Zeitschrift für Geschichte und Auslegung der alten Kunst — 1.1818

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über Viscontis Mus. Pioclement. 369

beschriebenen Statue des Apollon, dem sie auf der
Hand stehn

Taf. 14.;

Nachlässig gezeichnet. Hinter allen Figuren
ist oben ein Vorhang fortgeführt, welcher jetzt nur
fehlt hinter den Köpfen des Apollon und der lautefpie-
lenden Muse zu seiner Rechten, von welchen beyden
die Köpfe neu sind, sammr den obern Enden ihrer Lau-
ten und dem Grund des Marmors hinter den Köpfen.
Neu sind auch der linke Arm der Pallas, aber der
Schild alt, wiewohl ohne die Gorgone, die im Stich
an die Stelle der blofen Schildwölbung gefetzt ist;
neu der rechte Arm der Muse links von Athene mir
dem Plektron, neu die Flöte der letzten Muse rechts
dem Zuschauer gegenüber, die wahrscheinlich auf ein
Täfelchen schrieb. Schlecht gemacht ist der Radius
der Urania, der weil kürzer feyn sollte, auf der einen
Seite dicker, auf der andern zugespitzt. Der angeb-
liche Helm zu den Füßen der ersten Muse links ist nichts
anders als der behaarte Hinterkopf einer Maske, wie
man in den Herculanifchen Gemälden und in den Stuc-
chi publicati da Cabott sieht. Die Sonnenuhr zwi-
schen dieser und der folgenden Muss ist im Stich aus-
gelassen, wie auch die Profilmaske links oben zwi-
schen der zweyten und dritten Muse, von der Linke»
des Beschauers anfangend. Die, weiche Visconti Po-
lyhymnia nennt, möchte Erato feyn, und umgekehrt»

40) Die Chariten drücken nehmlich das Freundliche und Hol-
de ver Gesundheit aus. Alles, was angenehm und lieh
Ist, kommt von ihnen. Pind, Ol. XIV, 7. vgl. ZoegaS
_ Abhan dl. S.ZÄ. Nachgebildek ist die Vatikanische
Vorstellung in der Gal. mythol. XXXIII, 106. W»
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