DIE TYPOLOGIE DER WESTGOTISGHEN GRABFUNDE
VORBEMERKUNG
Die Beschreibung der Funde ist in folgende Hauptabschnitte gegliedert: Fibeln; Schnallen
und Beschlägplatten; Verschiedene Schmuck- und Gebrauchsgegenstände; Waffen, Ge-
räte und Geschirrteile; Gefäße. Die Gegenstände der Tracht sind deshalb vorangestellt,
weil sie den größten Teil des Materiales ausmachen. Eine Gliederung nach dem Werkstoff
hätte in bestimmten Fällen zu einer unzweckmäßigen Zerreißung von zusammengehörenden
Gruppen genötigt.
Gelegentlich der Beschreibung wird für die Begründung der zeitlichen Ansätze im all-
gemeinen auf den chronologischen Teil der Arbeit (S. 74—92) verwiesen. Auch wird
über die Ableitung von älteren Typen und über Beziehungen zu Funden aus anderen
Gebieten nur das Notwendigste gesagt, da diese Dinge im vergleichenden Teil (S. 97—126)
ausführlich behandelt werden.
Da die wichtigsten Grabfelder der Pyrenäenhalbinsel schon bei der Beschreibung der
Funde häufig zu nennen sind, aber erst im chronologischen Teil ausführlicher besprochen
werden, erscheint es zweckmäßig, sie bereits einleitend zusammenzustellen. Sie gehören
fast sämtlich dem Inneren der Halbinsel an. In Altkastilien liegen Deza (Prov. Soria),
Estebanvela (Prov. Segovia) und Herrera de Pisuerga (Prov. Palencia), in Neukastilien
Alarilla (Prov. Guadalajara), Carpio de Tajo (Prov. Toledo), Daganzo (Prov. Madrid)
und Palazuelos (Prov. Guadalajara). Das einzige heute bekannte Grabfeld in Randlage
ist jenes von Pamplona (Prov. Navarra). Während die bisher genannten Friedhöfe aus-
schließlich Funde der westgotischen Zeit ergeben haben, weisen andere überwiegend spät-
römisches Inventar, aber eine gewisse Anzahl jüngerer Funde auf: die Grabfelder von
Bräcana, Marugan (beide Prov. Granada), Simancas (Prov. Valladolid), Suellacabras
und Tanine (beide Prov. Soria)3). Auch diese Namen sind des öfteren zu erwähnen.
Die Grundlage der zusammenfassenden Behandlung bildet der Fundkatalog (S. 145—197),
welcher die einzelnen Stücke nach Museen aufführt. Die beigegebenen Tafeln bringen
das bis Anfang 1930 bekannte Material nach Möglichkeit vollständig. Die einzige wesent-
liche Ausnahme bildet das Grabfeld von Carpio de Tajo; da es sich um eine staatliche Gra-
bung handelt, kann das Material vor der amtlichen Publikation nicht zur Abbildung frei-
gegeben werden * 2). Für die vorliegende Untersuchung ist es ein glücklicher Zufall, daß
Carpio de Tajo zwar sehr zahlreiche und wertvolle Beigaben, aber im wesentlichen nur
bereits bekannte Fundgattungen ergeben hat. Infolgedessen kann an Hand des hier gege-
benen Abbildungsmaterials auch dieser wichtige neue Zuwachs in seiner Bedeutung ge-
würdigt werden. Der jüngst teilweise ausgegrabene und veröffentlichte Friedhof von
Daganzo de arriba (Prov. Madrid) ist nach der Publikation3) eingearbeitet worden.
!) Vgl. über diese Gruppe S. 87—91.
2) Vgl. zu Carpio de Tajo insbesondere S. 74 — 77. — Für das vergleichende Studium der Funde waren die von C. de
Mergelina dem Verfasser entgegenkommendst überlassenen Photographien eine wertvolle Hilfe.
3) Saturio Fernandez Godin und Jose Perez de Barradas in Junta Superior, Memoria 114, 1931.
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VORBEMERKUNG
Die Beschreibung der Funde ist in folgende Hauptabschnitte gegliedert: Fibeln; Schnallen
und Beschlägplatten; Verschiedene Schmuck- und Gebrauchsgegenstände; Waffen, Ge-
räte und Geschirrteile; Gefäße. Die Gegenstände der Tracht sind deshalb vorangestellt,
weil sie den größten Teil des Materiales ausmachen. Eine Gliederung nach dem Werkstoff
hätte in bestimmten Fällen zu einer unzweckmäßigen Zerreißung von zusammengehörenden
Gruppen genötigt.
Gelegentlich der Beschreibung wird für die Begründung der zeitlichen Ansätze im all-
gemeinen auf den chronologischen Teil der Arbeit (S. 74—92) verwiesen. Auch wird
über die Ableitung von älteren Typen und über Beziehungen zu Funden aus anderen
Gebieten nur das Notwendigste gesagt, da diese Dinge im vergleichenden Teil (S. 97—126)
ausführlich behandelt werden.
Da die wichtigsten Grabfelder der Pyrenäenhalbinsel schon bei der Beschreibung der
Funde häufig zu nennen sind, aber erst im chronologischen Teil ausführlicher besprochen
werden, erscheint es zweckmäßig, sie bereits einleitend zusammenzustellen. Sie gehören
fast sämtlich dem Inneren der Halbinsel an. In Altkastilien liegen Deza (Prov. Soria),
Estebanvela (Prov. Segovia) und Herrera de Pisuerga (Prov. Palencia), in Neukastilien
Alarilla (Prov. Guadalajara), Carpio de Tajo (Prov. Toledo), Daganzo (Prov. Madrid)
und Palazuelos (Prov. Guadalajara). Das einzige heute bekannte Grabfeld in Randlage
ist jenes von Pamplona (Prov. Navarra). Während die bisher genannten Friedhöfe aus-
schließlich Funde der westgotischen Zeit ergeben haben, weisen andere überwiegend spät-
römisches Inventar, aber eine gewisse Anzahl jüngerer Funde auf: die Grabfelder von
Bräcana, Marugan (beide Prov. Granada), Simancas (Prov. Valladolid), Suellacabras
und Tanine (beide Prov. Soria)3). Auch diese Namen sind des öfteren zu erwähnen.
Die Grundlage der zusammenfassenden Behandlung bildet der Fundkatalog (S. 145—197),
welcher die einzelnen Stücke nach Museen aufführt. Die beigegebenen Tafeln bringen
das bis Anfang 1930 bekannte Material nach Möglichkeit vollständig. Die einzige wesent-
liche Ausnahme bildet das Grabfeld von Carpio de Tajo; da es sich um eine staatliche Gra-
bung handelt, kann das Material vor der amtlichen Publikation nicht zur Abbildung frei-
gegeben werden * 2). Für die vorliegende Untersuchung ist es ein glücklicher Zufall, daß
Carpio de Tajo zwar sehr zahlreiche und wertvolle Beigaben, aber im wesentlichen nur
bereits bekannte Fundgattungen ergeben hat. Infolgedessen kann an Hand des hier gege-
benen Abbildungsmaterials auch dieser wichtige neue Zuwachs in seiner Bedeutung ge-
würdigt werden. Der jüngst teilweise ausgegrabene und veröffentlichte Friedhof von
Daganzo de arriba (Prov. Madrid) ist nach der Publikation3) eingearbeitet worden.
!) Vgl. über diese Gruppe S. 87—91.
2) Vgl. zu Carpio de Tajo insbesondere S. 74 — 77. — Für das vergleichende Studium der Funde waren die von C. de
Mergelina dem Verfasser entgegenkommendst überlassenen Photographien eine wertvolle Hilfe.
3) Saturio Fernandez Godin und Jose Perez de Barradas in Junta Superior, Memoria 114, 1931.
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