Wurzbach, Alfred von [Bearb.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

Seite: 406
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Diependale — Diest.

täuserkirche zu Löwen. (Seit 1806 ver-
schollen.)

v. Even. p. 267, 280.

Diependale. Jan van Diependale,
Glasmaler zu Löwen, heiratete 1511 Ger-
trude van den Putte oder Puttaerts, 1517
bis 1532 lieferte er Fenster für das Kloster-
gebäude der Kartäuser zu Löwen, die
für die schönsten in ganz Brabant galten.
Als 1780 2 Flügel des Gebäudes demoliert
wurden, verschwand ein Teil der Fenster.
Nach der Aufhebung des Klosters 1783
wurden die noch übrigen Fenster 178G
öffentlich verkauft. Er arbeitete auch für
die Celestiner zu Heverle, die Augustiner
zu Löwen u. a. m. Seine Söhne Arnould,
Adrien und Conrad übten die Kunst
des Vaters.

v. Even. p. 280.

Diependale. Prudentia Diepen-
dale oder Profondavalle, Tochter des
Valerius D., Malerin zu Mailand um 1590.

v. Even. Louvain. p. 296; — K r a m m. V. 1319;
Nagler. XII. 89.

Diependale. Valerius Diependale,
Glasmaler aus Löwen, f vor 1593 (07 Jahre
alt), ansässig zu Mailand, wo er den Na-
man Profondovalle führte. Lomazzo rühmt
ihn als Glas- u. Historienmaler. Er arbeitete
angeblich für den Hof zu Mailand.

v. Even. Louvain. p. 295, wo die älteren italie-
nischen Autoren zitiert sind; — Lomazzo. Idea del
tempio della pittura. Milano 1584; — Kramm. V.
1319; — Nagler. XII. 89.

Diepenlinysen. J. van Diepenhuy-
s e n, Zeichner von Städteansichten in der
Art Raderuakers, Proncks u.a., für „Stad-
en Dorpbeschryver door van Ollefen en
Bakker". (Amsterdam. 1793 bis 1801.) Ein
Teil der Originalzeichnungen befand sich
in der Verst. Piek. Amsterdam 1897.

Kramm. II. 340.

Diepraam. Abraham Dicpraam
(nach Oud Holl. [1892. p. 250] hieß er
Arent D.; bei Houbr. [III. 247] Abraham
Diepraam), Genremaler in der Art des
Adr. Brouwer,
Sohn des Hen-
drik D., ge-
tauft 23. Jan.
1622 zu Rotterdam, f 1670 daselbst im
Spital (begraben 16. Juli). Angeblich
Schüler des Hendrik Martensz Sorgh und
eines Glasmalers W. J. Stoop, des Vaters
des Dirk Stoop zu Utrecht. 1648 war er in
der Gilde zu Dordrecht. Die gewöhnliche
Angabe, daß er ein Schüler Adr. Brouwers
(f 1638) gewesen sei, beruht nur auf der
Ähnlichkeit der Werke beider und auf der
Erzählung Houbrakens, die, obwohl er
sagt, daß er ihn persönlich kannte, meh-
rere Unwahrscheinlichkeiten enthält. Er
war dem Branntweintrunke ergeben und

«3.2)M<

lebte in den kümmerlichsten Verhält-
nissen. Auch in den Dordrechter Gilde-
büchern ist sein Name nicht zu finden.
D. malte derbe Bauernszenen in der Art
des Brouwer, unter dessen Namen sie in
der Regel figurieren. Nach Houbraken,
der auch berichtet, daß D. in Frankreich
gewesen, war Matthys Wulfraat sein
Schüler.

Gemälde: Amsterdam. Trinkende Bauern. A.
Diepraem 1665.

Berlin. Ein Bauer, neben einem Fasse sitzend,
einen Hering in der Hand. Bez. A. Diepraem 1665.
Eine Kopie in Cassel.

Kopenhagen. Moltke. Kartenspieler. Monogr.

Mannheim. Zechende Bauern an einem Kamin-
feuer. Bez. AH. Diepraem.

Prag. Budolfinum. Ein älterer Mann umarmt eine
an einem Tische sitzende Erau.

Schwerin. Gruppe zechender Bauern. Bez. A.
Diepraem; — Ein Bauer, der seinen verwundeten Fuß

verbindet. Bez. A. Diepraem; — Ein AVundarzt. Bez.
AD.; — Eine Dorfschule. Bez. A. Diepraem und fälsch-
lich J. Steen.

Stockholm. Koll. Stuart. Interieur mit Bau-
ehern. A. DIEPRAM.

Verst. Zschille in C ü 1 n, 1889. Ein Liebespaar in
einer Wirtsstube. Bez. A. Diepraem.

Nach einer Zeichnung gestochen: Les
Pecheurs. Gruppe von fünf Fischern. Abr. Diepraam
del. Fr. Hillemacher aq. f. 1847.

Houbraken. III. 214, 249; — Weyerman. III.
96; — Oud Holl. 1892. p. 250.

Dierickx. Omer Die r ick x, Maler,
geb. 2. April 1852 in Brüssel.

Diest. Adriaen van Diest, Land-
schafts- und Tiermaler im Haag, geb.
1656 (nach a. 1655) daselbst, f 1704 in
London. Schüler seines Vaters, des Ma-
rinemalers' W. van Diest. Er ging, 17
Jahre alt, nach England, wo er für den
Herzog Granville von Bath tätig war.
Walpol sagt, er begann eine Reihe von
Radierungen nach seinen eigenen Zeich-
nungen, aber er starb, während er daran
arbeitete. Seine Bilder sind von un-
gleichem Wert, da er, oft von Nahrungs-
sorgen gedrückt, flüchtig arbeitete. Sie
sind nicht selten von Ad. Coloni staffiert.
Sein Sohn Johan war Portraitmaler in
London und starb früh. Ein Jan Bap-
tistev. D. wird als „ Hof maier" (?) 1702

bis 1730 erwähnt.

Gemälde: Augsburg. See-
küste mit römischen Ruinen
und zahlreichen Figuren; — Ita-
lienischer Seehafen.

Braunschweig. Arkadi-
sche Landschaft. Bez. A. v. Diest.
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