Winkelmann, Eduard [Editor]
Urkundenbuch der Universitaet Heidelberg (Band 2): Regesten — Heidelberg, 1886

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FRIEDRICH V. MAXIMILIAN VON BAIERN.

land und stadt eingebrochene elend, die unsichere läge der akademie und seine eigene
bedrängniss. München, k. bibl., Camerar. IX, 182; gedr.: bd. I, 376 nr. 239.

1545
• • Tilly verspricht, recht, freiheiten, renten und einkommen der univ. zu er-
halten, «und sind 2 professores iuris, 1 medicus und 4 philosophi neben einem
syndico, eollectore und pedello allda verblieben und haben ihre Stipendien 4 iahr
lang genossen. Und obwol publici actus lectionum, disputationum, promotionura
wegen mangel der Studenten nicht fortgangen, so haben sie doeh mit den iuribus
und dem einkommen der univ., solche zu erhalten, und den consistorialsachen gnug
zu thun gehabt». Topographia palatinatus Eheni (1645) f. 40 nach aufzeichnung
eines bei der katholischen univ. von 1629 gewesenen professors. 1546

(OCt.) Der kais. Statthalter entbietet «vierzehn tag nach einnehmung der stadt»
rektor, professoren und angehörige der univ. zu hof, um dem kaiser zu huldigen.
Iene verweigern es mit dem hinweis auf das herkommen, weil auch die bisherigen
pfalzgrafen damit zufrieden gewesen seien, dass man sie beim regierungsantritt be-
glückwünscht und als herrn anerkannt habe. «Aber weilen man diese Weigerung
für einen ungehorsam und rebellion halten wollen, musten sie den eid ablegen.»
Topographia f. 41 nach der angeführten quelle. 1547

OCt. 4. Ferdinand 11. schreibt an Tilly, er zweifle nicht, dass er nach erobe-
rung Heidelberg's vornehmlich die kurf. kanzlei und die berühmte bibliothek, dann
auch geschütz, wein, getreide und die dorthin geflüchteten guter und gelder in Ver-
wahrung genommen haben werde. «Wir befehlen dir hiemit gnädiglich, du wollest
alle und iede befundene Sachen in ein ordentliche consignation und inventarium
bringen lassen und uns dasselbe zu unserer ferneren resolution überschicken.» Wien,
k. h. h. u. Staatsarchiv; cit. Bahr in: Heid. iahrb. 1869 s. 6. 1548

OCt. 8. Kardinal Lud. Ludovisi beglückwünscht den herzog von Baiern zur
einnähme Heidelberg's, hofft, dass es gelingen wird, die einnähme auch der übrigen
Pfälzischen platze durch Verschleppung der Waffenstillstandsverhandlungen in Brüssel
zu ermöglichen, und dankt für die beabsichtigte Schenkung der bibliotheca Palatma
darum nicht minder, weil solche auch von der infantin für den fall zugesagt worden
war, dass Heid. von den Spaniern genommen werden würde. Orig.: Heid., rat"
Mays (städt. alterth.-samml. nr. 828); gedr.: bd. I, 378 nr. 240. 1549

OCt. 21. Seipio, kardinal von S. Susanna und bibliothekar der Römischen
kirche, benutzt die reise des Leo Allatius zum herzöge Maximilian, um diesem rar
das geschenk der bibliotheca Palatina zu danken. Orig.: Heid., h. Mays (alterth.-sannni.
nr. 829); gedr.: bd. I, 378 nr. 241. - Ueber die wegfübrung der bibl. Palatina und
eines theils der handschriften des sapienzkollegs durch Leo Allatius vgl. Wilken'
gesch. d. Heid. büchersammlungen (Heid. 1817) s. 190 ff. und über die Allatius
mitgegebene instruktion in: Neue iahrb. f. philol. u. paedag. V. suppl. (1837) s. 1 »•>
Aug. Theiner, Schenkung der Heid. bibl. (München 1844); Gessert im: Serapeum VI
(1845) s. 1 ff.; Bahr das. s. 113. 129. 145; Bahr in: Heid. iahrbücher 1369
s. 1 ff., 1872 s. 481 ff. mit dem genaueren drucke des reiseberichts des Allatius
aus der bibl. communale in S. Daniele del Friuli. 1^50

HOT. 17. Reinh. Bachovius berichtet aus Heilbronn an Ioachim Cameranu
[in Tübingen] über die kriegsvorgänge in der Pfalz, die iüngsten Veränderung
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