Ueberzeugung, dass die Mensch-
heit reif sei, alle ihre Verhältnisse selbst mit Ver-
nunft zu regeln. In diesem Sinne war die franzö-
sische Revolution gerade von den Grossen unserer
Literatur mit Begeisterung begriisst worden. Das
hatte ihr die Sympathie Kants eingetragen und
Fichte zu den flammenden Schriften veranlasst, mit
denen er sie verherrlichte und für ihre Forderungen
eintrat. Das war auch die Meinung, in der die aka-
demische Jugend, wie die Stiftler in Tübingen, den
grossen Moment feierten und den Freiheitsbaum
pflanzten; das war es, weshalb es für Schiller eine
Ehre sein konnte, Ehrenbürger der neuen Republik
zu werden. Das Vernunftreich schien zu kommen,
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ale Welt nicht haltbar. Jener Sehnsucht musste
der Wille eingeimpft werden, damit sie zu der Tat
fortschritt, die ihr selbst schliesslich doch als das
Höchste vorschwebte. Denn die Forderung der
Tat war wirklich der Weisheit letzter Schluss, zu
dem sich die Philosophie wie die Dichtung be-
kannte. Diese Forderung erklang aus der gewalti-
gen Predigt der Fichteschen Wissenschaftslehre, und
sie war auch das letzte Wort in Goethes beiden
Lebenswerken, im »Faust« und im »Meister«. Diese
Forderungen zu vollziehen, haben sich in der wei-
teren Entwicklung die Tendenzen der Theorie und
che des Lebens miteinander verbunden.
Für die Theorie blieb doch schliesslich als das
grosse Erbteil der Aufklärung die rationalistisch
praktische Tendenz des philosophischen Jahrhun-
derts bestehen, die Ueberzeugung, dass die Mensch-
heit reif sei, alle ihre Verhältnisse selbst mit Ver-
nunft zu regeln. In diesem Sinne war die franzö-
sische Revolution gerade von den Grossen unserer
Literatur mit Begeisterung begriisst worden. Das
hatte ihr die Sympathie Kants eingetragen und
Fichte zu den flammenden Schriften veranlasst, mit
denen er sie verherrlichte und für ihre Forderungen
eintrat. Das war auch die Meinung, in der die aka-
demische Jugend, wie die Stiftler in Tübingen, den
grossen Moment feierten und den Freiheitsbaum
pflanzten; das war es, weshalb es für Schiller eine
Ehre sein konnte, Ehrenbürger der neuen Republik
zu werden. Das Vernunftreich schien zu kommen,



