Wurzbach, Alfred von [Bearb.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

Seite: 555
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Francken — Francquart. 555

sius und Cornelis. 1571 lebte er in Ant-
werpen, nach dem Tode seiner Frau in
Mechern, wo er ein Haus besaß; am 23.
Juni 1592 macht er aber in Antwerpen
Testament, war am 21. Juni 1593 wieder
in Mechern und starb 1596 in Antwerpen.

v. d. Branden. 339; — Immerz eel. I. 248.

Francken. P. H. oder H. P. Franc ken
oder Franck, angeblicher Historienmaler
der Rubensschule zu Antwerpen,
welchem daselbst mehrere Bilder
mit dem Monogramm PHF. zuge- pT"
schrieben werden; tätig um 1652.
Die Liggeren kennen keinen P. H.
Francken.

Gemälde: Antwerpen. St. Franz von Assisi.
Bez. PHF.; — Der vergiftete Kelch;' — St. Ludwig,
im Begriffe, nach Jerusalem zu ziehen; t\ ■ ^
— St. Antonius von Padua. 162- für die l^J*
Kirche der Rekollekten in Antwerpen I |
gemalt.

Kat. Antwerpen. 1871. N. 164—167; — Nag-
le r. Monogr. IV. 3015.

Franck. Sebastian Franck oder
Francken, S. Sebastiaen Vrancx.

Franck. Thomas Francken, Sohn
des Malers Frans Francken I., geb. nach
1574 in Antwerpen, 1601 Meister. "Werke
seiner Hand sind nicht bekannt.

v. d. Branden. 343; — Rooses-Reber. Ant.
111; — Im merz eel. I. 251.

Francois. Auge Franc ois, Genre-
maler, Sohn und Schüler von Pierre
Joseph Celestin F., geb. zu Brüssel 2.
Januar 1800.

I m m e r z e e 1. I. 252; — Nagler. IV. 463.

Francois. Jacob Francois, Maler,
1796 Lehrer an der Antwerpner Akademie.

v. d. Branden. 1288, 1327.

Francoys. Pierre Francois oder
Franchoys, Bildhauer, geb. zu Brüssel
1721.

PL B a e r t. Memoires Sur les Sculpteurs et Archi-
tectes des Pays Bas. Publies par le Baron de Reif-
fenberg; — Kramni. II. 511.

Francois. Pierre Joseph Cele-
stin Francois, Historienmaler, geb. zu
Namur 29. März 1759, f 1851; Schüler
von Blocq und A. C. Lens. Er war wieder-
holt in Rom, hielt sich auch in Wien
auf und war Lehrer an der Akademie zu
Brüssel.

Gemälde: Brüssel. Arenberg. Portrait der Ma-
dame Dubarry als Bacchantin, mit nacktem Busen.
Zu Brüssel gemalt, als Mad. Dubarry, aus Deutschland
zurückkehrend, nach Frankreich ging.

Gent. St. Michael. Himmelfahrt Maria.

v. Eynden. III. 358; IV. 284; — Bürger. Gal.
Arenberg. N. 114; —■ Immerzeel. I. 251; —
Kramm. II. 511; — H i p. u. Lin. 334.

Francolet. C. H. Francolet, Kunst-
freund, dessen Sammlungen 10. Sept. 1764
in Brüssel verkauft wurden.

Francquart. Jacques Francquart
oder F r a n q u a r t, Maler, Architekt und
Ingenieur, geb. zu Brüssel angeblich 1577,
f 1652. (Ein Maler Jacob Franckaert ist

1585 in Antwerpen erwähnt.) Er bereiste
Italien und wurde nach seiner Rückkehr
Architekt des Erzherzogs Albert von
Österreich und Ingenieur des Königs von
Spanien in Brüssel. 1613 ist er in den
Rechnungen des erzherzoglichen Haus-
haltes als ,,mi jnntor" bezeichnet. 1614
liefert er verschiedene Bilder für das
Oratorium der Erzherzogin; 1622 erhielt
er 700 livres für den Katafalk des Erz-
herzogs. Er ist der Erbauer der Jesuiten-
kirche, zu welcher Albert am 23. Juni
1606 den Grundstein legte und welche
1621 vollendet wurde; 1629 begann er die
Beginnenkirche zu Mechern, welche Luc.
Faydherbe vollendete. Auch die Kapelle
des Palastes des Herzogs von Barbanson
und eine Kapelle in St. Gudula wurde
von ihm erbaut. Für die Erzherzogin
Isabella malte er in mehreren Bildern die
Geheimnisse des Rosenkranzes, welche als
Geschenk für Papst Paul V. bestimmt
waren. Flor, le Comte erzählt, er erfand
eine Maschine, die ihn des Nachts auf-
weckte, wann er wollte, und auch sein
Licht anzündete. Seine Nichte Anna
Francoise de Bruns war seine Schü-
lerin. 1617 veröffentlichte er: Premier
livre d'architecture . . . contenant diverses
inventions de portes etc. In seinen letz-
ten Jahren widmete er sich lediglich der
Blumenpflege.

Portrait: 1. Halbfigur. J. Meyssens exc. 4°. (De
Bie. p. 479); — 2. Annos natus 45. a. D. Anna
Francisca de Bruyns Cognata ac discipula sua, annos
nata 17. depictus Anno 1622. W. Hollar fecit aqua
forti. A. 1648. Antverpiae. (P. 1406.)

Nach seinen Zeichnungen gestochen:
1. Die Begräbnisfeierlichkeit des Erzherzogs Albert.
Mit Widmung von Jacob Francquart an die Erz-
herzogin Isabella Clara Eugenia: Pompa funebris optimi
polentissimiq. Principis Alberti Pii, Archiducis Austriae
etc. veris imaginibus expressa ä Jacobo Francquart,
Archit. Reg.; ejusdem Principis morientis vita, scrip-
tore E. Puteano Consil. et Historiogr. Reg. Bruxel-
lae. MDCXXIII. Prostant apud Joannem Mommar-
tium. Die Platten, deren Ausführung zwei Jahre in.
Anspruch nahm, sind von Com. Galle gestochen.
Die zahllosen Portraits aller Persönlichkeiten, die an
der Leichenfeier teilnahmen, ausgezeichnet wiederge-
geben. Die Ausgabe enthält mit dem Titel 54 Bl.
Zu späteren retuschierten Ausgaben von 1728 von Jean
Leonard in Brüssel gehört noch la Chapelle ardente
(Katafalk) für die Leichenfeier der Erzherzogin Isa-
bella Clara Eugenia in der St. Jakobs-Kirche zu
Brüssel vom 3. März 1634; nach dem Entwürfe
Francquarts ebenfalls von C Galle gestochen. Diese
Ausgabe enthält 66 Bl. Kramm (II. 512) erwähnt
auch eine prächtig kolorierte Zeichnung: Der Katafalk
in der Kirche St. Gudule bei dem Tode des Kaisers
Matthias, 20. März 1619; ebenfalls von Jacob Francquart
entworfen. Nagler (Monogr. III. 2362) erwähnt eine
Radierung dieses Katafalks mit I. F. S.; — 2. Les
Portraits des hommes illustres de l'Ordre de St.
Augustin en 30 planches. J. Franc inv. Corn. Galle
sc. A Anvers. 1636.

C de Bie. 478; — Flor, le Comte. 1699. II.
264; — Houbraken. I. 162; — Pinchart. Re-
cherches sur la vie et les travaux des graveurs de
medailles etc. I. 39; —■ P i n c h a r t. Arch. II. 178;
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