Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft: Zweiter Kongreß für Ästhethik und allgemeine Kunstwissenschaft Berlin, 16.-18. Oktober 1924 — 19.1925

Page: 364
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zaak19_1925/0371
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
364 RUDOLF VON LABAN.

dieselben Grundschrägen aufweisen, wie bestimmte Harmoniefolgen
in den genannten Polyedern.

Es ist uns damit ein Raumgebilde gegeben, auf das wir die harmo-
nische und disharmonische Bewegungsfähigkeit des menschlichen



H



iMH*"^

Körpers beziehen können, und von dem aus wir auch jede künstle-
rische Tanzbewegung einfach verständlich beschreiben und festhalten
können.

Die Zeichen der Tanzschrift bestanden von jeher aus dreierlei
Elementen. Diese sind:

1. (und hauptsächlich) das Richtungselement, in dem das räum-
liche Verhältnis zweier aufeinander folgender Bewegungen dar-
gestellt wurde;

2. das imitative Element, in dem eine Schwunglinie graphisch
nachgebildet wurde (eine Art Sigel für eine Folge komplizierter
Richtungstendenzen);

3. das dynamisch-rhythmische Element (Abbreviaturen für quanti-
tativ hemmende oder fördernde Richtungskomplexe).
loading ...