Wurzbach, Alfred von [Oth.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

Page: 364
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Cuylenburgh — Cuyp.

Johann van Cuvlenborch in Utrecht
genannt, den manche für identisch mit
Abraham halten. Er malte Landschaften,
insbesondere Grotten mit Bruchstücken
antiker Statuen, staffiert mit Nymphen u.
Figürchen in der Art I'oelenborghs, aber,
breiter behandelt, nicht so glatt. Seine
Bilder charakterisiert ein heller, semmel-
blonder Ton. Charles de Hooch. Pie-
ter van Hattich und Rombout van
Troyen haben seine Grotten nachgeahmt.
Ein Maler desselben Namens aus Emden
ist 1678 Drucker in Haarlem, am 11. Okt.

1680 in der Haarlemer Gilde und am 10. Dez.

1681 als Kupferstecher daselbst erwähnt.
Er ward am 14. Okt. 1688 in Haarlem
begraben.

Gemälde: Braun schweig. Zwei Landschaften mit
Felsengrotten und badenden Nvmphen. Bez. A. V.
Cuvlenborch f. 1616 und 1647.

Glasgow. Inneres einer Grotte mit Fragmenten
von Bildhauerwerken. Abr. v. Cuvlenborch. 1641.

Haag. Diana mit ihren Nymphen. A. Cuvlenborch f.

C ö 1 n. Mus. Diana mit ihren Nymphen. Bez. A. v. C.

Kopenhagen. Gr. Moltke. Diana mit ihren
Nymphen in einer Grotte. Bez. 1644.

Petersburg. Winterpalast. Grotte mit Nvmphsn.
AVCuylenborch 1611.

Rom. Gal. Borghese. Bad der Diana. 1646.

Schleiß heim. Diana von Aktäon belauscht. A. V.
Cuylenborch f. 1647; — Badende Mädchen in einer
Grotte. A. V. Cuylenborch. 1642.

Schwer i n.
Felsengrotte mit
Reiterstaffage.

A V Cylenborch. V
1644; — Diana /* v . ^

mit ihren Nym-
phen in einer

Felsengrotte. AVCuylenborch f. 1616.

Utrecht. Mus. Venus und Kupido.
AVCuylenborch f.; — Eine nackte schla-
fende Frau. AVC. f.; — Kirche zu
Drichock. Die Verkündigung Maria. AVCuylenborch.

Andere Bilder in C ö 1 n (1660), Aschaffen-
burg, Mannheim, Prag, Innsbruck, Buda-
pest, Cambridge, Pommersfelde n u. a. 0.

Mull er. Utr. Arch. 151; — v. d. Willigen,
p. 116. 346; — v. Eynden. I. 52; — Bode. Stu-
dien. 327; — Na gl er. Monogr. I. 292.

Cuylenburgh. Arent Wolfer t s z van
Cuylenburgh. Stempelschneider zu
Utrecht 1625. 1643—1666 wird daselbst
auch ein Stempelsclmeider Roeloff v. C,
1688 ein F. van C. erwähnt.

Dodt. Archief. III.; — Kramm. Sup. 38.

Cuylenburgh. CornelisvanCuylen-
burg, Maler, getauft 2. April 1758, f im
Haag 22, Sept. 1827. 1783 in der Gilde zu
Utrecht, 1816 in Antwerpen, 1817 im Haag.

Sein Vater war Bildhauer zu Utrecht und
sein Sohn Jan war Landschaftsmaler, um
1820 tätig.

Gemälle: Haag. Gem.-Mus. Mann und Frau bei
Kerzenbeleuchtung. Bez. C. v. Cuylenburgh fecit 1790.

Amsterdam. Verschiedene Portraits.

v. Eynden. III. 328; — Kramm. 307; —
Obreen. IV.; — Muller. Utr. Arch. 151; — An-
dresen. I. 315; — Hip. u. L i n. I. 157.

Cuyp. Aelbert Cuyp, berühmter Land-
schafts- und Tiermaler, genannt der „hol-

ländische Claude Lorrain", geb. zu Dord-
recht im Oktober 1620, f im November
1691 (begraben am 7. [n. a. üf
A. 15.] November) in der St. */1'bfjy»

Augustinuskirche zu Dordrecht.
Er war der Sohn des Malers ^£ ^
Jacob Gerrits Cuyp und
der Aertken Cornelis van Cootens aus Ut-
recht und war mit dem um 8 Jahre älteren
Be n j amin Cuyp Schüler seines Vaters,
und wie man vermutet vielleicht auch des
Dirk van Hoogstraaten. Am 30. Juli
1658 heiratete er die reiche Cornelia Bos-
man, aus vornehmer Familie, Witwe nach
Jan van den Cornput und Mutter von drei
Kindern. Sie starb 29. Nov. 1689. Cuyp
kam durch diese Heirat in eine sehr vor-
nehme Patrizierfamilie. Am 18. Dez. 1659
ward er zum Diakon der reformierten Kirche
gewählt und war 1673—1676 Ältester, eine
Würde, zu welcher er ohne seine Frau nie
gelangt wäre. J. G. Veeth bemerkt, daß
er ein großer Maler, aber auch ein großer
Heuchler gewesen sei; übrigens gehörte er
auch zur Partei des Prinzen. Houbraken,
der ihn wohl persönlich gekannt haben
mag, sagt, es war sein Wahlspruch: ,,In
haarde ryksdaalders komt de mot niet".
Am 29. April 1659 verkaufte er sein Haus
und übersiedelte in ein anderes, der Fa-
milie Cornput gehöriges, in der Wynstraat,
welches er am 20. Nov. 1663 kaufte. Später
lebte er zurückgezogen in Dordwyk bei
Dordrecht. Als 1856 dieses Gebäude re-
stauriert wurde, ließ man ein Türmchen,
auf dessen Tür Cuyp eine Figur gemalt
hatte, unberührt; die dort vorgefundenen
Bilder kaufte ein Händler Namens Lamme,
das Stück für 100 fl., und verhandelte sie
nach England. Die hervorragende Stelle,
die C. im öffentlichen und privaten Leben
einnahm, ist auch aus einer Liste ersicht-
lich, welche dem Statthalter Wilhelm III.
vorgelegt wurde, in welcher er zum Mit-
glied der Regierung von Dordrecht vor-
geschlagen ist. Von 1680—1682 war er
Mitglied des Tribunals von Südholland:
,,Wolgeboren of Maus Man van den Hove
en Hooge Vierschaar van Zuidholland."
Seine Tochter, geb. 1659, starb 6. Juli 1702;
sie hatte am 19. Nov. 1690 Bieter Onder-
water geheiratet; dieser war Brauerei-
besitzer, und daher, sowie aus dem Um-
stände, daß das Haus, in welchem Cuyp
in Dordrecht wohnte, die Brauerei „Zur
Lilie" (nach den in einem Wappen ge-
meißelten Lilien) hieß, mag die oftmals
widerlegte und wieder aufgefrischte Nach-
richt stammen, daß Alb. C. Brauer ge-
wesen war.

Cuyp ist nach Reinbrandt einer der uni-
versellsten Künstler Hollands. Er malte
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