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1?. Mai 1956

X. JAHRGANG, Nr. 19/20

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ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST / BUCH / ALLE SAMMELGEBIETE UND IHREN MARKT
OFFIZIELLES ORGAN DER REICHSKAMMER DER BILDENDEN KÜNSTE / FACHGRUPPE: KUNST- UND ANTIQUITÄTENHANDEL

Erscheint jeden Sonntag im Weltkunst-Verlag, G. m. b. H.,
Berlin W62, Kurfürstenstr. 76-77. Telegramm-Adresse: «Weltkunst Berlin»;
>n den Monaten Mai bis Oktober jeden zweiten Sonntag.
Bankkonto: Deutsche Bank u. Disconto - Gesellschaft, Depositen - Kasse M,
Berlin W 62, Kurfürstenstr. 115. Postscheckkonti: Berlin 11805a; Den
Haag 1455 12; Paris 170014; Prag 59283; Wien 114783; Zürich 8159

früher:


Redaktion, Verlag und Lesesaal:
Berlin W62, Kurfürstenstr. 76-77 • Tel. B5 Barbarossa 7228

Man abonniert beim Verlag, bei der Post oder bei den Buchhändlern.
Einzel-Nummer 35 Pfennige. Quartal für Deutschland inkl. Postzustellung
Mk. 4.50; Lieferung durch den Verlag im Umschlag Mk. 5.50; für das
Ausland (nur im Umschlag) Mk. 4.40; oder: Tschechoslowakei Kc 44; Frank-
reich Frs. 30; Holland hfl. 2.75; Schweiz sfrs. 7.—; u. die nicht ange-
führten Länder Mk.4.40; Übersee $ 1.80; Sammelmappen pro Jahrg.Mk. 4.5©

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Bestände der bekannten
Firma A. S. Drey angekündigt,

A om deutschen
Kunstmarkt
In diesen Wochen beginnt mit einer Reihe
größerer Veranstaltungen sich das Bild des
deutschen Auktions - Marktes zu beleben.
Nach dem guten Erfolg der Frankfurter Hel-
ling-Versteigerung, der weitere Mitte Juni
folgen werden, darf mit besonderem Inter-
esse der am 18. Mai beginnenden Auktion der
Berliner Sammlung Frau M. Oppenheim in
München durch Julius Böhler entgegenge-
sehen werden, nicht minder den Versteigerun-
gen auf graphischem Gebiete, die am 22. Mai
Jüit der Sammlung alter Kupferstiche aus dem
«esitz von Dr. Ernst von Gussmann-Stuttgart
bei B o e r n e r in Leipzig einsetzen und mit
dem Angebot der modernen Sammlung eines
Mi einischen Kunstfreundes bei Hollstein &
kuppel in Berlin am 25.—27. Mai sich fort-
Setzen. Und bereits jetzt wird für Juni durch
aul Graupe als ein wichtiges Ereignis die
' ersteigerung der
Münchener __ _, _o ,
deren Münchener Stammhaus liquidiert wird.
Die bisherige Ruhe auf dem Auktionsmarkt
darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß
l,U übrigen der deutsche Kunstmarkt in
den letzten Monaten von steter Rührigkeit
'v’ar. Soweit zu überblicken, sind die Umsätze
Gegenüber dem Vorjahr teilweise bedeutend
gestiegen, trotz eines fühlbaren Mangels an
Material, besonders an Spitzenstücken, nach
denen unverändert Nachfrage herrscht. Die
Schwierigkeit der Beschaffung von Kunstgut
jüls dem Auslande hat dagegen die neueren
Sammlerschichten wieder mehr auf das hei-
mische Kunstgut hingelenkt, was sich vor
Mlem am Antiquitätenmarkt bemerkbar
macht. wo gerade das deutsche Barock, Em-
?jre und Biedermeier eine neue Bewertung er-
dhrt. sowohl was Möbel betrifft wie vor allem
?Üch das Kunstgewerbe im weitesten Sinne.
P®i den Gemälden sind es nach wie vor die
Niederländer des 17. Jahrhunderts und die
putschen Meister des 19. Jahrhunderts, nach
jCften in guten Qualitäten die Nachfrage rege
ü, während altdeutsche, altniederländische
’M frühitalienische Gemälde bereits zu den
Mmlerischen Seltenheiten zählen und meist
^sch ihren Weg in die Privatsammlungen
Mfleren Stils gehen. Naturgemäß ist der
Mdcl mit französischen Bildern, die nur hin
(Fortsetzung S. 2)


JULIUS BÖHLER
MÜNCHEN
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Alte Gemälde, Antiquitäten
und alte Möbel

Große Schenkungen
für holländische Museen
Sir Henri D e t e r d i n g , Generaldirek-
tor des Weltpetroleumkonzerns Koninklijke
Nederlandsche Petroleum Mij, der bereits vor
Jahren dem Rijksmuseum das berühmte
„Straatje“ von Vermeer aus der Sammlung Six
— auf der Versteigerung mit rund fl. 600.000
bezahlt — und dem Mauristhuis die kostbare
„Briefschreiberin“ von Terborch schenkte, hat
nunmehr letzterem Museum und dem Museum
Boymans sehr wertvolle Stücke vermacht. Das
Museum Boymans erhält eines der größten
Werke von Gerard Don. „Dame am Toiletten-
tisch“, und das „Dorffest“ von David Teniers
d. J. (s. Abb. S. 6), das bis vor wenigen Jahren
eine Zierde der Münchener Pinakothek war,
dann aber im Tauschwege nach Holland kam.
Das Mauritshuis empfängt Jan Steens berühmte
„Austernesserin“ (1928 auf der Versteigerung
Six für fl. 180.000 erworben), eine Austern-
mahlzeit von Frans van Mieris und eine große
„Marine“ von Jan van de Capelle, die als das
Hauptwerk des Meisters gilt. Prof. Dr. Mar-
tin, Direktor des Mauritshuis, hat diese Stücke
auf Einladung Sir Henris in dessen Sammlung
ausgesucht, in die die Mehrzahl durch Vermitt-
lung der Amsterdamer Kunsthandlung D. A.
Hoogendijk & Co. gelangt war. Gleichzeitig
wurde davon gesprochen, daß das Rijks-
museum von Sir Henri, dessen 70. Geburtstag
vor kurzem in Holland mit gebührender Auf-
merksamkeit gefeiert wurde, den wohl schön-
sten Vermeer erhalten würde, den es gibt,
nämlich „Den Maler und sein Modell“ aus der
Galerie Graf Czernin, in Wien (vgl. „Welt-
kunst“, Nr. 18, S. 4). Es ist uns bekannt, daß
für dieses Bild schon vor Jahren eine Million
Dollar vergeblich geboten wurde. Nunmehr
heißt es, daß auf Grundlage eines Preises von
anderthalb Millionen Dollar unterhandelt
werde, doch scheinen sich dem Abschluß noch
Schwierigkeiten — Klarstellung des Eigen-
tumsrechtes an dem Bilde sowie Abneigung
der österreichischen Regierung, einen solchen
Schatz außer Land gehen zu lassen — ent-
gegenzustellen. Der Verkauf wird vorläufig
von Wiener Seite aus abwechselnd dementiert
und zugegeben. Dr. W. M.

Gerard Dou, Junge Frau am Toilettentisch. Schen-
kung Sir Henri W. A. Deterdings an das Museum
Boymans, Rotterdam (Photo A. Frequin)

Kunstversteigerungen


L. BERNHEIMER

ANTIQUITÄTEN:

LENBACHPL. 3

MÖBEL / KUNSTGEWERBE / KAMINE / ÖFEN
TAPISSERIEN / TEPPICHE / STOFFE / STICKEREIEN
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Versteigerung 54 » 25.-27. Mai 1936
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