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WELT KUNST
Jahrg. IV, Nr. 45 vom 9. November 1930
e®> von UefeeraJLl
Versteigerung der Sammlg.
Goldschmidt-Rothschild
Wie wir erfahren, verläßt Baron Erich
v. Goldschmidt-Rothschild Ende des Jahres
Berlin und wird aus diesem Grunde seine
Kunstsammlungen Hermann Ball und
Paul Graupe zur Versteigerung im Früh-
jahr 1931 übergeben. Porzellane, Gemälde
und französische Lackmöbel werden die
Hauptattraktionen der kommenden Auktion
sein.
V erkaufspläne
des Altenburger Museums
Bei der Thüringischen Landesstiftung ist
der Antrag eingegangen, einige Werke des
Lindenau-Museums in Altenburg zu verkaufen,
— ein Ansinnen, das wiederum ähnlich dem
Falle Vermeer in Braunschweig eine unserer
Galerien ihrer besten Werke berauben würde,
überdies handelt es sich um Bilder der
Stiftung des seinerzeitigen Generaladjufanten
Karl Augusts, des Freiherrn von Lindenau, der
seine wertvolle Sammlung der Heimat als
unveräußerliches Staatseigentum ver-
macht hat.
Zwei Bilder des Kaisers
Ein Berliner Kunsthändler, der schon mehr-
fach für den ehemaligen deutschen Kaiser
Kunstgegenstände verkauft hat, war vor un-
gefähr einem Jahr zwecks Veräußerung der
seit dem 1. April 1927 dem Kaiser zuge-
sprochenen zwei Bilder: „Der Tanz“ von
Watteau und „Der Zeichner“ von Chardin, mit
dem Ausland in Unterhandlungen getreten.
Der Staat, der sich das Vorkaufsrecht ge-
sichert hatte, stellte die Bilder sofort unter
Denkmalsschuß. Da es sich aber um eine
Summe von 1 600 000 M. handelt, ist noch nicht
abzusehen, wie das Ministerium imstande sein
könnte, diese zwei besonders wertvollen
Kunstwerke dem heimatlichen Museumsbesiß
zu sichern.
Der Braunschweiger Vermeer
wird nicht verkauft
In Nr. 43 unserer Zeitschrift wiesen wir
darauf hin, daß der Verkauf des „Mädchens
mit dem Weinglas" aus Braunschweiger Mu-
seumsbesiß an Sir Joseph Duveen noch nicht
perfekt war, weil der Spruch des Landtages
noch ausstähd. Der Landtag hat nun sein
Urteil gefällt, wonach das Bild nicht verkauft
wird. Mit besonderer Freude werden alle
Kunstfreunde davon Kenntnis nehmen, daß
der Braunschweigische Landtag auf fast drei
Millionen Mark verzichtet, um eines der
schönsten Kunstwerke niederländischer
Malerei dem Landesmuseum zu erhalten.
Fontane-Raum in der Berliner
Universitäts-Bibliothek
Der „Fontane-Abend“, 40 besondere
Kenner und Freunde des Dichters, hat mit
staatlichem Zuschuß eine der größten
Fontane-Sammlungen erwerben können, die-
jenige des Bankiers Paul H. Emden. Die
Sammlung, die der Universitätsbibliothek ge-
schenkt wird, erhält dort mit den bereits vor-
handenen Fontane-Schäßen einen besonderen
Raum.
Moderne deutsche Bilder
in italienischen Museen
Auf der „Biennale" in Venedig erwarb
das Museo Nazionale in Rom Carl Hofers
Tessiner Landschaft „Giona", das neue Museo
d’Arte moderna in Venedig ein Sfilleben von
George Grosz.
Bisher unbekannte Ansicht
der Münchner Residenz
Der Oberbibliotheksrat Dr. Otto Hartig hat
kürzlich ein 1561 signiertes Bild des Münchner
Malers Hans M i e 1 i c h in oberbayrischem
Privatbesiß entdeckt. Das in katholischen Län-
dern Deutschlands zu jener Zeit ungewöhnliche
Sujet „Laßt die Kindlein zu mir kommen“ hat
dem Meister Gelegenheit gegeben, Porträts
der fünf Kinder seines Auftraggebers, Herzog
Albrecht des V. von Bayern, unter den
Christus umdrängenden Kleinen zu malen. Be-
WITTEKIND
ANTIQUITÄTEN
BERLIN W 10 TIERGARTENSTR. 2a
sonders interessant ist der Hintergrund, der
eine bisher unbekannte Ansicht des ältesten
Teiles der Residenz der Münchner Neu-
Veste, wiedergibt. Auf diese Weise wird das
Bild zu einem der wertvollsten Funde auf
dem Gebiete der Münchner Ortsgeschichfe.
Kunsthistorisches Institut
in London
Die Londoner Universität gründet ein
kunsthistorisches Institut mit damit ver-
bundenem Lehrstuhl. Herr Samuel Cour-
tau 1 d will die gesamten Kosten übernehmen
und Sir Joseph Duveen hat sich zu einer
Stiftung von 20 000 Pfund bereit erklärt. Der
Dozent, dem der Lehrstuhl übertragen wird,
soll als Direktor das Institut leiten. Größere
Stiftungen sind bereits dem neuen Institut zu-
gesagt, darunter befinden sich die große
Sammlung von Photographien und Repro-
duktionen des Sir Martin Conway und die
Gemäldegalerie des Lord Lee of Fareham,
die dieser dem Institut nach seinem und der
Lady Lee Tode vermacht hat.
Albrecht Dürer-Stiftung
Bewerbungen um Stipendien aus dieser
Stiftung sind bis 15. Januar 1931 beim Ober-
bürgermeister Dr. Luppe, Nürnberg, Rathaus,
einzureichen. Vorschriften sind einem Merk-
blatt zu entnehmen, das bei der Direktion der
Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, König-
straße 93, kostenlos erhältlich ist. Die Deutsche
Albrecht-Dürer-Stiftung, die am 6. April 1931
zum dritten Male ihrem Zweck entsprechend
an begabte Künstler zu Studien- oder Aus-
führungszwecken von Arbeiten Stipendien
geben wird, ist von der Stadt Nürnberg er-
richtet.
Belgische Galerie in Paris
Seit langer Zeit planen die in Paris
wohnenden Belgier die Eröffnung eines per-
manenten Salons, in dem belgische Künstler
ihre Arbeiten ausstellen können. Dem be-
kannten Kunstgewerbler Windeis ist es nun
gelungen, einen solchen Salon zu gründen,
dessen Eröffnung unter dem Patronat
belgischer und französischer Prominenzen
Ende November mit einer Ausstellung der in
Paris lebenden belgischen Künstler Emile
Baes, Henri Anspach, Vvan Cerf, George
Ista und anderer gefeiert werden soll.
Keine Notgemeinschaft der Kunst
Der Plan, ähnlich der Notgemeinschaft für
die deutsche Wissenschaft eine Notgemein-
schaft der bildenden Kunst zu schaffen, ist
fallen gelassen worden, da keine Aussicht
besteht, staatliche Institutionen dafür zu
interessieren. Die Sondierung der zuständi-
gen Ministerien auf Bereitwilligkeit von Sub-
sidien hat leider zu einem negativen Ergebnis
geführt.
Erleichterungin der Ausfuhrabgabe
für Kunstgegenstände inÖsterreich
Auf Antrag der Vereinigung der Antiqui-
täten- und Kunsthändler Wiens hat das
Bundesministerium für Finanzen die nach-
stehende Verfügung getroffen: „Für Gegen-
stände geschichtlicher, künstlerischer oder
kultureller Bedeutung ist mit Wirksamkeit
vom 1. November 1930 im Falle der Erteilung
der Ausfuhrbewilligung durch das Bundes-
denkmalamt die Ausfuhrabgabe in der Höhe
von 10 vom Hundert des von der Denkmal-
behörde fesfzuseßenden Schäßwertes nur
dann zu entrichten, wenn der einzelne Gegen-
stand einen Schäßwert von über 500 S hat.
Das geseßliche Ausfuhrverbot für die bezeich-
neten Gegenstände bleibt selbstverständlich
unberührt.“
Gedächtnisschau Walter Gramatte
Im Monat Januar 1931 findet im Hambur-
ger Kunstverein die Gedächtnisausstellung
des Malers und Graphikers Walter Gramatte
statt. Besißer von Ölgemälden und Aquarel-
len werden gebeten, ihre Werke der Wilwe
des Künstlers in Berlin, Neue Winterfeld-
straße 29, bekanntzugeben, falls sie geneigt
sind, sie der Ausstellung zur Verfügung zu
stellen.
Daumier-Diebstahl
Aus einer Ausstellung des Museums
für moderne Kunst in New York wurde
das Gemälde „Die Holzschnittsammler“ von
Daumier, das ein bekanntes und kostbares
Hauptwerk des Meisters darstellt, gestohlen.
Das Bild war der Ausstellung als Leihgabe
von Dr. Josef Stransky, dem früheren
Dirigenten des New Yorker Philharmonischen
Orchesters, der den Lesern der „Weltkunst“
durch seinen Beitrag zur Expertisenfrage
(Nr. 36) noch in frischer Erinnerung ist, zur
Verfügung gestellt worden.
Freiherr Max von Oppenheim
wird den Vor frag über seine Aus-
grabungen auf dem Teil Halaf, der
ältesten hettitischen Residenz Meso-
potamiens, den er kürzlich in der
überfüllten Berliner Singakademie ge-
halten hat, am 16. November, vormittags
11.30 Uhr, in der Aula der Westend-
Schule, Charlottenburg, Ecke Preu-
ßen- und Oldenburg-Allee, wiederholen. Der
Erlös fließt dem Charlottenburger Ha is-
pflege-Verein zu. Eintrittskarten an der Ta-
geskasse. Vorverkauf von 9—1 Uhr im Büro
des Charlottenburger Hauspflege-Vereins,
Berliner Str. 72, Tel. Bezirksamt Charloften-
burg Nr. 387.
UNTER KOLLEGEN
„Warum bist Du so boshaft gegen Fräu-
lein? Liebst Du sie denn nicht?“
„Nein, ich hasse sie! Ich möchte sie am
liebsten in die Waden kneifen, wie es Papa
immer macht."
MALMEDE s GEISSENDÖRFER
KÖLN a. Rh.
Unter Sachsenhausen 33
Antike Möbel vom 15. bis 18. Jahrhundert
Tapisserien, Plastik, Gemälde,Porzellane
altes hochwertiges Kunstgewerbe
O o
jeder Art
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J.& S. Goldschmidt
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PARIS SSTSW
12. bis, Rua© Boissy dFAaaglas Y3®, Fifth Äwsataa
& wuiiur
Saäseafs&raffi® as
Ferdinand Hodler, Portrait Mathias Morhardt
Leinwand — Toile — Canvas, 90:69 cm — Collection Simms-Hamburg — Kat. Nr. 46
Versteigerung — Vente — Sale: P. Cassirer u. H. Helbing, Berlin, 14. November 1930.
Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Dr. J. I. von S a x e. Redaktion: Dr. Eckart von Sydow, Dr. Werner Richard Deusch. Verantw. f. d. Anzeigenteil: Fritz Eduard Hartmann, Berlin. —
Verlag ,,I)ie Kunstauktion“ G. m. b. H., Berlin W 62, Kurfürstenstr. 76/77. Zuschriften sind ohne Namensanschrift an den Verlag zu richten. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur
mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen und jegliche Verantwortung, auch hinsichtlich des Veröffentlichungstermins jind der Rücksendung, abgelehnt. Der Verlag
behält sich vor, die von ihm erworbenen Arbeiten auch in den übrigen Zeitschriften und sonstigen Drucksachen des Verlages, sowie in Sonderdrucken ohne besondere Einwilligung oder Entschädigung zu veröffentlichen.
„Die Kunstauktion“ übernimmt durch Erwerbung eines Manuskripts alle Verlagsrechte für dasselbe. Druck H. S. Hermann G. m. b. H., Berlin SW 19.
WELT KUNST
Jahrg. IV, Nr. 45 vom 9. November 1930
e®> von UefeeraJLl
Versteigerung der Sammlg.
Goldschmidt-Rothschild
Wie wir erfahren, verläßt Baron Erich
v. Goldschmidt-Rothschild Ende des Jahres
Berlin und wird aus diesem Grunde seine
Kunstsammlungen Hermann Ball und
Paul Graupe zur Versteigerung im Früh-
jahr 1931 übergeben. Porzellane, Gemälde
und französische Lackmöbel werden die
Hauptattraktionen der kommenden Auktion
sein.
V erkaufspläne
des Altenburger Museums
Bei der Thüringischen Landesstiftung ist
der Antrag eingegangen, einige Werke des
Lindenau-Museums in Altenburg zu verkaufen,
— ein Ansinnen, das wiederum ähnlich dem
Falle Vermeer in Braunschweig eine unserer
Galerien ihrer besten Werke berauben würde,
überdies handelt es sich um Bilder der
Stiftung des seinerzeitigen Generaladjufanten
Karl Augusts, des Freiherrn von Lindenau, der
seine wertvolle Sammlung der Heimat als
unveräußerliches Staatseigentum ver-
macht hat.
Zwei Bilder des Kaisers
Ein Berliner Kunsthändler, der schon mehr-
fach für den ehemaligen deutschen Kaiser
Kunstgegenstände verkauft hat, war vor un-
gefähr einem Jahr zwecks Veräußerung der
seit dem 1. April 1927 dem Kaiser zuge-
sprochenen zwei Bilder: „Der Tanz“ von
Watteau und „Der Zeichner“ von Chardin, mit
dem Ausland in Unterhandlungen getreten.
Der Staat, der sich das Vorkaufsrecht ge-
sichert hatte, stellte die Bilder sofort unter
Denkmalsschuß. Da es sich aber um eine
Summe von 1 600 000 M. handelt, ist noch nicht
abzusehen, wie das Ministerium imstande sein
könnte, diese zwei besonders wertvollen
Kunstwerke dem heimatlichen Museumsbesiß
zu sichern.
Der Braunschweiger Vermeer
wird nicht verkauft
In Nr. 43 unserer Zeitschrift wiesen wir
darauf hin, daß der Verkauf des „Mädchens
mit dem Weinglas" aus Braunschweiger Mu-
seumsbesiß an Sir Joseph Duveen noch nicht
perfekt war, weil der Spruch des Landtages
noch ausstähd. Der Landtag hat nun sein
Urteil gefällt, wonach das Bild nicht verkauft
wird. Mit besonderer Freude werden alle
Kunstfreunde davon Kenntnis nehmen, daß
der Braunschweigische Landtag auf fast drei
Millionen Mark verzichtet, um eines der
schönsten Kunstwerke niederländischer
Malerei dem Landesmuseum zu erhalten.
Fontane-Raum in der Berliner
Universitäts-Bibliothek
Der „Fontane-Abend“, 40 besondere
Kenner und Freunde des Dichters, hat mit
staatlichem Zuschuß eine der größten
Fontane-Sammlungen erwerben können, die-
jenige des Bankiers Paul H. Emden. Die
Sammlung, die der Universitätsbibliothek ge-
schenkt wird, erhält dort mit den bereits vor-
handenen Fontane-Schäßen einen besonderen
Raum.
Moderne deutsche Bilder
in italienischen Museen
Auf der „Biennale" in Venedig erwarb
das Museo Nazionale in Rom Carl Hofers
Tessiner Landschaft „Giona", das neue Museo
d’Arte moderna in Venedig ein Sfilleben von
George Grosz.
Bisher unbekannte Ansicht
der Münchner Residenz
Der Oberbibliotheksrat Dr. Otto Hartig hat
kürzlich ein 1561 signiertes Bild des Münchner
Malers Hans M i e 1 i c h in oberbayrischem
Privatbesiß entdeckt. Das in katholischen Län-
dern Deutschlands zu jener Zeit ungewöhnliche
Sujet „Laßt die Kindlein zu mir kommen“ hat
dem Meister Gelegenheit gegeben, Porträts
der fünf Kinder seines Auftraggebers, Herzog
Albrecht des V. von Bayern, unter den
Christus umdrängenden Kleinen zu malen. Be-
WITTEKIND
ANTIQUITÄTEN
BERLIN W 10 TIERGARTENSTR. 2a
sonders interessant ist der Hintergrund, der
eine bisher unbekannte Ansicht des ältesten
Teiles der Residenz der Münchner Neu-
Veste, wiedergibt. Auf diese Weise wird das
Bild zu einem der wertvollsten Funde auf
dem Gebiete der Münchner Ortsgeschichfe.
Kunsthistorisches Institut
in London
Die Londoner Universität gründet ein
kunsthistorisches Institut mit damit ver-
bundenem Lehrstuhl. Herr Samuel Cour-
tau 1 d will die gesamten Kosten übernehmen
und Sir Joseph Duveen hat sich zu einer
Stiftung von 20 000 Pfund bereit erklärt. Der
Dozent, dem der Lehrstuhl übertragen wird,
soll als Direktor das Institut leiten. Größere
Stiftungen sind bereits dem neuen Institut zu-
gesagt, darunter befinden sich die große
Sammlung von Photographien und Repro-
duktionen des Sir Martin Conway und die
Gemäldegalerie des Lord Lee of Fareham,
die dieser dem Institut nach seinem und der
Lady Lee Tode vermacht hat.
Albrecht Dürer-Stiftung
Bewerbungen um Stipendien aus dieser
Stiftung sind bis 15. Januar 1931 beim Ober-
bürgermeister Dr. Luppe, Nürnberg, Rathaus,
einzureichen. Vorschriften sind einem Merk-
blatt zu entnehmen, das bei der Direktion der
Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, König-
straße 93, kostenlos erhältlich ist. Die Deutsche
Albrecht-Dürer-Stiftung, die am 6. April 1931
zum dritten Male ihrem Zweck entsprechend
an begabte Künstler zu Studien- oder Aus-
führungszwecken von Arbeiten Stipendien
geben wird, ist von der Stadt Nürnberg er-
richtet.
Belgische Galerie in Paris
Seit langer Zeit planen die in Paris
wohnenden Belgier die Eröffnung eines per-
manenten Salons, in dem belgische Künstler
ihre Arbeiten ausstellen können. Dem be-
kannten Kunstgewerbler Windeis ist es nun
gelungen, einen solchen Salon zu gründen,
dessen Eröffnung unter dem Patronat
belgischer und französischer Prominenzen
Ende November mit einer Ausstellung der in
Paris lebenden belgischen Künstler Emile
Baes, Henri Anspach, Vvan Cerf, George
Ista und anderer gefeiert werden soll.
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die deutsche Wissenschaft eine Notgemein-
schaft der bildenden Kunst zu schaffen, ist
fallen gelassen worden, da keine Aussicht
besteht, staatliche Institutionen dafür zu
interessieren. Die Sondierung der zuständi-
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sidien hat leider zu einem negativen Ergebnis
geführt.
Erleichterungin der Ausfuhrabgabe
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täten- und Kunsthändler Wiens hat das
Bundesministerium für Finanzen die nach-
stehende Verfügung getroffen: „Für Gegen-
stände geschichtlicher, künstlerischer oder
kultureller Bedeutung ist mit Wirksamkeit
vom 1. November 1930 im Falle der Erteilung
der Ausfuhrbewilligung durch das Bundes-
denkmalamt die Ausfuhrabgabe in der Höhe
von 10 vom Hundert des von der Denkmal-
behörde fesfzuseßenden Schäßwertes nur
dann zu entrichten, wenn der einzelne Gegen-
stand einen Schäßwert von über 500 S hat.
Das geseßliche Ausfuhrverbot für die bezeich-
neten Gegenstände bleibt selbstverständlich
unberührt.“
Gedächtnisschau Walter Gramatte
Im Monat Januar 1931 findet im Hambur-
ger Kunstverein die Gedächtnisausstellung
des Malers und Graphikers Walter Gramatte
statt. Besißer von Ölgemälden und Aquarel-
len werden gebeten, ihre Werke der Wilwe
des Künstlers in Berlin, Neue Winterfeld-
straße 29, bekanntzugeben, falls sie geneigt
sind, sie der Ausstellung zur Verfügung zu
stellen.
Daumier-Diebstahl
Aus einer Ausstellung des Museums
für moderne Kunst in New York wurde
das Gemälde „Die Holzschnittsammler“ von
Daumier, das ein bekanntes und kostbares
Hauptwerk des Meisters darstellt, gestohlen.
Das Bild war der Ausstellung als Leihgabe
von Dr. Josef Stransky, dem früheren
Dirigenten des New Yorker Philharmonischen
Orchesters, der den Lesern der „Weltkunst“
durch seinen Beitrag zur Expertisenfrage
(Nr. 36) noch in frischer Erinnerung ist, zur
Verfügung gestellt worden.
Freiherr Max von Oppenheim
wird den Vor frag über seine Aus-
grabungen auf dem Teil Halaf, der
ältesten hettitischen Residenz Meso-
potamiens, den er kürzlich in der
überfüllten Berliner Singakademie ge-
halten hat, am 16. November, vormittags
11.30 Uhr, in der Aula der Westend-
Schule, Charlottenburg, Ecke Preu-
ßen- und Oldenburg-Allee, wiederholen. Der
Erlös fließt dem Charlottenburger Ha is-
pflege-Verein zu. Eintrittskarten an der Ta-
geskasse. Vorverkauf von 9—1 Uhr im Büro
des Charlottenburger Hauspflege-Vereins,
Berliner Str. 72, Tel. Bezirksamt Charloften-
burg Nr. 387.
UNTER KOLLEGEN
„Warum bist Du so boshaft gegen Fräu-
lein? Liebst Du sie denn nicht?“
„Nein, ich hasse sie! Ich möchte sie am
liebsten in die Waden kneifen, wie es Papa
immer macht."
MALMEDE s GEISSENDÖRFER
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Saäseafs&raffi® as
Ferdinand Hodler, Portrait Mathias Morhardt
Leinwand — Toile — Canvas, 90:69 cm — Collection Simms-Hamburg — Kat. Nr. 46
Versteigerung — Vente — Sale: P. Cassirer u. H. Helbing, Berlin, 14. November 1930.
Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Dr. J. I. von S a x e. Redaktion: Dr. Eckart von Sydow, Dr. Werner Richard Deusch. Verantw. f. d. Anzeigenteil: Fritz Eduard Hartmann, Berlin. —
Verlag ,,I)ie Kunstauktion“ G. m. b. H., Berlin W 62, Kurfürstenstr. 76/77. Zuschriften sind ohne Namensanschrift an den Verlag zu richten. Abdruck von Artikeln nur mit Einverständnis des Verlags, auszugsweiser Nachdruck nur
mit Quellenangabe gestattet. Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen und jegliche Verantwortung, auch hinsichtlich des Veröffentlichungstermins jind der Rücksendung, abgelehnt. Der Verlag
behält sich vor, die von ihm erworbenen Arbeiten auch in den übrigen Zeitschriften und sonstigen Drucksachen des Verlages, sowie in Sonderdrucken ohne besondere Einwilligung oder Entschädigung zu veröffentlichen.
„Die Kunstauktion“ übernimmt durch Erwerbung eines Manuskripts alle Verlagsrechte für dasselbe. Druck H. S. Hermann G. m. b. H., Berlin SW 19.


