Zeitschrift für Geschichte und Auslegung der alten Kunst — 1.1818

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des sogenannten Schildes des Scipio. 491

rissen dargestellt, mit Zahlen zur schnellern und be-
guemern Uebersicht zu bezeichnen. Nach ihm sind al-
so 1 Achilles, 2 Antilochus, 3 Brrseis, 4 Aga-
memnon, 5 Nestor, 6 Jdomeneus, 7 Ulysses,
8 Meriones, 9 Phönix, ro der Herold Talthy-
bius. Die Vorstellung des Ganzen aber ist diese:
Briscis wird von dem Agamemnon in
Beyseyn mehrer Griechischen Helden durch
den 'AnLilochus zurückgegeben; Agame-
mnon bekräftiget durch eidliche Versi-
cherung dem Achilles die noch unangeta-
stete Reinheit der Jungfrau. Diese Deu-
tung ist vön einsichtsvollen Archäologen entweder
ausdrücklich (z.B. von Heyne, Gotting.Anz. iZor.
St. 133.) oder stillschweigend (WinckelmannsWerke,
Ausg.v. Meyer und Schulz Th. 2 S.677 Th. 6 Anm.
S. 270) als die richtige angenommen worden; hat
auch seitdem meines Wissens keinen Widerspruch ge-
funden. So gelehrt aber die Erläuterungen des
verdienstvollen Französischen Archäologen sind, so
glücklich selbst seine Deutungen mancher Einzelheiten,
z. B. des Zeltes, des Phönix, so stellen sich doch der
von ihm angenommenen Grundidee des Ganzen viele
nicht unerhebliche Zweifel entgegen, von denen hier
nur einige namhaft gemacht werden sollen»

Zuvörderst geht ja jene Scene beym Homer
nicht im oder beym Zelt des Achilles, sondern in der
Versammlung vor, vergl. 11. XIX, 50. 529 und
es ist kaum denkbar, daß der Künstler in einem nicht
unwesentlichen Umstande auf eine Art von dem Dich-
ter abweichen sollte, die ihm keinen namhaften
Vortheil bringt.

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