Wurzbach, Alfred von [Bearb.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

Seite: 554
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Francken.

Dresden. Enthauptung Johannes des Täufers. Bez.
HE. Ao. 1600; — (N. 717.) Anbetung der Hirten.
Bez. wie die Anbetung der Könige in Brüssel.

j£ i C o o

Lille. Mus. Eintritt Karls V. in das Kloster.

Stockholm. Universität. Abendunterhaltung in
einem Salon. IERONIMVS FRANCK. Hauptwerk. Die
klavierspielende Dame ist angeblich Maria Stuart, die
Personen im Vordergründe Heinrich III. und Katharina
Medicis.

Sein Monogramm findet sich auch auf dem Jüngsten
Gericht von Frans Floris in Brüssel. 1566.

Nach ihm gestochen: 1. Christus läßt 'die
Kinder zu sich kommen. P. Baltens excudeb. Antverp.
Qu. fol.; — 2. Grablegung Christi. Adspice Peccator
etc. Jeronemus Franck invent. I. Matham sculp. Joa.
Jansson exc. 4<>. (Bartsch. III. p. 187. N. 223.)

H. Hymans, v. Minder. I. 319; — Jal. p. 612;
— v. d. Branden. 339; — Olof Granberg.
Sveringes privata Tafvelsamlingar. Stockholm 1885. p. 14.

Francken. Hieronymus Francken
IL, Maler, Sohn des Frans Francken L,
getauft zu Antwerpen 12. Sept. 1578, f
17. März 1623. Er war 1605 in Antwerpen
Schüler seines Oheims Ambrosius Francken
und 1607 Meister. 5. Nov. 1616 bezeugt
er, ein Bild, die sieben Werke der Barm-
herzigkeit, gemalt zu haben. 1621 war
Gaspard v. Bergen sein Schüler.

Gemälde: Antwerpen. Verteidigung der Pons
Sublicius durch Horatius Codes. Bez. Hieronimus

i \£ KONI mvS. Fr a NCK e N v eT FEX i Ts
•Anno 162o3_>^ )4 O^^uiiri

Francken inv. et fecit. Anno 1620, den 14. Augustin.
(Ein ganz talentloses Bild.)

Brüssel. (Kat. 1882. N. 507.) Inte-
rieur einer Galerie. AW. IF. F. 1621.

D o u a i. Atelierinterieur mit dem Por-
trait des Malers Hier. Francken und des
Blumenmalers Zegers.

Haag. (Kat. 1895. N. 227.) Das Atelier des Apelles.

Die Bezeichnung der Bilder in Brüssel und im
Haag ist angeblich das Monogramm des Hieronymus
Fr. mit vorgesetztem Antverpiae. — In einem Inventar
vom 17. Jan. 1623 ist ein großes Gemälde von Jo-
docus (Joes) de Momper, mit Figuren von Jeronymus
Francken den Jonge, ,,een Boerinnentrocteleicken",
erwähnt.

v. d. Branden. 614, 978; — Kat. Antwerpen.
1874. p. 171.

Francken. Jan Baptist Francken.
Auf Grund einer irrigen Angabe Houbra-
kens (I. 52) und alter Auktionskataloge
wird ein Maler Jan Baptist Francken
aus Antwerpen erwähnt, den man 1599
oder 1600 als Sohn des Sebastian Vrancx
geboren sein und den man gleich i. J. 1611
den Ball bei der Erzherzogin Isabella (Haag)
malen läßt (s. p. 552). Ein von van Dyck
gemaltes Portrait, mit der Bezeichnung:
Johannes Baptist Franck. Aet. suae XXXII
(Amsterdam), wird als sein Portrait be-
zeichnet. Die Liggeren kennen einen
Maler Jan Baptist Francken nicht; die
ihm in Augsburg, Brügge, Brüssel und
Mainz u. a. O. zugewiesenen Bilder rühren
von Frans Francken IL oder von Hans

Francken her. Es ist auch durchaus nicht
erwiesen, daß das Portrait van Dycks einen
Maler vorstellt.

Houbraken. I. 52; — N agier. IV. 450; —
Immerzeel. I. 250; — K r a m m. II. 508; — H o e t.
II.; — Terwesten; — Kat. Brüssel. 1882. N.
274; — Augsburg. 1869. N. 185; — Mainz. 1877^
N. 71; — Bürger. Amsterdam. II. 155, 331.

Francken. Johannes Francken,
von den Italienern Franco genannt. S.
Franquart.

Francken. Konstantyn Francken
oder Franck, Maler, Sohn eines Malers
Jeroom Francken III. und der Cornelia
Daep, geb. 5. April 1661 zu Antwerpen.
Er ging nach Frankreich und 1694 er-
klärte er selbst, daß er 15 Jahre sowohl
in Paris als in Versailles und anderen
Schlössern des Königs gemalt habe. Aus
seiner Darstellung geht hervor, daß er zu-
meist Portraits berühmter Personen malte
und daß er dortzulande in ebenso hohem
Ansehen gestanden habe, als hier in Ant-
werpen der berühmte Maler Gonzales. Am
24. Jan. 1695 war er von den Kriegs-
diensten befreit, trat als Meistersohn in die
Gilde zu Antwerpen und bezahlte 300 fl.,
um von der Dekanwürde befreit zu sein.
28. April 1696 heiratete er Christina Clara
van Bouchout, welche 1707 irrsinnig wurde
und nackt ihrem Manne entlief, aus wel-
chem Unglück ihm auch noch Prozesse
mit ihrer Familie erwuchsen. 1697 ward
Karel van Falens sein Schüler. Seine Bil-
der wurden gut bezahlt, seine Landschaf-
ten mit gut gezeichneten Figuren waren
geschätzt. Er starb tief verschuldet 12.
Jan. 1717.

Gemälde: Antwerpen. Stadthaus. Die Schlacht
von Eekeren. C. Francken 1703. Für dieses Bild
bezahlte ihm die Antwerpner Regierung 100 Patacons
oder 280 Gulden; — Der Rückzug des Generals Mar-
tin van R-ossum vor Antwerpen. Bez. Constantimis
Francken.

Immerzeel. I. 251; ■— Kram m. II. 508; —
v. d. Brande n. 978; — N a g 1 e r. IV. 450.

Francken. Laurens Franck oder
Francken, angeblich Historien- u. Land-
schaftsmaler, 1623 Schüler seines Oheims
Gabriel Francken zu Antwerpen. 1645 war
er nach Houbraken (III. 65) in Lyon,
1659 in Paris tätig (Houbr. III. 97 u. 204).
Er war der Oheim des Abraham Genoels
und Lehrer des Francois Millet, dem er
wie Nagler sagt, auch seine Tochter zur
Ehe gab. Die Liggeren kennen den Na-
men nicht.

Houbraken. III. 65, 97, 201; — Immerzeel.
I. 251; — Nagler. IV. 451.

Francken. Nicolas Francken, Ma-
ler zu Herenthals, geb. angeblich 1520,
f 12. März 1596 zu Antwerpen, Stamm-
vater der Antwerpner Malerfamilie. Seine
Gattin Lucia van den Broeck gebar ihm
4 Söhne: Hieronymus L, Frans L, Ambro-
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