Wurzbach, Alfred von [Bearb.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 2): L - Z — Amsterdam, 1910

Seite: 668
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Storck — Straet.

Haag. Koll. Stuers. Ansicht der Amstel zwi-
schen Utrecht und Amsterdam. I. Storck.

Rotterdam. Ansicht der Hoofdpaort ^
zu Rotterdam; — Winteransicht von Roller- / 4?
dam. Bez. JS.

Zeichnungen: Leipzig. Verst. J. A. Gr. Weigel,
1883. Zwei Tuschzeichnungen: ,,Porto Trajano van An-
cona samt den Arco Triumphale" und „Loggia met
Statuen des Card. Montalto tot Napels met de Bergh
Visnvijus". Beide bez. .T. Storck 1680.

Petersburg. Eremitage. Der Hafen von Ant-
werpen. Laviert. Bez. I. Stork; — Ansicht eines
Halens. J. Stork 1672.

Kramm. V. 1580; — N a g 1 e r. XVII. 421 und
414 (J. Stoor); — Bürger. Amsterdam. II. 309; —
H o e t. I.; — T e r w e s t c n.

Storck. P. Store k, unbekannter Ma-
ler, von dessen Hand, zwei Marinen im
Museum zu Bordeaux deutlich P. Storck
1693 bezeichnet sind. Sie erinnern an
Abraham Storck.

Storni. Charles StormvanGrave-
s a n d e. Siehe Gravesande. I. p. G13.

Stormins. Hernandus Storniiiis,
Maler aus Zirickzee, in der Art des Mart.
Heemskcrk, tätig um 1555 in Spanien.

Gemälde: Kirche zu Ossuna in Andalusien. Maria
mit dem Kinde erscheint dem hl. Joachim und der
hl. Anna. (Svmbolischc Darstellung der Empfängnis
Mariä.) Bez. HERNANDVS STORM1VS ZIRICCCENSIS
FACIEBAT. 1555. (Umriß bei Reinach. Repertoire. II. 30.)

Sevilla. Dom. Evangelistenkapellc. Großer
.Klügelaltar mit der Messe des hl. Gregorius und
Auferstehung, an den Seiten die vier Evangelisten.
Mbenso bez. und 1555 datiert. Zusammengeborgt nach
alten Kupferstichen.

Kunstblatt. 1822. p. 242; — Kram m. V.
1587; — Jahrb. d. k. p r. K u n s t s. 1884. p. 160.

Storms. J u 1 i u s Storms, Historien-
und Genremaler, geb. zu Brüssel 1817.
Er behandelte mit Vorliebe mittelalterliche
Stoffe. — Ein Frederik Storms ist
als Historienmaler um 1845 erwähnt.

X a g 1 e r. XVII. 422; — Kram m. V. 1581.

Stortenbeker. A r y Willem S t o r-
t e n b e k e r, Baumeister und Ingenieur,
geb. 17. Okt. 1837 im Haag.

Stortenbeker. Pi e t e r Storten-
beker, Maler, geb. im Haag 21. April
1828. f daselbst 17. April 1898. Schüler
von Hendrik van den Sande Bakhuizen
und J. B. Tom. Gemälde: Amsterdam,
Rotterdam, Haag (Gem.-Mus.). Zeichnun-
gen: Haar lern (Mus. Teyler).

Stoutenburg. Theo d. J o h. S t o u t e n-
burg, Kunstfreund, dessen Gemälde 27.
Aug. 1799 zu Amsterdam verkauft wurde.

Straalman. B a r o n J. v a n Wi t s e n
Straalman, Kunstfreund zu Amsterdam
um 1840.

I m m e r z e e 1. III. 117.

Straaten. Lambert van St r a at e n.
Siehe Verstraaten.

Straaten. B r u n o van S t r a a t e n,
Maler, geb. zu Utrecht 22. Dez. 17S6,
f daselbst 2. April 1870. Schüler von J.

ivobell. Gemälde: Rotterdam.

v. E v n d e n. III. 274; IV. 250; — Immerze el.
IIL 118; — Nag ler. XVII. 438.

Straet. J a n van der S t r a e t, ee-
nannt S t r a d a n u s, Giovanni S t r a-
dano, auch della Strada, Maler, geb.
zu Brügge 1523, f zu Florenz 2. Nov. 1605,
84 Jahre alt. Er stammte, wie sein Bio-
graph Rafaello Borghini, der die Mitteilun-
gen von Stradanus selbst hatte, erzählt,
aus vornehmer Familie, war zuerst Schü-
ler seines Vaters, den er im Alter von
12 Jahren verlor, dann des Maximilian
Franck (+ 1547), dann in Antwerpen
des Pietcr Aertsen und wurde,
nachdem er 3 Jahre bei ihm gewesen,
1515 Meister in Antwerpen. Hierauf ging
er nach Lyon und arbeitete bei Corneille
de la Haje (I. 336). Nachdem er auch
eine Zeit in Venedig verweilt hatte, begab
er sich nach Florenz, wo er mit Vasari be-
kannt wurde. Hier zeichnete er für die
Flamänder van der Roost Tapetenpatronen,
für den Großherzog: die vier Jahreszeiten,
den Sonnenwagen, die Geschichte Josuas
etc. Vasari rühmt auch seine Arbeiten
im herzoglichen Palaste. Für die Kirche
St. Annunciata malte er eine Kreuzigung,
die Ph. Galle gestochen hat. Borghini
sagt, daß er auch in Reggio für den Papst
arbeitete und daß er 1559, nach dem Tode
Pauls IV., nach Rom ging, die Werke
Rafaels studierte und mit Daniel de Vol-
terra und Salviati im Belvedere tätig war
und dann wieder nach Florenz zurück-
kehrte, wo er mit Vasari im Palazzo
Vecchio und für die Säle des Palastes
Poggio-a-Caiano die Tapeten mit Jagden
zeichnete. Von Don Juan d'Austria wurde
er nach Neapel berufen, die Angabe aber,
daß er mit ihm nach den Niederlanden
kam, ist allem Anscheine nach irrig.
Stradanus arbeitete auch an dem Kata-
falk zu Ehren Michel Angelos, an den
Triumphpforten anläßlich der Vermählung
des Herzogs Francesco Mcdici und bei dem
Einzug der Herzogin Christina von Loth-
ringen.

Er hatte einen Sohn, Scipio, der auch
Maler, aber ohne jede Bedeutung war. Dieser
errichtete seinem Vater das Denkmal in
St. Nunziata in Florenz mit der Büste
Stradanus' und der Schrift: Joanni Stra-
dano Belgae Pictori clarissimo. Der Ma-
ler Antonio Tempesta (1555—1630) war
sein Schüler.

Stradanus ist bei unleugbarer Begabung
der traurigste von allen Dekadenzmanie-
risten. Seine Produktionen sind künst-
lerisch trostlos und sie bieten nicht das
geringste Moment, welches berechtigt
hätte, derlei in kostbaren Tapeten auf die
Nachwelt zu bringen. Die nach seinen
Werken gestochenen Blätter sind mit weni-
gen Ausnahmen nach Zeichnungen für
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